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Fussball

11. Dezember 2016 | 07:20 Uhr

Serie A : Die Mailänder: Der eine jagt, der andere strauchelt

vom

Seit Jahren sind die beiden einstigen italienischen Spitzenclubs titellos: Während Inter Mailand weiter im Krisenmodus steckt, gelingt Stadtrivale Milan eine erstaunliche Entwicklung. Nun will das junge Team sogar Serienmeister Juventus Turin ärgern.

Nach Jahren der titellosen Tristesse in der einstigen Fußballhauptstadt Mailand fangen zumindest die Milan-Fans wieder an zu träumen.

Unter dem neuen Trainer Vincenzo Montella gelang ein starker Saisonstart in der Serie A, nun schielt der frühere Spitzenclub AC Mailand sogar nach ganz oben. Im direkten Duell mit Spitzenreiter Juventus Turin wollen die Rossoneri am Samstag (20.45 Uhr) Italiens Fußball-Rekordmeister und Sami Khedira weiter ärgern. Ganz anders ist die Stimmung beim Stadtrivalen Inter Mailand: Das Team steckt auch unter dem neuen Coach Frank de Boer im Tabellen-Mittelfeld fest.

Zuletzt gewannen die beiden 18-maligen Meister jeweils in der Saison 2010/11 einen Titel - Inter den Pokal, Milan die Meisterschaft. Seitdem dominiert Juve in Italien. Und die beiden Mailänder Clubs, die mittlerweile chinesischen Investoren gehören, schafften es teilweise nicht einmal mehr ins internationale Geschäft.

Doch nun steht Milan nach acht Spieltagen immerhin auf Platz drei - und wird überraschend hinter der AS Rom zum zweiten Jäger des Tabellenersten. Nach Anlaufschwierigkeiten holte Montella mit seinem Team in den vergangenen fünf Spielen 13 Punkte. Stark aufspielende Talente wie der 17 Jahre alte Torhüter Gianluigi Donnarumma, der 18 Jahre alte Manuel Locatelli oder der drei Jahre ältere Verteidiger Alessio Romagnoli machen den Fans Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Mit einem Sieg im Spitzenspiel könnte die Associazione Calcio nun bis auf zwei Zähler an Juve heranrücken. Die Mailänder haben in San Siro immerhin den Heimvorteil, aber eine nicht gerade motivierende Bilanz im Rücken: Dem Spiel gehen neun Niederlagen gegen Juve voraus, zuletzt gewannen die Rossoneri im November 2012 gegen die Turiner.

Während sich Montella bodenständig gibt und sagt, für sein junges Team sei es wichtiger zu trainieren und sich zu verbessern als auf die Tabelle zu achten, legen die Spieler mehr Selbstbewusstsein an den Tag. «Wir können gewinnen», sagt Mittelfeldspieler Giacomo Bonaventura. «Sie werden aus uns 100 Prozent herausholen. So kommen wir ein ganzes Stück näher an das Level des Ersten heran.»

Stadtrivale Inter hat in dieser Saison zwar bereits mit 2:1 gegen Juve gewonnen, ist aber dennoch weit von der Tabellenspitze entfernt. Trotz des 1:0-Sieges gegen den FC Southampton in der Europa League spielen die Nerazzurri eine enttäuschende Saison, stehen mit elf Zählern in der Serie A nur auf Rang elf. «Wir wissen, dass wir die Tabelle schleunigst ändern müssen», sagte de Boer, der nach kurzer Zeit als Trainer bereits in der Kritik steht.

Das 1:2 gegen Cagliari Calcio am vergangenen Spieltag war nicht die einzige schlechte Nachricht: Kapitän Mauro Icardi kann derzeit nicht den Rückhalt aller Fans auf sich vereinen, er hat es sich verscherzt, könnte man sagen. Der Argentinier hatte sich in seiner Autobiografie kritisch zu einigen Fans geäußert - mit dem Ergebnis, dass er die Ultras gegen sich aufbrachte. Trotz einer Strafe durch den Club und einer Entschuldigung blieben die Ultras bei ihrer Meinung: «Wir wollen nicht mehr mit ihm reden», teilten sie mit.

Fußballdaten Inter - AC

AC Mailand mit Blick auf das Spiel gegen Juve, Englisch

Bonaventura in der "Gazzetta dello Sport", Italienisch

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erstellt am 21.Okt.2016 | 12:55 Uhr

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