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DFB-Pokal

26. Oktober 2014 | 09:26 Uhr

Lukratives Ziel: Berlin : Die "Kleinen" machen den DFB-Pokal wieder groß

vom

Es ist nicht lange her, dass der DFB-Pokal für Topclubs nur ein kräfteraubender Nebenwettbewerb war - das ist vorbei.

Für die Kleinen ist es das Spiel des Jahres, für die Großen die Fortsetzung der kräftezehrenden Terminhatz. „Wir befinden uns in der kürzesten Fußball-Woche, die es gibt“, sagte Fußball-Lehrer Jürgen Klopp vor der zweiten Runde des DFB-Pokals am Dienstag (19.00 Uhr) beim Zweitligisten TSV München 1860 mit Verweis auf die dritte Partie der Dortmunder binnen sieben Tagen. Doch der Wettbewerb ist sportlich zu reizvoll und finanziell zu lukrativ, um Stammkräfte zu schonen. „Das wird eine unangenehme Aufgabe“, befand der BVB-Coach, „allerdings nehmen wir die Favoritenrolle an.“ 

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Mittlerweile lohnt es sich auch für die international geforderten Topclubs, den DFB-Pokal äußerst ernst zu nehmen. Alle 32 Vereine, die für die zweite Runde qualifiziert sind, haben knapp 250.000 Euro aus den Fernseh- und Vermarktungserlösen plus die Einnahmen aus den Zuschauereinnahmen sicher. Drittligist Darmstadt und der FC Schalke dürfen sich zudem über zusätzliche Zahlungen für das Live-Spiel im Free-TV freuen.

Im Achtelfinale am 3. und 4. Dezember sind mindestens weitere rund 500.000 Euro allein aus dem TV- und Vermarktungsbereich garantiert.

„Für uns ist das Spiel eine ganz wichtige Sache. Es geht um viel Geld“, sagte der Hamburger Interimscoach Rodolfo Cardoso vor der Partie am Dienstag gegen den Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth.

Bereits vier Clubs aus dem Oberhaus brachten sich mit ihrem Erstrunden-Aus um die Chance auf einen warmen Geldregen. Weitere zwei wird es in der zweiten Runde treffen, weil es am Mittwoch in München (gegen Hannover) und Freiburg (gegen Stuttgart) zu Erstligaduellen kommt. Die Aussicht auf ein neuerliches Finale am 17. Mai in Berlin lässt Franck Ribéry vom Titelverteidiger aus München die jüngsten Strapazen in der Champions League und der Bundesliga vergessen: „Dass wir schon am Mittwoch wieder spielen müssen, ist kein Problem für uns.“ 

Gleich acht Bundesligisten bekommen es mit Teams aus Liga zwei zu tun. Besonders eng könnte es für den BVB, Leverkusen und Hertha BSC werden. Schließlich müssen alle drei Mannschaften auswärts antreten.

Anders als zuletzt in Nürnberg dürfte BVB-Coach Klopp im Kräftemessen mit den „Löwen“ auf eine große Rotation verzichten. Eine Vereins-Rekordkulisse von 71.000 Zuschauern erhöht nach Einschätzung des neuen Münchner Trainers Friedhelm Funkel den Reiz der Partie: „Es freut uns, gegen den Champions-League-Finalisten vor ausverkauftem Haus zu spielen. Das müssen die Jungs genießen.“ 

Mit ähnlich großem Respekt wie die Dortmunder reisen die Leverkusener nach Bielefeld und die Berliner nach Kaiserslautern.

Beim letzten Pokal-Gastspiel in der vergangenen Saison setzte sich Bayer erst in der Verlängerung gegen die Arminia durch. „Es war schon im letzten Jahr ein sehr umkämpftes Spiel, und Bielefeld ist seitdem kein bisschen schlechter geworden“, warnte Bayer-Coach Sami Hyypiä.

Beim HSV geriet das Pokalspiel gegen Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth am Dienstag (20.30 Uhr) angesichts der Personalie Bert van Marwijk in den Hintergrund. Um weitere Unruhe zu vermeiden, sollte der Nachfolger des beurlaubten Thorsten Fink vor der Partie nicht offiziell vorgestellt werden. Ein letztes Mal soll Cardoso aushelfen: „Wir müssen die Köpfe frei kriegen“, sagte die Interimslösung voller Hoffnung auf eine Trotzreaktion der Mannschaft.

Auch beim FC Schalke verlief der Bundesliga-Spieltag wenig ermutigend. Nur ein Sieg beim Drittligisten Darmstadt 98 kann helfen, den Frust über das deutliche 0:4 gegen den FC Bayern zu vertreiben.

Einfach wird das nicht. Denn der einstige Erstligist aus Darmstadt will sich nicht mit den Einnahmen in Höhe von rund 800 000 Euro begnügen und die Chance nutzen, vor einem Millionenpublikum am Free-TV den zweiten Erstligisten nach Mönchengladbach aus dem Wettbewerb zu kegeln. „Wir werden den Gegner nicht unterschätzen“, versprach Schalke-Nationalspieler Benedikt Höwedes.

Das klassentiefste Team im laufenden Wettbewerb ist der West-Regionalligist SC Wiedenbrück, der am Dienstag in Gütersloh auf den Zweitligisten SV Sandhausen trifft. Den Einzug in die zweite Runde hat der Tabellenletzte aus Ostwestfalen kurioserweise seinem bisher einzigen Saisonsieg zum Pokalauftakt gegen Düsseldorf zu verdanken. „In der Meisterschaft warten wir seit Saisonbeginn auf einen Sieg. Im DFB-Pokal schalten wir hintereinander zwei Zweitligisten aus. Irgendwie würde das passen“, sagte Trainer Theo Schneider.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 15:55 Uhr

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