zur Navigation springen

Fussball

25. März 2017 | 01:16 Uhr

Wohl kein freier Ticket-Verkauf : DFB-Pokalspiel Lotte gegen Dortmund in Osnabrück am 14. März

vom

Das abgesagte Viertelfinalspiel der Sportfreunde Lotte im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund ist vom DFB neu angesetzt worden.

Osnabrück | Am Dienstag, 14. März, um 18.30 Uhr, soll das Pokalspiel an der Bremer Brücke in Osnabrück nun ausgetragen werden. „Wir werden ein Heimspiel an der Brücke haben“, sagt Lottes Fußball-Obmann Manfred Wilke.

„Wir haben uns beschäftigt mit Schalke, Bochum und Bielefeld als weiteren möglichen Austragungsorten. In diesen Stadien hätten wir fast doppelt so viele Tickets verkaufen können wie in Lotte – und damit auch deutlich mehr Einnahmen erzielen können als jetzt in Osnabrück. Aber wir haben zuletzt bei unseren Pokal-Highlights erlebt, dass unsere Unterstützer vor allem aus unserer Region kommen. Deshalb verzichten wir gerne auf kurzfristige Mehreinnahmen. Wir wollen den Fußballfans dieser Region hier vor Ort dieses Highlight gegen Dortmund bieten“, erklärte Wilke die Entscheidung der Sportfreunde für die Bremer Brücke in Osnabrück als Austragungsort am 14. März.

Osnabrück erhält den Zuschlag

In Bielefeld hätte abgesehen davon das Problem bestanden, dass es ab nächster Woche in unmittelbarer Nähe des Stadions eine größere Baustelle gibt. Eine mögliche Austragung auf Schalke hatten die Sicherheitsbehörden zudem bereits gestern untersagt. Die Bremer Brücke dagegen liegt nur rund 20 Straßenkilometer von der Heimat der Sportfreunde Lotte entfernt. „Wir sind zufrieden mit dieser Lösung, die wir einvernehmlich mit dem DFB, dem BVB, dem VfL und den Sicherheitsbehörden getroffen haben. Wir werden als Außenseiter gegen Dortmund auch an der Bremer Brücke ein Heimspiel haben“, ist sich Wilke sicher. Im Frimo-Stadion der Sportfreunde, das über keine Rasenheizung verfügt, waren vor der am Dienstag kurzfristig abgesetzten Partie gegen den BVB bereits zwei Drittliga-Spiele abgesagt worden.

Rollrasen-Idee verworfen

Laut Spielordnung und Durchführungsbestimmungen des DFB darf es im DFB-Pokal keinen Heimrechttausch geben, der in diesem Falle mit dem BVB denkbar gewesen wäre. Zudem sehen die Bestimmungen für Bundesspiele, worunter Partien im DFB-Pokal und in der 3. Liga fallen, folgendes vor: „War ein gemeldetes Spielfeld wiederholt nicht bespielbar, so soll der Spielleiter die Spiele auf einem neutralen Platz austragen lassen.“ Dieser Paragraf ist nun nach den Gesprächen zwischen allen Beteiligten zur Anwendung gekommen. In Lotte hatte man zuerst auch die Idee verfolgt, einen neuen Rollrasen im Frimo-Stadion zu verlegen, diese Idee aber angesichts der aktuellen Witterungsbedingungen und vieler weiterer anstehender Heimspiele in der 3. Liga in den kommenden Wochen wieder verworfen. „Bei uns sind ja schon drei Spiele ausgefallen – die einzigen drei auf Bundesebene in Deutschland. Und bei den ständigen Regenfällen aktuell können Sie auch keinen neuen Rasen verlegen. Wir werden nun im Sommer unseren Rasen austauschen – die Gemeinde als Geländeeigentümer wird das übernehmen, während wir uns dann als Verein um die Installation einer Rasenheizung kümmern“, sagte Wilke.

Wilke will Rostock-Partie verschieben

Die bis dato für den 15. März angesetzte Drittliga-Partie der Sportfreunde in Großaspach wird nun verlegt, weil am Tag vorher das DFB-Pokalspiel gegen Dortmund an der Bremer Brücke steigt. Zudem strebt Wilke die Verschiebung des SFL-Heimspiels am Sonntag, den 12. März, gegen Rostock an. „Wir können ja nicht erst unter der Woche am 8. März gegen Chemnitz antreten, dann am Sonntag gegen Rostock und gleich wieder am Dienstag gegen Dortmund. Im Sinne der Chancengleichheit müsste das Rostock-Spiel am Freitag oder Samstag stattfinden“, sagt Wilke. Weil der VfL an jenem Samstag (11. März) ein Heimspiel gegen Kiel hat, bedarf es hier wohl zumindest noch der Abstimmung zwischen den beteiligten Sicherheitsbehörden.

Ticket-Modalitäten werden geklärt

Die Sportfreunde wollen nun laut Vereinsmitteilung schnellstmöglich mit dem VfL Osnabrück alle weiteren Absprachen treffen, sodass „so bald wie möglich“ (Wilke) die Ticketmodalitäten für alle Zuschauer des Fußballspiels kommuniziert werden. Lotte hatte bereits etwa 10.000 Tickets für die Partie verkauft – diese werden ihre Gültigkeit behalten, müssen aber wohl angesichts notwendiger neuer Block- und Platznummern in Osnabrück im Vorfeld umgetauscht werden. Derzeit können noch keine Karten zurückgegeben oder umgetauscht werden, teilten die Sportfreunde mit. „Schon verkaufte Stehplatz- und Sitzplatztickets behalten grundsätzlich ihre Gültigkeit. Bei den VIP-Tickets kann es sein, dass ein zusätzlicher Aufschlag erhoben wird, da wir am Dienstag in Lotte ja bereits einen guten Teil der Leistung erbracht haben: Die Leute dort haben ja von 18 bis 22 Uhr gegessen und getrunken. Wir klären das und geben das bekannt“, sagte Wilke.

5000 weitere Tickets, aber wohl weiter kein freier Verkauf

Für die Austragung an der Bremer Brücke können laut Wilke weitere etwa 5000 Tickets verkauft werden. „Weil wir aber wollen, dass die Partie für uns ein Heimspiel wird, werden wir eventuell die zusätzlichen Karten auf ähnliche Art und Weise vergeben wie schon zuletzt: Anfragen aus der Region haben wir genug vorliegen. Würden wir einen freien Verkauf machen, landen die Tickets wahrscheinlich zum Großteil bei BVB-Fans – wir wollen aber ein Heimspiel haben an der Brücke“, erklärte Wilke. Einige Hundert zusätzliche Gästekarten wird es aber über Borussia Dortmund geben, da zehn Prozent der Tickets an den Gastverein abgegeben werden müssen und der Gästebereich der Bremer Brücke auch etwas größer ist als der in Lotte. Grundsätzlich sollen die Gästefans in der Gästekurve in Osnabrück untergebracht werden – Besitzer von Heim-Stehplatzkarten werden also zunächst in die Ostkurve einsortiert.

VfL Osnabrück wird finanziell profitieren

Schon einmal hatte der VfL Osnabrück in der jüngeren Vergangenheit sein Stadion für ein hochkarätiges DFB-Pokalspiel vermietet: Im Sommer 2013 war die Arena Austragungsort für die Partie des Regionalligisten BSV Rehden gegen den FC Bayern München (0:5). Damals hatte der VfL als Stadion-Eigentümer mit der Miete, dem Catering und sonstigen Beteiligungen einen Betrag von etwa 100000 Euro erlöst. „Die Miete der Bremer Brücke kostet natürlich Geld“, erklärte Wilke, der aber zur Größenordnung auch deshalb keine Angaben machen wollte, weil verschiedene organisatorische Details wie die Organisation des Ordnungsdienstes oder des Caterings noch mit dem VfL abgeklärt und fixiert werden müssen. „Wir werden das als gute Nachbarn aber gemeinschaftlich hinkriegen“, sagte Wilke und ließ durchblicken, dass er durchaus daran interessiert ist, etablierte Strukturen hinsichtlich Catering und Ordnungsdienst beim VfL nutzen zu wollen.

Beim VfL zeigte man sich von der Bekanntgabe des Spielorts am Freitagmittag durch die Sportfreunde durchaus überrascht. Im Laufe des Tages will der Verein mögliche weitere Infos bekannt geben.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 16:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen