zur Navigation springen

Fussball

10. Dezember 2016 | 11:51 Uhr

Bundesliga-Kolumne : „Dem HSV hilft nur noch eine Radikalkur“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trümmer-Haufen, Titel-Kampf, Trainer-Vertrag: Jürgen Muhl blickt auf den zehnten Spieltag zurück.

Offenbarungseid: Man mag es alles nicht mehr hören. HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer denkt gar nicht daran, zurückzutreten. Und der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Karl Gernandt, gibt im Auftrag von Geldgeber Klaus-Michael Kühne dem Mann, der den Hamburger SV in höchste Existenznot gebracht hat, auch noch Rückendeckung.

Jetzt sucht Beiersdorfer einen Sportdirektor. Jetzt – kurz vor der sportlichen Insolvenz. In der Sommerpause hätte er es machen müssen. Und was fällt Beiersdorfer dabei ein? Nicht viel. Nico-Jan Hoogma wird es nicht, Horst Heldt offenbar auch nicht. Mit Jens Todt (Karlsruhe) und Christian Hochstätter (Bochum) sind noch zwei Zweitliga-Manager in der Verlosung. Hauptsache, es kommt überhaupt irgendeiner. Was für ein Trauerspiel. Zudem erinnert das hochbezahlte kickende Personal des Traditionsvereins derzeit an einen Trümmerhaufen.

Im Übrigen gibt es beim HSV ja schon einen so genannten Direktor Sport. Bernhard Peters heißt der leitende Angestellte, der für ein Spitzengehalt irgendetwas macht beim Hamburger SV. Nur was – das weiß rund ums Volksparkstadion keiner so recht. Der frühere Hockey-Nationaltrainer, dem Arroganz kein Fremdwort ist, hatte die Idee, Markus Gisdol als Retter nach Hamburg zu holen. Die beiden kannten sich aus gemeinsamer Zeit in Hoffenheim. Welch ein Fehlgriff. Dem Trainer gehen derweil die merkwürdigen rhetorischen Einlassungen nicht aus. Der HSV befinde sich im Existenzkampf, hat Gisdol nach der Pleite gegen Dortmund gesagt. Ach was? Donnerwetter.

Dem HSV hilft nur noch eine Radikalkur. Von oben nach unten. Vom Chefsessel bis zum Trainerstuhl.

Ost-Offensive: Im Gegensatz zu den aus dem Fenster geworfenen Kühne-Millionen funktionieren die von Red Bull bereitgestellten Mittel zur Realisierung des Leipziger Fußballwunders. RB Leipzig bietet Sehenswertes. Die Red-Bull-Elf macht sich auf, die Bayern zu ärgern. Ein Aufsteiger mit durchweg bislang unbekannten Profis. Und Hoffenheim zeigt, wie dem Rekordmeister beizukommen ist. Mit mutigem Spiel nach vorne. Nicht mit ängstlicher Defensivtaktik, wie es die meisten Bundesligisten bei ihren Gastspielen in München versuchen.

Uli Hoeneß meldet sich bereits zu Wort, erste Giftpfeile fliegen Richtung Osten. Nicht auszuschließen, dass der Titelfavorit im Sommer 2017 bei seiner Einkaufstour auch Station in Leipzig macht.

RB Leipzig, 1899 Hoffenheim und vielleicht auch noch Borussia Dortmund? Vielleicht wird es ja entgegen allen Prognosen doch eine spannende Saison, was den Titelkampf angeht. Man mag es ja kaum glauben.

Vertragsunterschrift: Es fehlte nur noch die Zustimmung des Volkswagen-Vorstands. Nach Informationen unserer Zeitung war am Freitagabend alles vorbereitet für eine Dienstzeit von Bruno Labbadia in Wolfsburg. Dann gewann der VfL mit 3:0 in Freiburg und bot eine ansprechende Leistung unter Interimstrainer Valerien Ismael. Schon war es geschehen: Der Trainer des Wolfsburger Regionalliga-Teams hat gestern den Zuschlag für die Profimannschaft erhalten. Manchmal reicht ein gutes Spiel, um Bundesliga-Trainer zu werden.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Nov.2016 | 07:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen