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Fussball

28. März 2017 | 00:32 Uhr

Einzug in die Superliga-Endrunde : Das nächste SønderjyskE-Wunder: Kultur schlägt das große Geld

vom
Aus der Onlineredaktion

SønderjyskE steht trotz desolatem Saisonstart auf Rang vier der Tabelle – und darf wieder von Europa träumen.

Hadersleben | Die dänische Fußball-Meisterschaft wird erstmals in einer Endrunde der sechs besten Mannschaften entschieden – und SønderjyskE, der letztjährige Sensations-Vizemeister aus Hadersleben, ist durch einen 1:0-Duselsieg im direkten „Finale“ gegen Randers FC mit dabei. Der Endrunden-Einzug ist eine mehr als beeindruckende Leistung, in einer Saison mit Trainerwechsel, Abgängen von Leistungsträgern und der Doppelbelastung aus der erstmaligen Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb.

Die Hellblauen haben mit diesem Endrunden-Einzug bewiesen, dass die sensationelle Vizemeisterschaft im Vorjahr weder Zufall noch eine Eintagsfliege war. Ein neues Europapokal-Abenteuer wäre auch mit Platz vier möglich – sofern der FC København das Double holt.

Die SønderjyskE-Kicker lagen Mitte September am neunten Spieltag für 24 Stunden auf dem letzten Tabellenplatz der Superliga und schienen den Preis für den eigenen Erfolg aus der Silber-Saison zu zahlen. Die Haderslebener gingen volles Risiko, setzten für ihr erstes Europapokal-Abenteuer alle Segel und konnten als Konsequenz der ungewohnten Doppelbelastung mit einer durchwachsenen Superliga-Saison leben – Hauptsache, der Klassenerhalt würde am Ende herausspringen.

 

Dieses Unterfangen ist seit Sonntagabend zum neunten Mal in Folge unter Dach und Fach. Und es ist noch viel mehr herausgesprungen, obwohl einige landesweite Medien im Laufe der vergangenen Monate von „Auflösungserscheinungen“ und „Winterschlussverkauf“ bei SønderjyskE schrieben, als zahlreiche Stammkräfte mit einer Vertragsverlängerung zögerten, Erfolgstrainer Jakob Michelsen den Klub in Richtung Stockholm vorzeitig verließ und einige der besten Spieler verkauft wurden.

Hintergrund – Modus der Superliga: In der laufenden Saison hat die Superliga einen neuen Modus erhalten, sie wurde auf 14 Mannschaften aufgestockt. Nach dem 26. Spieltag spielen die sechs Mannschaften mit den meisten Punkten die Meisterschaft unter sich aus. Die bestehenden Punkte bleiben erhalten. Die acht Mannschaften auf den unteren Plätzen spielen die Abstiegsrunde.

 

Die Kultur bei SønderjyskE erweist sich in dieser Spielzeit als so stark, dass jede Figur ersetzbar ist. Selbst der Abgang der Schlüssel-Figur, des Trainers, im Winter stellte sich als verkraftbar heraus. Die Kultur hat wieder einmal das große Geld geschlagen. SønderjyskE hat es zum neunten Mal hintereinander allen Kritikern gezeigt und mischt wieder einmal dort mit, wo man eigentlich nicht hingehört. Vom Etat her schon gar nicht. Die anderen jütischen Traditionsklubs AGF, OB, Esbjerg fB, AaB oder Randers FC hat SønderjyskE erneut abgehängt, obwohl dort sehr viel mehr Geld fließt.

Für SønderjyskE ist die Zeit gekommen, sich ein neues Ziel zu stecken. Der Angriff auf eine Bronzemedaille ist gestartet.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 15:46 Uhr

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