zur Navigation springen

1. Bundesliga

27. September 2016 | 22:40 Uhr

Vor Spiel gegen FC Bayern München : HSV-Trainer Labbadia: „Meine Person darf kein Thema sein“

vom
Aus der Onlineredaktion

Am Samstag spielt der Hamburger SV gegen Bayern München. Eine unlösbare Aufgabe? Labbadia mahnt zur Pflichterfüllung.

Hamburg | Für den HSV-Trainer geht es am Samstag um viel: Bruno Labbadia hat im Kampf um seine Zukunft beim Hamburger SV eigentlich keine Chance, aber die will er nutzen. Verliert er mit dem HSV am Samstag (15.30 Uhr) gegen Bayern München, muss er wohl seinen Posten räumen. Dass der taumelnde Verein gegen den Rekordmeister seine Auferstehung feiert, kann auch Optimist Labbadia nicht erwarten. Ebenso wenig, dass er seinen Job behalten darf. „Darum geht es nicht“, entgegnet der Trainer des hanseatischen Fußball-Bundesligisten. „Es geht nur darum, dass wir ein Spiel vor der Brust haben.“

In den vergangenen 13 Spielen gegen die Bayern gab es zehn Niederlagen für den HSV und keinen Sieg. Torverhältnis: 6:47! Der letzte HSV-Erfolg (1:0) datiert aus dem Jahr 2009. Trainer damals: Bruno Labbadia.

Labbadia mahnt zur Pflichterfüllung, fordert Ruhe, um seine Profis auf die unlösbar wirkende Aufgabe gegen die Über-Bayern einzustellen. Alles andere, so meint er, spiele keine Rolle. In seine Seele will sich der Trainer, dessen zweite Hamburger Amtszeit nach 17 Monaten abzulaufen scheint, nicht blicken lassen. Er will die Diskussionen um seine Zukunft von den Spielern fernhalten. „Alles, was meine Person betrifft, spreche ich gar nicht erst an. Es darf kein Thema sein.“

Auf der Facebook-Seite des HSV kann man sich die Pressekonferenz von Donnerstag noch ansehen:

 

Nach drei Niederlagen in vier Spielen und nur einem Punkt ist der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer von seinem Coach abgerückt. Über die Gespräche mit HSV-Anteilseigner und Investor Klaus-Michael Kühne am Donnerstag wurde zwar nichts bekannt. Trotz gegenteiliger Bekundungen wird sich die Diskussion aber sehr wohl auch um den Trainerposten gedreht haben. Wer rund 30 Millionen Euro für neue Spieler opfert, der will auch Erfolge sehen. (Wer auf Bruno Labbadia folgen könnte, hat shz.de hier zusammengestellt).

Kühne, der in Spielerberater Volker Struth („Die Entscheidungen trifft der HSV alleine und unabhängig“) und dem einstigen Leverkusen-Manager Reiner Calmund Fußball-Sachverstand um sich geschart hat, schien schon vor Wochen nicht zu glauben, dass Labbadia das Team in Form bringen kann. Nach den blutleeren Vorstellungen der ersten Spieltage fühlt er sich bestätigt.

Die Hamburger sind unter Labbadia saisonübergreifend das schlechteste Bundesliga-Team des Jahres mit nur fünf Siegen und 20 Punkten aus 21 Spielen. Das spricht für Stagnation und Rückschritt. In der neuen Spielzeit ist der HSV auch eines der ungefährlichsten Teams. Kaum Chancen, kaum Torschüsse - und das, obwohl gerade die Offensive mit Filip Kostic, Bobby Wood, Alen Halilovic und Luca Waldschmidt verstärkt worden ist. Kostic' Einsatz gegen Bayern steht auf der Kippe. Der Serbe klagt über Leistenprobleme.

„Warum sind wir so gehemmt?“, fragt Labbadia. „Warum kriegen wird das nicht hin?“ Der Coach steht vor einem Rätsel. Die Saisonvorbereitung sei optimal gewesen, behauptet er. „Es passt nicht zu dem, was wir an Input gegeben haben.“ Dass er in seinem persönlichen Entscheidungsspiel ausgerechnet gegen die Bayern Antworten finden und die Wende erzwingen soll, erscheint ihm selbst fast aussichtslos. „Es wird wahnsinnig schwer. Die Bayern spielen so was von flexibel. Du kannst eine sehr gute Strategie haben, aber sie haben eine hohe Einzelqualität“, erklärt Labbadia.

Seinen Spielern schärft er ein: „Die kleine Chance, die da ist, wollen wir nutzen. Da müssen wir zupacken.“ Der Trainer will kämpfen. Seine Profis auch?

Niko Kovac hat unterdessen den Trend zu frühzeitigen Trainerdiskussionen in der Fußball-Bundesliga kritisiert. „Das ist eine negative Entwicklung. Ich kann doch nicht nach dem dritten Spieltag schon alles infrage stellen. Das ist nicht in Ordnung, das macht man nicht“, sagte der Coach von Eintracht Frankfurt am Freitag zur Lage bei den Ligarivalen Werder Bremen und Hamburger SV.

Niko Kovac ist für mehr Zurückhaltung.
Niko Kovac ist für mehr Zurückhaltung. Foto: Armin Weigel
 

Es werde in solchen Situationen zu schnell vergessen, was die Trainer geleistet haben. „Im Fußball gibt es immer wieder ein Auf und Ab. So früh in der Saison kann man nicht sagen, alles ist gut oder alles ist schlecht“, erklärte Kovac. Werder Bremen hatte sich in der Vorwoche von Viktor Skripnik getrennt, beim ebenfalls noch sieglosen HSV steht Bruno Labbadia vor dem Rauswurf.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2016 | 14:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen