zur Navigation springen

1. Bundesliga

04. Dezember 2016 | 19:33 Uhr

Fussball-Bundesliga : HSV gegen Werder Bremen: Das shz.de-Fanduell

vom

Der HSV gewinnt wegen seiner Fans und dem neuen Zusammenhalt, der Bremen-Fan setzt vier Argumente dagegen.

Maximilian Matthies: Warum der HSV gewinnt

Der Führende bei unserem redaktionsinternen Tippspiel glaubt an einen HSV-Sieg. Er - kein HSV-Fan - tippt zum ersten Mal in der aktuellen Spielzeit für die Hamburger, heißt: er ist überzeugt von der Aufbruchstimmung beim Bundesliga-Dino - und der Formschwäche der Bremer. Das sind viele. Ich auch. Das Nordderby könnte für den HSV das wichtigste Spiel der Saison werden. Durch einen Sieg. Die angeschlagenen Bremer kommen gerade richtig.

Das Team um den neuen Leitwolf Gotoku Sakai braucht dafür aber die Fans. Und der Mannschaftsrat ging den richtigen Weg, wandte sich in einem offenen Brief an die Anhänger und bat um Unterstützung. Und die wird da sein. Die Fans werden sich die Kehle aus dem Leib brüllen, Dampf und Frust ablassen, damit es nach einer Toransage heißt: „Bremen?“ „Nuuuuull“. 2500 Anhänger beim Auswärtsspiel gegen Hoffenheim machten dem Team schon Mut und hatten maßgeblichen Anteil am Punktgewinn.

Eingeschworen auf ihren Gegner von der Weser haben sich die HSV-Kicker drei Tage lang im Trainingslager. Devise: Kopf frei bekommen, nicht darüber nachdenken, was dieser Tage hinter den Kulissen rumort, sondern nur auf eines konzentrieren: Fußball. Wichtig auch: der Zusammenhalt. Und der ist spürbar.

<p>Die HSV-Mannschaft im Trainingslager im niedersächsischen Barsinghausen.</p>

Die HSV-Mannschaft im Trainingslager im niedersächsischen Barsinghausen.

Foto: dpa

Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann sagte nach dem vergangenen Spiel sowas wie, der HSV sei anders, als er in den Medien dargestellt werde – besser. Recht hat er.

Zwar plagen Markus Gisdol auch gegen Bremen Personalsorgen, doch er wird sie zu kompensieren wissen. Die spielerische Qualität beim HSV spricht in dieser Saison für sich, nur dass sie sich durch die ganze Unruhe im Umfeld noch nicht richtig entfalten konnte. Es braucht den Befreiungsschlag. Ein Tor gegen Bremen.

Die Werderaner, denen man nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt ihre Bundesliga-Tauglichkeit absprechen könnte, rangieren derzeit auf Tabellenplatz 16, Tendenz: abfallend. Der HSV hingegen drängt nach oben und könnte durch einen Sieg auf einen Punkt an Bremen heranrücken. Na dann: Es ist Zeit für den ersten Dreier und den nächsten gegen Bremen. Die letzten beiden Spiele hat der HSV das Nordderby ja auch gewonnen.

Ich bin ganz bei meinem Kollegen und seinem Tipp. Sagt er ein knappes Ergebnis voraus, gehe ich aber noch weiter: 4:1 für den HSV.

Dana Ruhnke: Warum Werder Bremen gewinnt

Seit fünf Minuten starre ich auf diesen Satz. Schon wieder Mal kam da heute so eine empfindliche Anfrage aus unserer Online-Redaktion. „Na, wollen wir uns zu Sonnabend duellieren? Mir fallen jetzt schon 1000 Gründe ein, warum der HSV gewinnt.“

Jahaa. Lustig. Mir auch. Aber darum soll es hier ja nicht gehen. 1000 Gründe…einer wäre ja schon mal ein Anfang. Kein Argument für Bremen ist, dass der Hamburger Sportverein noch kein Bundesliga-Spiel in dieser Saison gewinnen konnte. Diese Tatsache macht mir sogar eher Angst.

Denn leider ist es immer Werder Bremen, das am lautesten schreit, wenn es darum geht, mit solch unliebsamen Statistiken aufzuräumen: „Dieser Stürmer hat noch nie auswärts getroffen.“ - Komm nach Bremen! „Diese Mannschaft konnte in dieser Saison noch nie einen Rückstand drehen“ – Da wollen wir mal nicht so sein! Warum das so ist, keine Ahnung. Aber sobald ein Kommentator einen derartigen Satz über den jeweiligen Gegner fallen lässt, wird mir immer schon ganz anders und ich weiß: Heute ist es so weit!

Vielleicht ist es schon ein wenig durchgeklungen: Es fällt es mir als Werder-Anhänger gerade etwas schwer, optimistisch in das 105. Nord-Derby zu gehen. Ein historisch schlechter Saisonstart und dann dieses Frankfurt-Spiel. Die Spieler wirkten müde, häufig unsicher. Ist der Nouri-Effekt schon verpufft?

<p>Werders Coach: Alexander Nouri.</p>

Werders Coach: Alexander Nouri.

Foto: dpa
 

Ach was! Jetzt werde ich doch kurz trotzig. So lang’ die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende. Das wird ein hitziges Spiel, es geht um viel – mal wieder. Aber der HSV spielt zuhause, hat damit noch mehr Druck und MUSS gewinnen. Das spielt Werder in die Karten. Und dann haben wir ja auch noch einen Serge Gnabry und Tim „The Machine“ Wiese auf unserer Seite. Doch, ich lege mich fest: Wir machen das.

Auch wenn die vergangene Saison etwas anderes vermuten lässt - Derby kann Werder. Und Derby kann Alexander Nouri! Wo wir schon bei meinem ersten schlagenden Argument für einen Bremer Sieg wären:

1) Das Trainer-Duell

Alexander Nouri ist quasi ein Derby-Spezialist. Mit Werders U23 gewann er in 13 Spielen gegen die Reserve des HSV achtmal, machte dabei drei Tore. Gegen keinen Verein gewann und traf er häufiger. Auf der anderen Seite Markus Gisdol! Er trat als Trainer bisher sechsmal gegen Werder an – noch nie gelang ihm ein Sieg. Oh nein, schon wieder dieses „noch nie“ - schnell weiter im Text…

2) Die Rückkehrer

Gegen Frankfurt mussten sich Pizarro, Kruse und Bargfrede nach monatelanger Verletzungspause erstmal wieder reinfinden. Jetzt sind die drei eine Woche weiter. Und wenn auch vielleicht noch nicht bei 100 Prozent,  90 reichen locker für diesen HSV.

Ganz wichtig war außerdem die Nachricht Mitte der Woche, dass auch Lamine Sané nach seiner Knieverletzung wieder dabei ist. Er wird die zuletzt wackelige Bremer Defensive stabilisieren. Stichwort Bollwerk!

3) Die Bremer Urgesteine

Jeder einzelne Bremer auf dem Platz wird alles in die Waagschale werfen und sich den A…. aufreißen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es auf Bremer Seite noch echte Identifikationsfiguren gibt, denen das Nord-Derby wirklich was bedeutet und die ihre Mannschaft antreiben werden bis zum Umfallen:

Kapitän Clemens Fritz ist seit zehn Jahren bei Werder und hat schon sage und schreibe 14 Nord-Derbys in den Knochen. Nur eins weniger steht bei Pizarro zu Buche, der vor der vergangenen Saison zum dritten Mal nach Bremen zurückkehrte. Seine Handabdrücke zieren seit kurzem die Bremer „Mall of Fame“. Am längsten dabei ist Philipp Bargfrede, der schon seit 12 Jahren die grün-weiße Raute trägt. Mehr Werder geht kaum.

4) Schmuggelware

Ich bin im Stadion. Und ich komme nicht allein. Ich werde mich mit den Taschen voller Papierkugeln am Sicherheitspersonal vorbeimogeln. Der Rest ist Geschichte. Nimm das HSV!

Gut Kick!

zur Startseite

von
erstellt am 25.Nov.2016 | 17:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen