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1. Bundesliga

09. Dezember 2016 | 06:58 Uhr

Fussball-Bundesliga : HSV gegen Borussia Dortmund: Das shz.de-Fanduell

vom

Der BVB tut sich seit Jahren gegen den HSV extrem schwer. Der HSV-Fan hofft, der BVB-Fan zittert. Beide setzen auf Sieg.

Dortmund-Fan Joachim Dreykluft:

Am Samstag gehe ich mit schlechtem Bauchgefühl ins Volksparkstadion. Das liegt am Eintrittspreis, der schlicht um ein Drittel höher liegt als im mit Echter Liebe gesegneten Westfalenstadion. Hauptsächlich liegt es aber an der Statistik. Der letzte Sieg unserer Borussia in Hamburg war im Januar 2012. Zweimal Lewandowski, zweimal Kuba, einmal Großkreutz. Am Ende stand es 5:1.

Seitdem sorgt der BVB fast jährlich dafür, dass der HSV drei Punkte einfährt, so die Relegation erreicht und schließlich auch die Klasse hält. Die Jungs tun das nur mir zuliebe. Denn dadurch gibt es weiter Bundesligafußball in Hamburg und ich habe ein Mal im Jahr die Gelegenheit, meine Kohle bei Beiersdorfer abzuliefern.

Zum Spieltach:

Pierre-Emerick Aubameyang saß am Mittwoch gegen Sporting Lissabon aus „internen Gründen“ (zu spät von der Shoppingtour aus Mailand zurückgekommen) auf der Bank.
Pierre-Emerick Aubameyang saß am Mittwoch gegen Sporting Lissabon aus „internen Gründen“ (zu spät von der Shoppingtour aus Mailand zurückgekommen) auf der Bank. Foto: dpa/Bernd Thissen

Auba hat in Mailand Hut und Mantel gekauft und das Spiel gegen Lissabon auf der Tribüne gesessen, um sie uns Fans angemessen präsentieren zu können. Gegen den HSV ist er wieder dabei. Gut.

„Keine weiteren Verletzten“, sagt der Trainer auf der Pressekonferenz. Außer Guerreiro. Aber der hatte sich im Spiel gegen Sporting nicht aufgedrängt. Für Schmelzer sei es noch zu früh. Dann muss wohl Felix Passlack wieder hinten links ran. Auch gut.

 

Schürrle dürfte eingewechselt werden, der Trainer will aber „90 Minuten vermeiden“. Schade. Der frühere Fußball-Söldner hat sich als einer der Top-Einkäufe dieser Saison erwiesen.

Aber die Niederlagenserie gegen den HSV? „Die Aufgabe ist es, zu glauben, dass es ein solches Gesetz nicht gibt“, spricht der Trainer sich und der Mannschaft Mut zu. „Individuelle Klasse und ein paar Highlights“ sollen dann den Sieg bringen.

Also hoffe ich auf ein frühes 1:0, dass dann mit einer seit dem Mittwoch bewährten improvisierten Fünferkette über 85 Minuten unter zeitweiliger Mitwirkung von André Schürrle (natürlich wie Mittwoch links hinten) souverän gehalten wird. Danach bin ich mit den Nerven am Ende, aber die Serie ist gebrochen.

Die drei Punkte für die Teilnahme an der Relegation sichert sich der HSV dann bitteschön am 20. Dezember im Heimspiel gegen die Schlümpfe aus Gelsenkirchen.

 

HSV-Fan Miriam Richter:

Bonjour tristesse. Und zwar mal so richtig. Am vergangenen Sonntag habe ich etwas gemacht, was ich vorher noch nie gemacht habe. Ich habe nach dem 2:0 gegen Köln den Fernseher ausgemacht. Weil ich die Schnauze voll hatte. Weil ich sauer war. Sauer auf Bobby Wood mit seiner dämlichen und überflüssigen Roten Karte, sauer auf die Mannschaft, die bis dahin ganz gut mitgespielt hatte, danach aber auseinanderfiel - mal wieder.

Foto: Homepage Memecrunch
 

Wir HSV-Fans sind wirklich einiges gewohnt, aber irgendwann reicht es auch mal. Letzte Saison dann gegen Ende doch wieder nur mit Ach und Krach die Liga gehalten, die beiden Jahre davor die nervenaufreibenden Relegationsspiele. Schon nach der ersten Relegation 2014 gegen Greuther Fürth dachte ich: „Okay, einmal kann passieren. Aber danach geht es wieder bergauf. Der HSV dauerhaft im Keller, das ist ja so, als ob Ex-Werder Bremen-Torwart Tim Wiese Wrestler werden würde."

Tja, here we go - willkommen im November 2016: Der HSV ist letzter der Tabelle, hat nur zwei Punkte nach neun Spieltagen auf dem Konto, dafür aber schon drei rote Karten. Und Tim Wiese hat sein erstes Wrestling-Match gewonnen.

Da kommt der Aufbaugegner aus Lüdenscheid-Nord gerade recht. Von den zehn Bundesliga-Partien in der heimischen Arena seit der Saison 2006/2007 hat der HSV sieben gewonnen. Zweimal trennten sich beide Teams unentschieden, nur ein Heimspiel ging verloren. Das letzte Heimspiel am 20. November 2015 ging mit 3:1 an uns.

In Dortmund läuft auch nicht alles rund. Bayern schwächelt tatsächlich mal etwas, aber Dortmund hat die Chance nicht genutzt. Die lassen sich lieber von den Leipzigern den Rang als Bayern-Jäger-Nummer 1 ablaufen.

Was spricht noch für einen HSV-Sieg? Die letzten vier Pflichspiele an Uwe Seelers Geburtstag (5. November) hat der HSV gepunktet. Wichtiger Faktor: Am 80. Geburtstag  des HSV-Idols will man sich nicht blamieren. Auch wenn der Tabellenplatz etwas anderes sagt - der HSV hat durchaus guten Fußball gespielt. Im Volkspark gegen die Bayern hätten sie einen Punkt verdient. Die drei ersten Torhüter des HSV fallen vielleicht aus. René Adler hat Muskel, Ersatzkeeper Christian Mathenia hat Virus und Andreas Hirzel hat Muskelfaserriss.

 

Zugegeben, das klingt erstmal echt mies. Vielleicht muss Tom Mickel ran. Das wäre aber geradezu phänomenal, denn als er beim letzten Mal auflief, gab es einen 3:1 Sieg gegen Augsburg. Übrigens war das der letzte Bundesliga-Sieg der Rothosen.

Wenn man sich den letzten Post auf dem Facebook-Profil von Pierre-Michel Lasogga anguckt, reibt man sich verwundert die Augen.

 

Was!!! Sieg??? Ich hab doch keinen Spieltag verpasst. Nee, hab ich nicht, was hier so groß gefeiert wird, ist der Sieg gegen den Drittligisten Hallescher FC im DFB-Pokal. Pierre Michel, über solche Siegerfotos würden wir uns nach Bundesligaspielen noch mehr freuen. Dann wäre die Info, dass Tim Wiese sein Wrestling-Match gewonnen hat, auch viel besser zu ertragen. Es kann ja wohl nicht angehen, dass Wiese gewinnt - und wir nicht. Jungs, wir brauchen drei Punkte. Nur der HSV!!!

 

 

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von
erstellt am 04.Nov.2016 | 19:33 Uhr

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