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1. Bundesliga

07. Dezember 2016 | 21:19 Uhr

Riesen-Andrang bei Jahreshauptversammlung : Fan-Tumulte vor der Halle – Uli Hoeneß wieder Bayern-Präsident

vom

Uli Hoeneß eröffnet nach seiner Wahl sogleich die Jagd auf Tabellenführer Leipzig, den neuen Rivalen neben Dortmund.

München | Uli Hoeneß hat als Präsident des FC Bayern München gleich wieder seine frühere Angriffslust gezeigt. Nur wenige Minuten nach seiner Wahl auf der Jahreshauptversammlung sagte der 64-Jährige dem Tabellenführer und Emporkömmling RB Leipzig nach dessen nächstem Erfolg in der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg den Kampf an. „Leipzig hat 4:1 gewonnen. Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt endlich wieder attackieren können“, rief Hoeneß im Hochgefühl seiner Rückkehr an die Spitze des Rekordmeisters den mehr als 7000 Mitgliedern am Freitagabend zu. In der Pressekonferenz nach der Versammlung mochte er nicht mehr von einem Feind sprechen, sondern bezeichnete den Aufsteiger als „Rivalen“.

Zwischenzeitlich gab es großes Chaos bei der Jahreshauptversammlung. Da nicht alle Fans in die Halle, den Audi-Dome, konnten, wurde vom Verein ein zusätzliches Zelt mit Videoleinwand für die Mitglieder aufgestellt. Viele wollten sich jedoch bei der Rückkehr von Hoeneß nicht in ein Zelt abschieben lassen. In einem Video der Münchener „tz“ wird der Tumult deutlich:

 

Hoeneß setzt vor den Fans zu einem Erklärungsversuch an: „Es tut uns furchtbar leid...“ Und wurde sofort unterbrochen. „Absagen!“, schrien Fans. Ein aufgebrachtes Mitglied ruft: „Uli, wir sind alle wegen Dir hier!“ Die Fans skandieren: „Ihr seid schlimmer als der TSV.“ Die Anspielung auf den Münchener Stadtrivalen 1860, der allgemeinhin das Image eines Chaos-Cubs hat, trifft die Verantwortlichen direkt ins Gesicht. Neben Hoeneß standen mit versteinerten Gesichtern Karl Hopfner und Stadionsprecher Stephan Lehmann. Der Noch-Präsident und sein Nachfolger schüttelten angesichts des Tumults die Köpfe.

Drinnen in der Halle war es ein großer Abend für den Rückkehrer, der im Frühjahr 2014 nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung von seinen Ämtern beim deutschen Rekordmeister zurückgetreten war. Sieben Monate nach der Entlassung aus der Haft feiert er nun ein Comeback bei seinem Herzensverein. Über 97 Prozent der Mitglieder votierten für ihn. „Ich möchte mich bei Ihnen allen sehr herzlich bedanken. Und ich verspreche Euch, ich werde Euch nicht enttäuschen“, sagte Hoeneß. 108 Stimmberechtigte votierten mit nein. Dazu gab es 58 Enthaltungen.

Hoeneß will ein aktiver Präsident sein. Als Bindeglied, Kümmerer und Ratgeber will er im Verein fungieren und - „wenn es sein muss“ - auch in manchen Wochen sieben Tage arbeiten. Der langjährige Manager strebt auch wieder das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG an. Der Bundesliga-Krösus ist wirtschaftlich in Deutschland weiter die klare Nummer eins. 626,8 Millionen Euro Umsatz und 33 Millionen Gewinn konnten vermeldet werden - beides Rekord.

Am Samstagabend hofft Hoeneß auf ein Präsent der Profis. Der FC Bayern trifft im Topspiel (18.30 Uhr) auf Bayer Leverkusen. Dann soll der Rückstand auf die Leipziger mit einem Heimsieg wieder auf drei Punkte verkürzt werden. Der Herausforderer soll die Münchner Stars motivieren: „Gegner sind nicht leistungsmindernd, sondern eher leistungsfördernd.“

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erstellt am 26.Nov.2016 | 12:39 Uhr

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