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1. Bundesliga

10. Dezember 2016 | 08:08 Uhr

Fußball : Denkzettel für 96-Chef Kind - Wiederaufstieg ist das Ziel

vom

Der große Aufstand bei Hannover 96 fiel aus. Zwei Tage nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga hat Clubchef Martin Kind eine knifflige Situation bei der Mitgliederversammlung schadlos überstanden.

Seine vereinsinternen Kritiker verpassten ihm aber bei den Wahlen zum Aufsichtsrat einen kleinen Dämpfer. Sie sind zukünftig mit zwei Vertretern in dem Fünfer-Gremium dabei.

Welche Bedeutung hat der Aufsichtsrat?

Das Kontrollorgan bestimmt den Vorstandsvorsitzenden des Gesamtvereins Hannover 96 e.V. Dieses Amt kann Kind nun weiterhin ausüben. Der wichtigste Gesellschafter der Profi-Abteilung hatte engagiert für die Wiederwahl des alten Aufsichtsrates geworben. Doch nur Valentin Schmidt, Michael Beck und Veronika von Lintel setzten sich bei der spannenden Abstimmung durch. Die Initiative «Pro Verein 1896» ist durch Sebastian Kramer und Ralf Nestler vertreten.

Wie reagierte Kind nach dem Ende der Zitterpartie?

Der Unternehmer wirkte am späten Dienstagabend nach Auszählung der 753 gültigen Stimmen sichtlich erleichtert. «Wir haben jetzt für drei Jahre Planungssicherheit», sagte Kind und fügte gegen Mitternacht jovial hinzu: «Ich bin immer entspannt, arbeite nur zuviel.» Mit den neuen Leuten im Aufsichtsrat, die vor allem zu der 50+1-Regel eine andere Auffassung haben, will Kind konstruktiv zusammenarbeiten: «Ich setze da auf Vernunft.»

Wie reagierten die Mitglieder auf den Abstieg des Profi-Teams?

Der Unmut hielt sich überraschend in Grenzen, von Tumulten keine Spur. Nur ein Mitglied monierte die katastrophale Einkaufspolitik der Sportlichen Leitung: «Warum holt sich 96 jedes Jahr C-Promis und Dauerkranke?» Die rund 850 Mitglieder und Fördermitglieder klatschten lautstark. «Der Abstieg tut weh und war nach meiner Einschätzung nicht notwendig. Wir haben Fehler gemacht. Der sofortige Wiederaufstieg ist das Ziel», stellte Kind fest.

Mit welchem Konzept soll der Wiederaufstieg gelingen?

Trotz eines deutlichen Umsatz-Rückganges in der 2. Liga - allein bei den TV-Einnahmen brechen rund 20 Millionen Euro weg - sieht Kind den Verein wirtschaftlich gut aufgestellt. 98 Prozent der Sponsoren bleiben bei der Stange. Der Verein kalkuliert zunächst mit einem Minus von 15 Millionen Euro, darin sind mögliche Transfererlöse für Spieler wie Ron-Robert Zieler oder Hiroshi Kiyotoka aber nicht enthalten. «Ich hoffe, dass wir sportlich die richtigen Entscheidungen treffen», sagte der Clubchef.

Wer wird der 96-Trainer in der 2. Liga?

Als Favorit gilt Ex-Coach Mirko Slomka. Er hat bei Kind ein gutes Standing, ist bei Teilen der Fans aber umstritten. Der derzeitige Sechs-Spiele-Trainer Daniel Stendel kann auf drei Partien ohne Niederlage verweisen und ist bei Profis und Fans sehr beliebt. Die Spieler applaudieren ihm beim Training. Dennoch ist Stendel bei der Trainersuche nur Außenseiter. Einen erneuten Fehlgriff dürfen sich Kind und Manager Martin Bader nicht erlauben. Sonst könnte es bei der Jahreshauptversammlung 2017 noch erheblich ungemütlicher werden.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 12:56 Uhr

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