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1. Bundesliga

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Bundesliga : Allofs in Wolfsburg um Gelassenheit bemüht

vom

Das traditionelle VW-Fahrtraining des VfL Wolfsburg entwickelt sich für den Krisenclub zu einer verspäteten Teambuilding-Maßnahme. Der spät zusammen gestellte Kader soll nun endlich liefern. Die Verantwortlichen demonstrieren Ruhe und versichern: "Alles wird gut."

Ehra-Lessien (dpa) - Für einen unfreiwilligen Kalauer sorgte Klaus Allofs später an einem für den VfL Wolfsburg «ganz wichtigen» Tag. «Punkte? Was ist das?», fragte der Sportchef des Krisenclubs, als er auf seinen Punktestand angesprochen wurde.

Beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg wohlgemerkt - die VfL-Profis absolvierten auf der VW-Teststrecke im niedersächsischen Ehra-Lessien ein vom Clubeigner organisiertes Fahrtraining. Allofs' rhetorische Frage sorgte aber vor allem wegen der viel zu geringen Ausbeute von fünf Zählern aus fünf Bundesligaspielen für Gelächter.

«Ich hätte heute keine Bespaßung gebraucht als Ablenkung vom Alltag», sagte Allofs zu der Veranstaltung, die offiziell niemand als Maßnahme zur Krisenbewältigung verstanden wissen wollte. «Ich glaube, dass wir uns nicht in einer besonders außergewöhnlichen Situation befinden», meinte Allofs gar. Eine verblüffende Erkenntnis angesichts des erschreckend schwachen 1:2 zuletzt in Bremen und vier sieglosen Spielen des selbst ernannten Champions-League-Aspiranten am Stück.

Trotzdem hatten sich Mannschaft, Trainer Dieter Hecking und Sportchef Allofs am Dienstag immerhin zu einer Aussprache getroffen. 75 Minuten dauerte die Diskussion, es gab offensichtlich jede Menge Redebedarf. «Von allen ist klar gesagt worden, was nicht läuft. Die Sitzung hat uns ein Stück weiter gebracht», behauptete Allofs anschließend.

Das muss es auch im Hinblick auf das nächste Spiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Mainz, sonst droht eine ungemütliche Länderspielpause. Allmählich scheint die Stimmung im Fanlager zu kippen. Die Geduld ist auch angesichts des frustrierenden Saisonendes, als die VfL-Stars nach dem Champions-League-Aus nur noch lustlos über den Platz stolperten und eher mit Wechselwünschen für Aufsehen sorgten, langsam aufgebraucht. Auch mit teils neuem Personal erinnerten die Darbietungen auf dem Platz zuletzt verblüffend an das Frühjahr.

Dagegen wehrt sich Hecking indes vehement. «Es ist ganz falsch, den Eindruck kann ich nicht teilen. Diese Mannschaft lasse ich nie und nimmer im Regen stehen», sagte der Coach und verblüffte mit der Aussage: «Diese Mannschaft hat die vergangenen Wochen hervorragend gearbeitet.» Geradezu alarmierend war eine andere Feststellung nach immerhin schon fünf Spielen: «Jeder hat seine eigene Art, Fußball zu spielen. Bayern kommt über Ballbesitz, Dortmund kommt über schnelles Umschaltspiel. Wir sind noch auf der Suche, wofür wir stehen wollen.»

Eine Aussage, die Hecking später relativierte und erklärte: «Uns fehlen wichtige Spieler. Wir haben auch personelle Probleme.» In der Tat wurden gerade in Bremen Defensivstabilisator Luiz Gustavo und in der Offensive Neuzugang Daniel Didavi vermisst. Beides laut Trainer «wichtige Bestandteile», die verletzt noch einige Zeit fehlen.

Zudem sprach Hecking den problematischen Kaderumbau im Sommer an. Fast schon traditionell für den VfL wurden einige Transfers erst spät vollzogen, zudem wollte ein Großteil der Profis unbedingt weg. Bis zum Ende der Transferfrist am 31. August während der schon laufenden Saison hatte Hecking also keine Gewissheit, mit welchem Kader er künftig arbeiten würde. «Wir sind spät zusammen gekommen. Natürlich sind wir noch in der Findungsphase», sagte Hecking dazu.

Auch deshalb entwickelte sich eine verspätete Teambuilding-Maßnahme. «Das ist eine willkommene Abwechslung an einem Nachmittag, der auch ablenken soll», meinte Hecking, der ebenso wie Allofs auffallend oft Spieler zu Einzelgesprächen zur Seite nahm.

Glaubt man den VfL-Verantwortlichen, wird nun alles gut. «Wir brauchen keine Sorgen zu haben», meinte Hecking. Der Leiter der VW-Konzern-Kommunikation, Hans-Gerd Bode, hatte eine erstaunlich einfache Sicht der Dinge. «Die Sportler wollen doch alle gewinnen. Da stachelt jetzt einer den anderen an und dann geht das auch wieder», befand das Mitglied des Aufsichtsratspräsidiums.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 12:04 Uhr

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