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Ausland

04. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Englische Premier League : Leicester City wird Meister vom Sofa aus

vom

Das 2:2 von Verfolger Tottenham beim FC Chelsea besiegelt die erste Meisterschaft für Leicester in der Premier League.

England hat neue Fußball-Helden: Im Haus von Torjäger Jamie Vardy feierten die Leicester Profis am Montagabend vom Sofa aus die Meisterschaft in der Premier League. Schiedsrichter Marc Clattenburg war es, der die Partie zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur am Montagabend abpfiff. Beide Teams trennten sich 2:2 Unentschieden und ebneten damit den Weg für Leicester City. Zwei Spieltage vor Ende der Saison liegt Leicester nunmehr sieben Punkte vor Verfolger Tottenham.

Nicht Manchester City, nicht Manchester United, nicht der FC Arsenal oder Noch-Meister Chelsea: Die Überraschung der Saison ist das Low-Budget-Team aus den englischen Midlands. Seit dem 23. Spieltag führt der Verein aus der 300.000-Einwohner-Stadt die Tabelle an, begeisterte als Underdog und hatte zum Saison-Endspurt sämtliche Sympathien der Fußball-Welt.

Der Jubel des neuen englischen Meisters kannte keine Grenzen mehr - sie haben gerade eine der größten Sensationen im Weltfußball geschafft. Wie kleine Kinder fielen der deutsche Abwehrspieler Robert Huth und Co. übereinander her, schrien, kreischten und sprangen wild durcheinander. Der Ex-Schalker Fuchs zeigte bei Twitter die Jubelszenen, sein Video ist in kürzester Zeit zu einem großen Renner im Netz geworden. „CHAMPIONS!!!“, schrieb der österreichische Nationalspieler dazu.

„Ein unglaubliches Gefühl“, schilderte Torjäger und Englands Nationalstürmer Vardy seine Emotionen nach dem Titelgewinn. „Ich habe so etwas bislang noch nicht gekannt. Wir haben letztes Jahr gerade so die Klasse erhalten und werden am Samstag die Trophäe hochhalten. Es ist der größte Erfolg in der Geschichte eines großen Vereins und wir alle haben einen Teil dazu beigetragen.“ Glückwünsche an das Team von Trainer Claudio Ranieri gab es auch vom geschlagenen Verfolger Tottenham. „Zuerst möchte ich Claudio und seine Spieler beglückwünschen. Sie haben eine unglaubliche Saison gespielt und den Titel verdient“, sagte Trainer Mauricio Pochettino.

Vor der Villa des Superstars versammelten sich Hunderte Fans und huldigten ihren Idolen. Auch rund um das King Power Stadium in Leicester und in den Pubs der Stadt feierten die Anhänger die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.

„Leicester hat die Premier League gewonnen. Die größte sportliche Überraschung in meinem Leben und es ist mein Team“, jubelte der frühere englische Nationalstürmer und Leicester-Eigengewächs Gary Lineker bei Twitter. Chelsea-Verteidiger John Terry verneigte sich ebenfalls vor dem neuen Champ. „Gratulation an Leicester. Sie haben das in diesem Jahr überragend gemacht“, sagte der Ex-Nationalspieler.

„Leicesters fantastische Foxes haben der Premier-League-Elite eine Lektion erteilt“, schrieb die britische Zeitung „The Guardian“. Die erste Meisterschaft des Teams hat viele Gesichter. Angefangen von Trainer-Oldie Claudio Ranieri, der als griechischer Nationaltrainer 2014 nach dem 0:1 gegen die Färöer entlassen wurde. „Die Katastrophe des Jahrhunderts“, nannten ihn danach griechische Zeitungen. Jetzt hat der Coach Geschichte geschrieben.

Auch die Mannschaft hat viele Geschichten. Neben dem Ex-Nationalspieler Huth (Ranieri: „Er ist ein harter Junge mit einer großen Persönlichkeit und Charakter, er gibt uns Selbstvertrauen.“) waren sportlich Torjäger Jamie Vardy, Offensiv-Dribbler Riyad Mahrez und Mittelfeld-Motor N'Golo Kante herausragend.

Nicht ohne Grund belegten diese drei Leistungsträger bei der Wahl zum Fußballer Jahres durch den englischen Sportjournalistenverband „Football Writer's Association“ die Plätze eins bis drei. Auch frühere Bundesligaprofis hatten ihren Anteil am Titel. Christian Fuchs, vor der Saison ablösefrei vom FC Schalke 04 gekommen, ist als Linksverteidiger gesetzt, Rekord-Einkauf Shinji Okazaki (Mainz 05) wirbelte mit Vardy im Angriff.

Auch die Stadt ist mächtig stolz auf seine Helden. Die Schaufensterpuppen in der Stadt tragen Leicester-Trikots, und selbst die Statue Richards III. ziert ein Fanschal. Die Überreste des mittelalterlichen Monarchen wurden 2012 unter einem Parkplatz im Zentrum von Leicester entdeckt. Auch eine dieser Sensationen.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 08:06 Uhr

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