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Sport

09. Dezember 2016 | 01:10 Uhr

WM-Skandal : FIFA-Ethikermittler fordern zwei Jahre Sperre- Wolfgang Niersbach will sich wehren

vom

Es wird eng für Wolfgang Niersbach. Die FIFA-Ermittler fordern eine Sperre von zwei Jahren gegen den zurückgetretenen DFB-Präsidenten. Niersbach werden mehrere Ethik-Verstöße vorgeworfen.

Zürich | Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach will mit allen Mitteln gegen eine drohende Sperre durch die FIFA-Ethikkommission vorgehen. Einen möglichen Verzicht auf seine Ämter beim Fußball-Weltverband und der UEFA ließ er in einer schriftlichen Stellungnahme am Freitag unerwähnt. Es sei für ihn „eine Frage der Ehre und zur Wahrung meiner persönlichen Rechte erforderlich, diesem Antrag mit allen möglichen Rechtsmitteln entgegenzutreten“, teilte Niersbach auf Anfrage mit.

Dem früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach drohen im Zuge der Affäre um die WM 2006 eine lange Sperre und der Verlust seiner Ämter bei der FIFA und UEFA. Die Untersuchungskammer der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands FIFA fordert einen Bann von zwei Jahren gegen den damaligen Vizechef des Organisationskomitees der Weltmeisterschaft in Deutschland. Die Rechtsprechende Kammer eröffnete ein offizielles Verfahren, wie der Fußball-Weltverband am Freitag mitteilte.

Die Ermittler unter dem Vorsitz des Schweizers Cornel Borbély werfen Niersbach Verstöße gegen vier Paragrafen des FIFA-Ethikcodes vor: Allgemeine Verhaltensregeln, Loyalität, Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht und Interessenskonflikte.

Die Untersuchungskammer fordert neben dem Bann für alle Fußballaktivitäten auch eine Geldstrafe von 30.000 Schweizer Franken (27.000 Euro). Niersbach hat nun die Gelegenheit, sich zu verteidigen und kann eine Anhörung beantragen. Über eine mögliche Strafe entscheidet nun die Rechtsprechende Kammer unter dem Vorsitz des Australiers Alan Sullivan. Der reguläre Chef des Gremiums, Hans-Joachim Eckert, tritt wie üblich als Landsmann des Beschuldigten nicht in Aktion.

Der 65 Jahre alte Niersbach war im Zuge des WM-Skandals zwar als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurückgetreten, sitzt als deutscher Vertreter aber noch immer im Council der FIFA und im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA.

Kurzbiografie: Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

30. November 1950 in Rommerskirchen-Nettersheim geboren

1973-1987: Sportjournalist beim Sport-Informationsdienst

1987-1988: Pressechef im Organisationskomitee (OK) der Fußball-EM
 

1988-2001: DFB-Pressechef und Medien-Direktor

2001-2006: Vizepräsident im OK der Fußball-WM 2006

2006-2007: DFB-Direktor Team-Management/Jugend/ Talentförderung/Trainerwesen

2007-2012: DFB-Generalsekretär

2.3.2012 - 9.11.2015: DFB-Präsident

seit 24.5.2013: UEFA-Exekutivmitglied (gewählt bis Mai 2017)

seit 29.5.2015: FIFA-Exekutivmitglied, inzwischen FIFA-Councilmitglied (gewählt bis Mai 2019)

 

Vor knapp zwei Monaten hatte die Ethikkommission offiziell Ermittlungen gegen die deutschen WM-Macher eingeleitet. Das Verfahren richtet sich neben Niersbach auch gegen Franz Beckenbauer, Helmut Sandrock, Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger und Stefan Hans.

Grundlage der FIFA-Ermittlungen ist der Untersuchungsbericht der Wirtschaftskanzlei Freshfields, die vom DFB mit der Aufklärung der Affäre beauftragt worden war. Nach Erkenntnissen dieser internen Ermittlungen wusste Niersbach spätestens im Juni 2015 von verdächtigen Geldflüssen rund um die WM-Vergabe, hatte das DFB-Präsidium aber monatelang bewusst nicht darüber informiert. „Was die WM angeht, habe ich für mich ein absolut reines Gewissen“, sagte Niersbach der „Welt am Sonntag“ Anfang März. „Was die Vorgänge ab Sommer 2015 angeht, muss ich bekennen, dass ich mich bemüht habe, Klarheit in die Sache zu bringen. Rückblickend muss ich sagen, dass ich das Präsidium früher hätte informieren sollen. Das bedaure ich.“

In ihrem mehr als 300-seitigen Report hatten die Freshfields-Ermittler Anfang März veröffentlicht, dass es zwar zum damaligen Stand keine Beweise für einen Stimmenkauf vor der Vergabe der WM im Jahr 2000 gebe. Man könne diesen Verdacht gegen die deutschen WM-Bewerber aber auch nicht entkräften.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 12:54 Uhr

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