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Sport

27. September 2016 | 22:40 Uhr

Fifa : Bundesgerichtshof hebt Zwangsabstieg des Fußball-Clubs SV Wilhelmshaven auf

vom

Der SV Wilhelmshaven war kein Mitglied im Deutschen Fußball-Bund (DFB) und wehrte sich gegen den Abstieg - zu recht, sagt der BGH.

Karlsruhe | Der Fußball-Club SV Wilhelmshaven fordert nach seinem Sieg vor dem Bundesgerichtshof die Wiedereingliederung in die Regionalliga und Schadenersatz. Der Verein habe durch den Zwangsabstieg Einbußen in siebenstelliger Höhe erlitten, sagte Aufsichtsrat Harald Naraschewski nach der Urteilsverkündung am Dienstag in Karlsruhe. „Wir waren immer zu einer gütlichen Regelung bereit und sind es auch jetzt.“ In der Bringschuld seien aber der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV). „Es steht fest, dass man dem Verein Unrecht getan hat.“

 

Der BGH hatte die vom Weltverband FIFA verhängte Strafmaßnahme in letzter Instanz für unwirksam erklärt, weil es in der Satzung des für den Vollzug zuständigen NFV dafür keine ausreichende Grundlage gab. Wilhelmshaven spielt inzwischen in der Bezirksliga. Anlass für den Zwangsabstieg zum Ende der Saison 2013/14 war die Weigerung des SVW, eine hohe Ausbildungsentschädigung zu zahlen.

Chronologie des Falls

Januar 2007: Der SV Wilhelmshaven verpflichtet den Spieler Sergio Sagarzazu, einen Argentinier mit italienischem Pass. Er bestreitet elf Partien für den Club in der Regionalliga.

Dezember 2008: Die FIFA legt eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von insgesamt 157.500 Euro fest. Das Geld soll Wilhelmshaven an die argentinischen Clubs River Plate und Atletico Excursionistas zahlen. Der SVW weigert sich, das zu tun.

Oktober 2009: Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigt die Ausbildungsentschädigung. Wilhelmshavenweigert sich weiter.

März 2012: Der damals noch für die Regionalligen verantwortliche Deutsche Fußball-Bund (DFB) zieht Wilhelmshavenauf Anweisung der FIFA sechs Punkte in der laufenden Runde ab. Weil die Ligen umstrukturiert werden, kann der Verein dadurch nicht absteigen.

August 2012: Wieder werden dem SVW sechs Punkte abgezogen. Nach der Ligenreform ist inzwischen der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) zuständig und erfüllt den FIFA-Auftrag.

Oktober 2012: Die Disziplinarkommission der FIFA ordnet den Zwangsabstieg an. Klagen des SVW vor Sportgerichten scheitern.

Februar 2014: Der NFV macht es offiziell - Wilhelmshaven muss zum Ende der Saison 2013/14 absteigen.

April 2014: Das Landgericht Bremen weist die Klage des SVW gegen den Zwangsabstieg ab.

Spielzeit 2014/15: Nach dem Zwangsabstieg erhält der Verein keine Lizenz für die Oberliga. Es geht in der Landesliga weiter.  

Dezember 2014: Das Oberlandesgericht Bremen erklärt den Zwangsabstieg für unwirksam. Die Ausbildungsentschädigung verstoße gegen EU-Recht. Der NFV geht in Revision, der Fall erreicht den Bundesgerichtshof (BGH).

Spielzeit 2015/16: Der SVW steigt aus der Landesliga ab. Der Club spielt jetzt in der Bezirksliga.

5. Juli 2016: Der BGH in Karlsruhe verhandelt den Fall und kündigt sein Urteil für September an.

20. September 2016: Der BGH erklärt den von der FIFA verhängten Zwangsabstieg des SV Wilhelmshaven für unwirksam.

Der Club hatte sich geweigert, für einen früheren Spieler eine nach den FIFA-Regularien fällige Ausbildungsentschädigung zu zahlen, insgesamt 157.500 Euro. Zur Strafe ordnete die FIFA 2012 den Zwangsabstieg an, der SVW flog zum Ende der Saison 2013/14 aus der Regionalliga Nord.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 11:18 Uhr

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