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Sport

04. Dezember 2016 | 07:12 Uhr

US Open 2016 : Angelique Kerber ist neue Nummer eins der Tennis-Weltrangliste

vom
Aus der Onlineredaktion

Serena Williams scheidet im Halbfinale der US Open aus. Damit wird Kerber die zweite deutsche Nummer eins im Damen-Tennis.

New York | Angelique Kerber hat bei den US Open ihr drittes Grand-Slam-Endspiel in diesem Jahr erreicht und als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf die Führung in der Weltrangliste übernommen. Die 28-Jährige aus Kiel gewann am Donnerstag im Halbfinale gegen die Dänin Caroline Wozniacki 6:4, 6:3 und zog zum ersten Mal in ihrer Karriere in New York in das Finale ein.

Dort trifft Kerber am Samstag (22 Uhr MESZ/Eurosport) auf Karolina Pliskova. Die Tschechin warf im ersten Halbfinale Serena Williams aus dem Turnier und sorgte schon damit für den Wechsel an der Spitzenposition. Vom kommenden Montag an wird Kerber 19 Jahre nach Steffi Graf die beste Tennisspielerin auf der WTA-Tour sein.„Das ist einfach unglaublich. Es ist ein großartiger Tag. Hier zum ersten Mal im Finale zu stehen und die Nummer eins der Welt zu sein, klingt toll“, sagte Kerber. „Die erste Deutsche seit Steffi zu sein, ist fantastisch. Ich denke, sie ist stolz auf mich.“

Vor knapp 20.000 Zuschauern im nicht vollbesetzten Arthur-Ashe-Stadium präsentierte sich Kerber im Gegensatz zu manchen Drucksituationen der Vergangenheit nervenstark und fokussiert. 5:1 führte sie im zweiten Satz, ehe Wozniacki ihr Aufschlagspiel durchbrachte zum 5:2. Kerber servierte zum Matchgewinn, kassierte zwar ein Break, sicherte sich aber nach 88 Minuten dann den Sieg.2011 begann mit dem überraschenden Halbfinal-Einzug in New York ihr Aufstieg, fünf Jahre später krönt sie ihre herausragende Saison: Bei den Australian Open kürte sich Kerber zur ersten deutschen Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf 1999, trat beeindruckend in ihrem ersten Wimbledon-Finale auf und verlor nur knapp gegen Williams. In Rio verspielte sie zwar Olympia-Gold gegen Tennis-Nobody Monica Puig aus Puerto Rico, unterstrich aber ihre Reife und mentale Stärke. Kurz vor den US Open hatte sie beim WTA-Turnier in Cincinnati bereits die Chance auf Platz eins im Ranking, unterlag aber Pliskova.

Der Grundstein wurde vor fünf Jahren gelegt

Kerber dagegen wird 19 Jahre nach Steffi Graf von Montag an die beste Tennisspielerin auf der WTA-Tour sein. „Wenn es so kommt, wäre das unglaublich“, hatte die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio zuletzt gesagt. „Ich konzentriere mich hier jetzt nicht auf die Nummer eins, sondern auf Matches, die ich gewinnen möchte. Ich fühle mich gut. Schauen wir mal, was die nächsten Tage und Wochen so bringen“, sagte sie nach ihrem Achtelfinal-Einzug.

2011 begann mit dem überraschenden Halbfinal-Einzug in New York ihr Aufstieg, fünf Jahre später krönt sie ihre herausragende Saison: Bei den Australian Open kürte sich Kerber zur ersten deutschen Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf 1999, trat beeindruckend in ihrem ersten Wimbledon-Finale auf und verlor nur knapp gegen Williams. In Rio verspielte sie zwar Olympia-Gold gegen Tennis-Nobody Monica Puig aus Puerto Rico, unterstrich aber ihre Reife und mentale Stärke. Kurz vor den US Open hatte sie beim WTA-Turnier in Cincinnati bereits die Chance auf Platz eins im Ranking, unterlag aber Pliskova.

 

Nur Steffi Graf war vor Kerber als deutsche Tennisspielerin die weltweite Nummer eins. 377 Wochen lang führte Graf die Wertung an, am 31. März 1991 verlor sie die Position an die Schweizerin Martina Hingis. Williams stand insgesamt 309 Wochen auf Platz eins, zuletzt egalisierte sie mit 186 Wochen am Stück den Rekord von Steffi Graf.

Die sechsmalige US-Open-Siegerin verpasste durch die Niederlage gegen die 1,86 Meter große Pliskova auch ihren 23. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier und liegt in dieser Kategorie damit weiter gleichauf mit Graf. Im Halbfinale leistete sich Williams 31 unerzwungene Fehler. Nach 86 Minuten unterlief ihr beim Matchball ein Doppelfehler - Pliskova erreichte ihr erstes Grand-Slam-Finale und Kerber wurde als Zuschauerin zur neuen Nummer eins im Damen-Tennis.

Gratulation kam bereits von prominenter Seite: „Meine größte Wertschätzung...“, schrieb der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker am Freitag auf Twitter. Becker war 1991 bei den Herren die Nummer eins und trainiert den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, der bei den US Open am Freitag sein Halbfinale bestreitet.

Die bisherigen Weltranglisten-Ersten im Damen-Tennis:

Spielerin erstmals Nummer eins Wochen auf Platz eins
Chris Evert (USA) 3. November 1975 260
Evonne Goolagong (Australien) 26. April 1976 2
Martina Navratilova (Tschechoslowakei) 10. Juli 1978 332
Tracy Austin (USA) 7. April 1980 21
Steffi Graf (Brühl) 17. August 1987 377
Monica Seles (Jugoslawien) 11. März 1991 178
Arantxa Sanchez-Vicario (Spanien) 6. Februar 1995 12
Martina Hingis (Schweiz) 31. März 1997 209
Lindsay Davenport (USA) 12. Oktober 1998 98
Jennifer Capriati (USA) 15. Oktober 2001 17
Venus Williams (USA) 25. Februar 2002 11
Serena Williams (USA) 8. Juli 2002 309
Kim Clijsters (Belgien) 11. August 2003 20
Justine Henin (Belgien) 20. Oktober 2003 117
Amélie Mauresmo (Frankreich) 13. September 2004 39
Maria Scharapowa (Russland) 22. August 2005 21
Ana Ivanovic (Serbien) 9. Juni 2008 12
Jelena Jankovic (Serbien) 11. August 2008 18
Dinara Safina (Russland) 20. April 2009 26
Caroline Wozniacki (Dänemark) 11. Oktober 2010 67
Viktoria Asarenka (Weißrussland) 30. Januar 2012 51
Angelique Kerber (Kiel) 12. September 2016 ?
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erstellt am 09.Sep.2016 | 07:12 Uhr

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