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Sport

07. Dezember 2016 | 11:38 Uhr

Nachfolger von Michel Platini : Aleksander Ceferin ist neuer UEFA-Präsident

vom

„Ich bin kein Showman, keine Egomane und kein Mann unhaltbarer Versprechen“, sagt der neue UEFA-Präsident Ceferin.

Athen | Aleksander Ceferin ist mit großer Mehrheit zum Nachfolger von UEFA-Präsident Michel Platini gekürt worden. Der neue starke Mann der Europäischen Fußball-Union setzte sich am Mittwoch beim außerordentlichen UEFA-Kongress in Athen gegen Michael van Praag aus den Niederlanden mit 42:13-Stimmen durch. Der 48-Jährige krönte damit seine Blitzkarriere vom bislang nur Insidern bekannten slowenischen Verbandschef zu einer der einflussreichsten Figuren im internationalen Fußball-Geschäft.

Alksander Ceferins Vorgänger Michel Platini war wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter aus dem Jahr 2011 zunächst von der FIFA-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden. Der Bann wurde später durch die Berufungskommission und den Internationalen Sportgerichtshof CAS um je zwei auf insgesamt vier Jahre reduziert. Am 9. Mai erklärte Platini seinen Rücktritt, die Position blieb danach frei.

„Wir sind die Wächter des schönen Spiels. Diese Verantwortung ist mein Kompass und ich möchte die Balance zwischen allen Akteuren bewahren“, sagte Ceferin in seiner eher sachlichen Wahlrede. In seiner ersten Amtszeit muss er die UEFA angesichts der Skandalwirren um Vorgänger Platini und der Unzufriedenheit vieler kleiner Verbände im Verteilungskampf um die Champions-League-Milliarden nach innen wie außen stabilisieren.

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) um Präsident Reinhard Grindel hatte sich für Ceferin ausgesprochen und erwartet von ihm mehr Transparenz und einen moralischen Neuanfang. Der neue UEFA-Chef wurde nur bis zum Frühjahr 2019 gewählt. Dann hätte das Mandat des wegen Ethikvergehen gesperrten Platini eigentlich geendet. In Ceferins verkürzter Amtszeit wird auch die EM-Gastgeberrolle 2024 bestimmt, um die sich der DFB bewerben will.

Michel Platini: „Ich habe ein ruhiges Gewissen“

Vor der Wahl beschäftigte sich die UEFA aber mit ihrer Vergangenheit. Noch einmal durfte der unfreiwillig scheidende Chef Platini reden, zeigte sich dabei weiter keiner Schuld bewusst und wurde von den Delegierten mit freundlichem Applaus verabschiedet. „Sie müssen nur wissen, dass ich ein ruhiges Gewissen habe und ich überzeugt bin, keinen einzigen Fehler gemacht zu haben“, sagte der Franzose bei seiner rund achtminütigen Ansprache.

Michel Platini verabschiedete sich beim UEFA-Kongress.
Michel Platini verabschiedete sich beim UEFA-Kongress. Foto: Yannis Kolesidis

Van Praag hatte in seiner Rede die Delegierten nicht mehr überzeugen können. Mit Zitaten von Rolling Stones Frontmann Mick Jagger versuchte er Skepsis aufgrund seines Alters zu entkräften. Programmatisch hatte der 68-Jährige allerdings keine revolutionären Ideen parat. Sein Vorschlag das Alterslimit von 70 auf 75 Jahre anzuheben, steht den sonstigen Reformbestrebungen in der von Skandalen erschütterten Funktionärswelt entgegen.

Ceferin deutete einen Vier-Punkte-Plan an, der unter anderem die Diskussion über Mandatsbeschränkungen und die Einführung einer Compliance-Abteilung vorsieht. Kritik an fehlender Erfahrung im Funktionärsbusiness wies er zurück. „Wenn man immer laut sagt, ein Anführer zu sein, ist man es wahrscheinlich nicht“, betonte der Rechtsanwalt. „Ich bin kein Showman, keine Egomane und kein Mann unhaltbarer Versprechen“, ergänzte er.

Berichte, nur ein vorgeschobener Kandidat anderer Führungskräfte zu sein, hatte er immer energisch zurückgewiesen. „An einem Tag bin ich die Marionette von (FIFA-Präsident Gianni) Infantino, am nächsten Tag die Marionette von Platini, am dritten Tag eine russische Marionette. Die Leute haben offensichtlich ein Problem damit, zu verstehen, dass ich unabhängig bin.“

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erstellt am 14.Sep.2016 | 11:34 Uhr

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