Neue Dalben für die Weichen
Noch fliegen die Funken: Ein Stahlarbeiter schweißt den neuen Poller auf einen Stahl-Dalben.
Es knallt am Ufer des NOK. Der Boden des alten Weichenwärter-Häuschens in Groß-Nordsee vibriert. Ein 47 Meter hoher Schlaghammer donnert auf ein 24 Meter langes Stahlrohr. In der Weiche werden die alten Holzdalben durch neue Stahlkonstuktionen ersetzt.
"Die Holzdalben haben eine Lebensdauer von höchstens 15 Jahren. Bei den Stahlrohren rechnen wir mit 40 Jahren", sagt Ingenieur Thomas Schwarz, Projektleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau. Starke Witterungseinflüsse und der Schiffsbohrwurm ("Teredo navalis") setzen den Holzbalken immer wieder zu, lassen sie schneller morsch werden.
Gummi verhindert Funkenflug
An seinen zwölf Weichen ist der Kanal so breit, dass große Schiffe aneinander vorbeifahren können. Weil sie dabei näher ans Ufer müssen, verhindern die Dalben, dass sie in die Böschung laufen. Bisher bildeten 16 Holzbalken einen solchen Dalben. Jetzt ist es nur noch ein Stahlrohr. Damit beim Aufprall keine Funken fliegen, ist der Stahl durch "Gummimatten" (so genannte Schutzfender) geschützt. "Wird ein Dalben beschädigt, lässt er sich künftig viel schneller reparieren", erklärt Schwarz. Ein weiterer Vorteil neben der längeren Lebensdauer, der die hohen Investitionskosten von 9,5 Millionen Euro rechtfertigt. Dritter Vorteil: Die Stahlkonstrukte sind belastbarer. Der Abstand zwischen zwei Dalben beträgt dadurch nicht mehr 25 Meter, sondern 33 Meter. Schwarz: "Deshalb brauchen wir 30 Prozent weniger Dalben in einer Weiche."
Etliche Stahlpfosten sind auf der Baustelle bereits in den Kanalboden gerammt. Jeden Werktag zwischen 7 und 18 Uhr sind die Handwerker dabei, die alten Holzbalken zu ziehen, Schutzfender um die neuen Rohre zu legen und neue Poller zu montieren. Doch nicht immer läuft alles nach Plan. Welche Probleme die Bauarbeiter haben und wie sie sie lösen, zeigt unser Video.
Auch die Poller sind eine Neukonstuktion
Weil die Schiffe nicht nur an den Dalben entlang fahren, sondern manchmal auch daran festmachen, gibt es auch komplett neue Poller. Sie sind nicht mehr rund, sondern kantig. Das erleichtert vor allem bei einer hohen Bordwand die Arbeit für die Seeleute, sagt Schwarz.
Ende Juni sollen alle neuen Dalben in Groß-Nordsee stehen, bis September werden sie dann im Alltag getestet. "Wenn sie sich bewähren, ersetzen wir nach und nach alle Holzdalben in den zwölf Weichen durch Stahl", sagt Schwarz.






