Digitalfunk und neue Boote für die Lotsen
Seine Augen glänzen wie die Sonne auf dem Elbwasser: Lotsen-Ältermann Michael Hartmann am neuen Digitalfunk. (Foto: Mormann)
Die Lotsen in Brunsbüttel steuern neuen Zeiten entgegen. Nach 112 Jahren im alten Lotsenhaus an der Mole I haben sie im September einen Neubau bezogen. 2,65 Millionen Euro hat der Bund dafür ausgegeben. Das Gebäude wird Arbeitsplatz für 133 Kanal- und 242 Elblotsen sein.
"Unser größter Gewinn ist die neue Technik, wir warten sehnsüchtig auf den Digitalfunk", sagt Michael Hartmann (53), Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I. Denn oft überlagern sich die Ukw-Frequenzen, über die sich die Lotsen jetzt mit den Schiffen verständigen. "Es kommt vor, dass wir mit einem Kapitän absprechen, wann wir an Bord kommen und gleichzeitig hören, wie ein Offizier auf einem anderen Schiff über Zahnschmerzen klagt", erzählt Hartmann. Mit der neuen Technik soll das nicht mehr passieren. Acht Funkkanäle haben dann die Lotsen ganz für sich alleine.
Das neue Lotsenhaus ist aber erst der Anfang einer ganzen Reihe von Investitionen in den Kanal. Das Berliner Verkehrsministerium hat bereits zugesagt, die drei Lotsenboote gegen neue Schiffe mit Doppelrumpf zu ersetzen. "Sie liegen bei Wellengang viel besser im Wasser. Das erste könnte schon kommendes Jahr fahren", sagt Hartmann. Und auch den Bau der dritten großen Schleusenkammer für 280 Millionen Euro begrüßt er - schließlich fahren wegen der Binnenhäfen laut Wasser- und Schifffahrtsamt ein Drittel mehr Schiffe durch die Schleusen in Brunsbüttel als in Kiel-Holtenau. Auf dem gesamten Kanal soll der Verkehr in diesem Jahr um zehn Prozent zunehmen.






