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Wirtschaft

01. September 2014 | 15:39 Uhr

Energieversorger : Strompreise steigen fast überall kräftig

vom

Steigerungen im zweistelligen Bereich: Landesweit erhöhen die Stromanbieter zum Jahreswechsel ihre Preise. Die Stadtwerke Neumünster liegen mit 14,3 Prozent an der Spitze.

Kiel | Das hat der Norden bislang noch nicht erlebt: zweistellige Strompreis-Steigerungen. Mit Ausnahme zweier kleiner Stadtwerke in Wilster und Niebüll , die nur moderat erhöhen, kündigen alle Energieversorger zwischen Flensburg und Ratzeburg für 2013 saftige Tarifsteigerungen an.
Den Vogel schießt Neumünster mit 14,3 Prozent ab. Kunden müssen dort für die Kilowattstunde künftig 3,21 Cent mehr zahlen - das macht für einen Drei-Personen-Haushalt Mehrkosten von rund 120 Euro pro Jahr. Als Grund für den massiven Anstieg nennen alle Energieversorger die Erhöhung der Ökostromumlage (EEG-Umlage) die künftig mit 5,277 Cent zu Buche schlägt (2002: 0,35 Cent). Zudem treiben Netzgebühren, Entlastungen für Großunternehmen, Sonderabgaben für Offshore-Windkraft und die höhere Mehrwertsteuer den Strompreis nach oben.

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"Wir haben alles ausgereizt"

"Wir sind die Prügelknaben. Wir schreiben die Rechnungen", beschreibt Mathias Stein von den Neumünsteraner Stadtwerken die Lage. Man werde von der Politik gezwungen, Preissteigerungen zu rechtfertigen, für die man nicht verantwortlich sei. Im Gegenteil: Die meisten Stadtwerke hätten günstige Einkaufspreise erzielt und diese weitergegeben. "Wir haben alles ausgereizt", sagt Stein. Auch sein Rendsburger Kollege Kenneth Clausen räumt resigniert ein: "In solch einer Größenordnung können wir die staatlichen Mehrkosten auf keinen Fall kompensieren".
Der staatliche Anteil am Strompreis ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und beträgt mit 49 Prozent mittlerweile fast die Hälfte. Bundesweit haben nach Angaben des Vergleichsportals Verivox bislang 195 Stromversorger Tariferhöhungen von bis zu 19 Prozent angekündigt. Heute läuft die Frist ab, bis zu der die ab Januar gültigen Aufschläge angezeigt werden müssen. Stadtwerke, die erst zum Februar oder März erhöhen, haben also noch Zeit. Eon Hanse, Schleswig-Holsteins großer Flächenversorger hat die Frist voll ausgeschöpft und verkündet heute, dass der Preis für einen Drei-Personen-Haushalt ab Januar um 11,5 Prozent steigt. Damit liegt der Konzern geringfügig unter Vattenfall, der in Hamburg als Grundversorger 12,9 Prozent mehr kassiert.
Auch 2011 hatten viele Versorger an der Preisschraube gedreht. Mit im Schnitt 6,7 Prozent war es die bis dahin deutlichste Anhebung. Sie wird jetzt getoppt. Wohl auch deshalb regt sich in der schwarz-gelben Koalition in Berlin Kritik am schnellen Ökostrom-Ausbau. Die FDP fordert eine grundlegende Reform des EEG-Gesetzes noch vor der Bundestagswahl. Ähnlich wie die Verbraucherzentralen machen sich die Liberalen für eine Strompreis-Bremse stark. Die höheren Mehrwertsteuereinnahmen - geschätztes Plus: vier Milliarden Euro jährlich - sollen an die Bürger zurück gegeben werden - indem man zum Beispiel die Stromsteuer senkt.

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von kim
erstellt am 20.Nov.2012 | 01:07 Uhr

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01. | Frank W. | 20.11.2012 | 12:35 Uhr
Paketpreis

Was soll ich denn mit 4700 KW wenn ich nur 3700 KW verbrauche?

02. | Hugo T. | 20.11.2012 | 10:09 Uhr
Kalle, Kalle, Kalle!

Herr Lenz, solche Tarfie sind speziell für Simpel gemacht, um sie abzuzocken.

03. | Karl-Heinz Lenz | 19.11.2012 | 23:02 Uhr
@stephan erichsen

Der Tarif heißt Priostrom 12 Paket und das Paket 4700 kw/h für 1.033,- € = 22 Cent/kwh, bei Überschreitung 0,40 Cent kwh. Kenne aber meinen Verbrauch genau. Bei den Stadtwerken soll ich 1312 € bezahlen. Da spare ich also 200 € und nach einem Jahr bekomme ich den Bonus von 250 €. Das mit der Kündigung könnte stimmen. Aber auch im zweiten Jahr sind die vermutlich billiger oder ich habe bei einer Erhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Kalle von kalleskoppel.de

04. | Frank Scholten | 19.11.2012 | 20:41 Uhr
Erfahrungen mit Priostrom

@ DER BLAUE KLAUS 19.11.2012 16:54
"Androhung eines Gerichtsverfahrens" – damit ist sicherlich ein gerichtlicher Mahnbescheid gemeint.
Fristgericht und formgerecht Widerspruch einlegen und mit dem Teil das Klo tapezieren. Nicht ins Bockshorn jagen lassen.

05. | Stephan Erichsen | 19.11.2012 | 19:57 Uhr
@K-H Lenz

welchen Tarif haben Sie denn? Der Bonus wird nach dem ersten Bezugsjahr ausgezahlt. In der Regel ist es so, dass man nicht innerhlab des ersten Bezugsjahres kündigen kann, ohne dass der Bonus verfällt. Ist also eigentlch fast immer kokolores mit den Boni. Bei Paketen werden saftige Preise fälllig pro kWh, wenn man die angegebene Summer überschrietet und keine Erstattung für nicht gebrauchte kWh...also alles eher zweifelthaft....

06. | Karl-Heinz Lenz | 19.11.2012 | 17:10 Uhr
@frank böhm

Die Erhöhungen für Januar sind schon mit drin - habe ich schriftlich. Kalle von kalleskoppel.de

07. | Rosa Rose | 19.11.2012 | 16:56 Uhr
Jedem, was er verdient

„Wer zu dem parteiübergreifenden grünen Fortschritt schweigt, stimmt zu“
JA!!!
und!
hat es auch nicht besser verdient als für sein Stillschweigen oder sein scheinbar gutes Biogewissen zu zahlen.

Warum darf ich keinen Tarif ganz ohne Ökostrom beziehen?
Ich will den Fortschritt in diese Richtung, zumindest so wie es durchgezogen wird, doch gar nicht.
Ach ja, die Wende wohin auch immer ist demokratischer Mehrheitswille, schon klar.
Da müssen eben alle die demokratisch verbockten, planwirtschaftlichen Fehlentwicklungen bezahlen.

08. | Der blaue Klaus | 19.11.2012 | 16:54 Uhr
@K-H Lenz

Na denn man viel Spaß.

http://www.gutefrage.net/frage/wer-hat-erfahrung-mit-priostrom

09. | Frank Böhm | 19.11.2012 | 15:42 Uhr
@K-H Lenz

Hatte ich mir doch fast gedacht, der Teufel steckt im Detail: AGB 6.1:
"Die im Paketpreis enthaltenen Belastungen des Lieferanten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) i.V.m. der Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus (AusglMechV), die der zusta?ndige U?bertragungsnetzbetreiber von dem Lieferanten verlangt (EEG-Umlage), sind die Belastungen in der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gu?ltigen Ho?he."
D.h. die Erhoehungen kommen noch zum angezeigten Preis hinzu.

10. | Karl-Heinz Lenz | 19.11.2012 | 14:56 Uhr
@frank böhm

Priostrom ist der Anbieter - mal sehen ob das funktioniert. Kalle von kalleskoppel.de

11. | Karsten Petersen | 19.11.2012 | 12:37 Uhr
@Helmut Erb

Sehr schön formuliert.

12. | Frank Böhm | 19.11.2012 | 11:23 Uhr
22 Cent?

Das ist nach Abzug der 25% oder vor Abzug der 25% aber vor Umlage?
Eine Nennung des Anbieters waere auch prima, es gibt sicherlich einige Wechselwillige :)

13. | Karl-Heinz Lenz | 19.11.2012 | 10:47 Uhr
22 Cent

Hab einen Anbieter für 22 Cent einschl. Märchensteuer gefunden und im ersten Jahr gibt es 25% Rabatt. Keine Vorauszahlung, alles monatlich. Nächstes Jahr wechsel ich wieder und bekomme wieder 25% Neukundenrabatt. Kalle von kalleskoppel.de

14. | Dr. Juergen Soechtig | 19.11.2012 | 10:18 Uhr
Wieviel Prozent kostet eine Zeitung

.
Die nutzlose Angabe "Prozent" vernebelt den Blick. Kein Mensch bezahlt in Prozent, weder den Strom noch die Zeitung. Bei einer %-Angabe muß zwingend auch der Basiswert genannt werden, sonst ist ein Vergleich nicht möglich.

In Neumünster steigt der Strompreis von 22,8 auf ca. 26 Cent. EON verlangt mehr als 28 Cent, obwohl die prozentuale Steigerung niedriger ist. Ist EON deswegen günstiger? Die %-Angabe soll dies suggerieren.

Nicht verrückt machen lassen von den Prozenten sondern ausschließlich den neuen Endpreis betrachten. Wem dann der Preis zu hoch ist, der sollte ganz schnell wedhseln...

Mojn Herr Erb. Sorry wegen gestern. Bitte um Entschuldigung.

15. | Helmut Erb | 19.11.2012 | 09:51 Uhr
Grüner Trost und Grüner Fortschritt

Für alle gebeutelten Stromkunden gibt es einen Trost:
Ihr Geld ist gar nicht weg. Es ist jetzt woanders.

Stiefvater Staat sorgt dafür, daß Sie nicht selbst überlegen müssen, was Sie mit Ihrem Geld machen. Er schiebt es den Ökostromerzeugern zu. Die freuen sich über eine staatliche Preisgarantie, eine staatliche Abnahmegarantie und über Ihr Geld.

Dafür schmücken sie Häuser und Landschaft mit blauen Spiegeln, rotierenden Rädern und Maisplantagen, die das Landschaftsbild übersichtlich machen.

Die Bürger werden sich 2014 die Preise und das Landschaftsbild von 2013 zurückwünschen. Das ist Grüner Fortschritt.

Wer schweigt, stimmt zu.

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