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Wirtschaft

20. September 2014 | 05:54 Uhr

Kiel : Münzen als Kapitalanlage gefragt

vom

Hoch im Kurs: Historische Münzen sind als Kapitalanlage beliebt. Die Händler profitieren von der Euro-Krise. Verbraucher sollten sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf Vorsicht walten lassen.

Kiel | Sie sind Zeugnisse der Vergangenheit. Sie lassen sich sammeln, befriedigen den menschlichen Drang etwas zu vervollständigen. Und sie haben einen unvergänglichen Wert. Die Rede ist von historischen Münzen. In Zeiten der Finanzkrise, durch die das Vertrauen der Verbraucher in herkömmliche Geldanlagen gesunken ist, stehen sie hoch im Kurs. "Münzen sind als Kapitalanlage beliebter denn je - besonders Goldmünzen", sagt Andreas Pacht, der Inhaber eines alteingesessenen Münzfachgeschäftes in Kiel.
Allerdings sei es nicht so, dass die Leute vermehrt ihre Sparbücher plündern und nun danach verlangen, sagt Pacht. Der klassische Anleger investiere eher in Krügerrand. Die Menschen, die dagegen in historische Münzen investieren, hätten in der Regel auch Spaß daran, welche zu besitzen. "Dazu gehört vor allem die Kriegsgeneration und die Nachkriegsgeneration", sagt Pacht.

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Vorsicht beim Münzenkauf im Netz

"Aber die alten Sammler sterben langsam aus, und die Jungen sammeln nicht in dem Ausmaß. Bekommen die etwas vererbt, verwahren sie es häufig einfach." Was Pacht damit sagen will: Die Ware wird knapp, die Preise steigen. Münzhändler profitieren davon ebenso, wie auch Sammler.
Zu Pachts Spezialgebieten gehören Goldmünzen aus dem Deutschen Kaiserreich. "Für 20 preußische Reichsmark mussten Kunden vor zehn Jahren etwa 80 Euro hinlegen. Aktuell liegt der Wert bei rund 320 Euro", sagt Pacht. Und Preußen war groß und entsprechend viele Münzen sind im Umlauf. Ganz anders sieht es da mit Münzen aus Kaisers Zeiten aus Lübeck aus. "20 Reichsmark aus Lübeck sind heute mindestens 1300 Euro wert."Dagegen sind aktuelle Gold-Münzen in Euro aus Sicht von Pacht als Goldanlage interessant, nicht aber weil die Münzen einen Sammler-Wert haben.

Käufer und Verkäufer sollten auf Nummer sicher gehen

Pacht ist Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels. Die andere größere Vereinigung, die die Interessen der Branche in Deutschland vertritt, ist der Verband der deutschen Münzenhändler (VDDM). Auch der VDDM hat kürzlich bekräftigt, dass der Münzhandel von der Krise profitiert.
Wer als Verbraucher nicht über den Tisch gezogen werden will, sollte Vorsicht walten lassen. Pacht rät, zu einem Münzhändler zu gehen, der Mitglied in einem der beiden Verbände ist. Wer Münzen verkaufen will, kann sich auch einfach bei verschiedenen Händlern ein Angebot einholen. "Und ich rate jedem, mit Sammler-Goldmünzen nicht zu einem klassischen Altgold-Händler zu gehen", sagt Pacht. Die Zahl der Gold-Händler sei in den letzten Jahren enorm gestiegen. "Und es besteht die Gefahr, dass so ein Händler den Wert der Münze gar nicht beurteilen kann und nur den Goldpreis zahlt", sagt Pacht.
Zweite große Gefahrenquelle für Verbraucher ist das Internet. Gerade wer übers Netz von Privat-Anbietern Gold-Münzen kauft, sollte sich vorher vergewissern, dass er keine Fälschung bekommt. "Je seltener und teurer eine Münze, desto größer ist die Gefahr", sagt Pacht. Dabei muss der Verkäufer nicht einmal in schlechter Absicht handeln. So sollen unter anderem Anfang der 60er Jahre in großem Umfang Goldmünzen aus der Kaiserzeit nachgeprägt und in Umlauf gebracht worden sein. Andreas Pacht: "Davon sind noch Zigtausende auf dem Markt - und bei sehr guten Fälschungen hat selbst der Fachhändler Mühe, diese zu erkennen."

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erstellt am 18.Dez.2012 | 10:54 Uhr

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