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Region Stormarn

23. September 2014 | 08:18 Uhr

Lübecker Seeadler-Brutpaar vergiftet aufgefunden

vom

WWF-Projektgruppe fand die jungen Vögel tot unter dem Horst / 3000 Euro Belohnung ausgesetzt

Lübeck | Mitarbeiter des World Wide Fund For Nature (WWF) haben zwei junge Seeadler tot neben dem Horst gefunden. "Eine Vergiftung als Todesursache steht außer Zweifel", so der WWF. Die Naturschutz-Organisation vermutet einen Zusammenhang zu Vergiftungen von anderen Vögeln in der Region. "Nur wenigen war der Horstplatz bekannt. Er befindet sich in einer großen Naturwaldparzelle des Forstamtes Lübeck, in der keinerlei Nutzungen vorgenommen werden. Umso überraschter waren die Mitarbeiter der WWF-Projektgruppe Seeadlerschutz, als sie am Sonnabend von Ferne den Bruterfolg der Adler kontrollieren wollten und keinerlei Lebenszeichen am Horst feststellten. Sie untersuchten das Gelände und fanden die beiden Brutvögel auf dem Rücken liegend neben dem Horst. Sie waren erst sieben beziehungsweise acht Jahre alt geworden. Adler können bis 40 Jahre leben.

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Sofort wurde der Revierförster Eckhard Kropla, der für Naturschutzfragen bei der Forstverwaltung zuständig ist, benachrichtigt, der die Vögel barg. Sie werden jetzt in Spezialinstituten in Berlin und in der Toxikologie Göttingen versucht, um den genauen Gifttyp festzustellen. Vermutlich brachte das Männchen vergiftete Nahrung aus dem weiteren Umland zum Horst.

Das Adlermännchen wuchs 2004 als Nestgeschwister im von der Projektgruppe Seeadlerschutz bewachten Horst in Nehmten (Kreis Plön) auf. Es wurde im Mai beringt. Das Weibchen wuchs 2005 in einem Horst am Kronsee auf. 2010 ließ sich dieses Paar im Raum Bliestorf am Kannenbruch nieder und brütete 2011 erfolgreich. Ein Jungvogel flog aus.

Die Fundumstände und das Erscheinungsbild der toten Adler decken sich mit weiteren kriminellen Vergiftungen an anderen Orten. 2010 konnte der WWF bei drei toten Seeadlern aus dem Kreis Ostholstein (Gothendorf) durch die Toxikologische Abteilung der Universitätsmedizin Göttingen das hochgiftige und in der EU verbotene Insektizid Mevinphos nachweisen. Dieses Gift wurde auch bei einem toten Adler im Kreis Herzogtum Lauenburg nachgewiesen. Die polizeilichen Ermittlungen ließen daraus schließen, dass jemand Füchse mit vergifteten Fleischbrocken töten wollte, der Adler aber als Aasfresser mit seinen scharfen Augen diese Nahrung zuerst nutzte.

Dramatisch sind aktuell Vergiftungen von geschützten Kolkraben und auch eines Roten Milans in der Schaalsee-Region. 48 Raben wurden im April 2012 tot oder sterbend gefunden. Sowohl beim Roten Milan als auch bei den Kolkraben wurde das Insektizid Dimethoat festgestellt. Das in der Region brütende Seeadlerpaar ist ebenfalls verschwunden.

Belohnung: Der WWF hat für Hinweise, die zur Überführung der/des Täters führen, eine Belohnung von 3000 Euro ausgelobt.

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von
erstellt am 25.Apr.2012 | 03:59 Uhr

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