zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Region Nord

24. Oktober 2014 | 15:31 Uhr

Kulturhauptstadt 2017 : "Es war der Schritt auf die Weltbühne"

vom

Salamanca, Liverpool, Essen, Stavanger - was die Bewerbung zur Kulturhauptstadt brachte / Freitag Entscheidung für Sonderburg?

SONDERBURG | Weltweite Bekanntheit, positive Impulse für den Tourismus, teilweise messbar in Cent und Euro, ein nachhaltiges Kulturprogramm, das die Attraktivität einer Stadt deutlich fördert, Bau neuer, interessanter Kulturstätten, durchaus auch Kosten - diese Konsequenzen haben sich für mehrere europäische Städte durch ihre Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas ergeben. Sonderburg steht mit der gemeinsamen Region Sønderjylland-Schleswig als Kulturhauptstadt 2017 in den Startlöchern, Århus bewirbt sich ebenfalls. Am Donnerstag kommt die Kommission zur Entscheidung in beide Städte, am Freitagnachmittag fällt der Beschluss. Unsere Zeitung hat in früheren Kulturhauptstädten nachgefragt, welche Folgen diese Ernennung hatte - vom spanischen Salamanca über Liverpool, Linz und Essen bis zum norwegischen Stavanger.

Anzeige
Anzeige

Ana Navarro, für die Kulturabteilung des Stadtrates im spanischen Salamanca zuständig, bezeichnet das Jahr 2002 als Wendepunkt: "Als wir Kulturhauptstadt waren, wurden neue Kunstzentren, Theaterbühnen, Ausstellungsäle und Räume für Kunst und Kultur ausgestattet. Seitdem gibt es hier ununterbrochen Kulturveranstaltungen." Für das Kulturhauptstadtjahr wurde unter anderem das Zentrum für zeitgenössische Kunst und ein Zentrum für szenische Künste in Salamanca gebaut. Die kulturellen Bauprojekte wurden während dieser Zeit von der spanischen Regierung subventioniert. Noch heute werden in der Stadt - durch die damals gegründete Stiftung "Salamanca ciudad de cultura" ("Salamanca Kulturstadt") - kulturelle Aktivitäten gefördert. Die Studentenstadt ist seit 2002 nicht allein aufgrund ihrer Universität bekannt: "Salamanca entwickelte sich zu einer Stadt, die weiterhin internationale Aufmerksamkeit erregt", sagt die Spanierin.

Auch die Stadt Liverpool in England profitiert davon. Deren Kommunikationsleiter Paul Johnston erzählt, dass das Jahr 2008 die Stadt auf die Welt bühne brachte, dass es ihren kulturellen Ruf verbessert habe. Das Kulturhauptstadtjahr habe Position und Image der Stadt weltweit gestärkt. "15 Millionen Menschen besuchten kulturelle Veranstaltungen oder Attraktionen in Liverpool während des Jahres 2008, was einen wirtschaftlichen Gewinn von 800 Millionen Pfund (über eine Milliarde Euro) zur Folge hatte", sagt Johnston. Heutzutage sei Liverpool das drittbeliebteste Reiseziel Englands - und der Erfolg setze sich noch nach vier Jahren fort.

2008 war auch ein wichtiges Jahr für die norwegische Stadt Stavanger, die zusammen mit Liverpool Kulturhauptstadt war: "Das Jahr machte unsere Region attraktiver, vor allem für junge Künstler", sagt Rolf Norås, Leiter der Kulturabteilung der Stadt. Auch Stavangers Einwohner sind mit dem Jahr sehr zufrieden: "Sie sagen, dass es richtig war, sich dafür zu bewerben", erzählt Norås. Rund 80 Prozent der Bevölkerung glaubt seitdem, dass Kultur ein Instrument für die Beförderung der regionalen Entwicklung ist. Ende des Jahres 2008 verkündete der damalige Bürgermeister Leif Johan Sevland: "Die Ambitionen für die kommenden Jahren sind genau so groß, wie sie für 2008 waren." 2,2 Millionen Euro gewährte die Stadt, um die Fortsetzung des Kulturjahres zu sichern und gut 30 Prozent der Projekte werden in Stavanger noch heute geführt. "Wir wollten Identität und Geschichte verbinden, ein Programm zu kreieren, das nirgendwo passieren könnte", sagt Rolf Norås, der sich heute weiter mit dem Thema Kulturhauptstadt beschäftigt: "Unsere Stadt beeinflusst jetzt kulturelle Regierungsentscheidungen." Außerdem entwickelte die Kulturabteilung Stavangers einen Strategieplan für Künste und Kultur für die Jahre 2010 und 2017.

Diese Kulturinitiative der EU führt dazu, dass die gewählten Städte für Touristen attraktiver werden. In der Stadt Linz in Österreich, im Jahr 2009 Kulturhauptstadt Europas, ist man davon überzeugt: "Dadurch hat die Stadt eine bessere Reputation, und die Übernachtungszahlen steigen seitdem unaufhörlich", sagt Barbara Infanger vom Tourismusverband Linz.

2010 wurden das Ruhrgebiet und damit die deutsche Stadt Essen ausgewählt. "Es kommen viel mehr Touristen und die Stadt wurde bekannter, außerdem haben wir seit 2010 ein großes Medienecho", so Ulrike Vetter vom Kulturdezernat Essen. Trotzdem macht sie darauf aufmerksam, dass die Vorbereitungskosten für das Kulturhauptstadtjahr in Essen sehr hoch waren: "Langfristig stellt sich ein Gewinn ein, aber finanziell lohnte sich das Jahr nicht", sagt die Dezernentin.

Auch Sonderburg hofft nun mit der Kandidatur zur Kulturhauptstadt, gerade für jüngere Menschen attraktiver zu werden und zu einer vielfältigen Region heranzuwachsen, die die Welt mit großem Interesse beobachtet.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Aug.2012 | 07:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige