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Region Nord

19. April 2014 | 03:49 Uhr

Dänische Schule in Friedrichstadt - "Eine Schule muss in Bewegung sein"

vom

Bjørn Kasubke ist neuer Leiter der dänischen Schule in Friedrichstadt / Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern stärken

Selk/Friedrichstadt | Es ist Abend geworden. Bjørn Kasubke hat seine Kinder zu Bett gebracht und sprudelt nun vor Begeisterung über seine neue Tätigkeit. Seinen ersten offiziellen Arbeitstag hatte er vor wenigen Tagen.

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"Alle sollen sich wohlfühlen - das ist mein wichtigstes Anliegen", sagt er und fügt hinzu: "Fühlen sich Lehrer und Schüler nicht wohl, dann lernt man auch nichts." Bjørn Kasubke ist der neue Schulleiter der dänischen Hans-Helgesen-Schule in Friedrichstadt. Im selben Atemzug wie das Wohlgefühl erwähnt er die Zusammenarbeit. "Diese müssen wir sichtbar machen - das ist ganz wichtig. Die Zusammenarbeit mit den Eltern muss es geben - ebenso wie die Zusammenarbeit in der Schule. Wenn gefeiert wird, sind alle eingeladen, auch die Hausmeister, das Reinigungsteam und die Mitarbeiter aus dem Hort. Alle sind gleichermaßen wichtig dafür, dass alles funktioniert, da gibt es keine Unterschiede", sagt er und ergänzt: "Nie zuvor sind mir derart engagierte Menschen wie in Friedrichstadt begegnet. Das gilt für alle Vereine, und beim Bürgermeister bin auch schon vorstellig geworden."

Der 35 Jahre alte Bjørn Kasubke hat als Lehrer an der dänischen Jes-Kruse-Schule in Eckernförde angefangen; später wurde er stellvertretender Schulleiter an der dänischen Hiort-Lorenzen-Schule in Schleswig. Das war ein Job, der endete, als der Überbau der Schule geschlossen und in der Gemeinschaftsschule A. P. Møller angesiedelt wurde.

"Den Lehrerjob kannte ich schon, daher habe ich mich beim dänischen Schulverein auf eine Stelle als Berater für den Förderunterricht beworben. Das hat mir einerseits zwar sehr zugesagt, andererseits aber begann ich, den engen, täglichen Kontakt zu denselben Kindern zu vermissen, ein festes Lehrerteam - ja, eine ganze Schule", sagt er. Darum bewarb er sich - und bekam auch die Stelle an der Hans-Helgesen-Schule. Das Schulleiterdasein, sagt er, wünsche er sich für den Rest seines Lebens. "Meine große Vision besteht darin, dass eine Schule nicht wie ein See sein darf, sondern eher wie ein Fluss. Sie muss in Bewegung sein, ständig sollte etwas passieren, natürlich nicht dergestalt, dass Lehrer und Schüler nicht mithalten können. Es muss eine Gemeinschaft sein!"

In dem neuen Schuljahr wird es 99 Schüler geben, während es vor einigen Jahren laut Bjørn Kasubke lediglich etwa 75 waren. Die vielen Schüler bedeuten, dass es nicht genug Platz gibt. "Inzwischen wird davon gesprochen, dass ein Ausbau der Schule notwendig ist", sagt der neue Schulleiter.

Einer jener Bereiche, auf die er sich konzentrieren wolle, ist die Einschulungsphase: "Es muss einen fließenden Übergang von der Vorschule zur Grundschule geben. Zudem wollen wir die flexible Einschulungsphase der Schule weiterentwickeln, sodass alle Kinder einen gelungenen Schulanfang haben", sagt er und erzählt von der schleswig-holsteinischen Einschulung: Der einzelne Schüler hat hier die Möglichkeit, die ersten beiden Klassen in ein, zwei oder drei Jahren zu bewältigen. "Dies bedeutet zugleich eine andere Form der Organisation, des Unterrichts und der Beurteilung", sagt er.

Obwohl sich in der Schule vieles um die Musik dreht und ein Großteil der Schüler entweder im Chor singt oder im Orchester spielt, wünscht sich Bjørn Kasubke zugleich eine Schule, die auch für jene attraktiv ist, die sich nichts aus Musik machen. "Wir haben tolle Außenareale - und diese müssen wir nutzen! Die Eltern haben bereits einen Ort eingerichtet, an dem wir Unterricht im Freien machen können", sagt er und erzählt begeistert von der guten Zusammenarbeit mit der deutschen Schule, die seinem Vorgänger zu verdanken sei. Die Kinder der deutschen Schule nutzen die dänische Turnhalle - und die Kinder der dänischen Schule die Klettergerüste auf dem deutschen Schulhof.

Zunächst möchte der Schulleiter mit seiner Familie in Selk wohnen bleiben. Seine Frau hat gerade eine neue Arbeit bekommen, und seine Tochter wird in der nächsten Woche eingeschult. "Nach Friedrichstadt sind es zwei Kilometer weniger als nach Flensburg, wo ich bislang gearbeitet habe. Zeitmäßig aber ist es dasselbe: 35 Minuten. Obwohl man auf der Autobahn nach Flensburg fahren kann, dauert es so seine Zeit, bis man durch Flensburg ist", sagt er neue Schulleiter.

von Annelise Mølvig;Flensborg Avis
erstellt am 11.Aug.2012 | 08:20 Uhr

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