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Politik

25. Oktober 2014 | 03:24 Uhr

Vorläufiges Endergebnis : So hat Schleswig-Holstein gewählt

vom

In Schleswig-Holstein kann die CDU nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis fast 40 Prozent verbuchen - die SPD schneidet im Norden besser ab als im Bundesdurchschnitt.

Die interaktive Wahlgrafik mit den Ergebnissen aus Schleswig-Holstein gibt es hier.

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Schock für die Kubicki-FDP, Enttäuschung bei SPD, Grünen, Piraten und Linken, Freude nur bei der CDU - die Bundestagswahl hat bei den Parteien im Norden unterschiedliche Emotionen ausgelöst. Zugleich bestätigte die Bundestagswahl am Sonntag die Rangfolge der Parteien im Land: Nach dem Zwischenergebnis erlangte die CDU 39,2 Prozent der Stimmen. Die SPD liegt dahinter mit 31,6 Prozent. Herber Verlust für die Landes-FDP: Mit 5,6 Prozent rutschte sie steil bergab. Die Grünen liegen bei 9,4 Prozent. Die Linke erzielte Die Linke 5,2 Prozent, die AfD aus dem Stand heraus 4,6. Die Piraten kommen im Norden auf 2,0 Prozent. Die NPD liegt bei 0,7 Prozent.  Die Wahlbeteiligung betrug 73,1 Prozent.

 

Schon zur Kommunalwahl vor vier Monaten lag die CDU klar vorne, aber: Die Nord-SPD hat gegenüber 2009 (26,8) spürbar zugelegt. Und sie rangierte am Sonntag im Land nur um 5 Punkte hinter der CDU, während es im Bund etwa 16 waren. SPD-Landeschef Ralf Stegner sah sich folglich trotz der Gesamtenttäuschung bestätigt. Dies sei ein ermutigendes Ergebnis im Land. Ministerpräsident Torsten Albig bekannte ohne Umschweife, die CDU mit Kanzlerin Angela Merkel habe den Regierungsauftrag.

Für die Grünen ermittelte die Landeswahlleitung in ihrer Schätzung am Abend 9,1 Prozent, für die FDP 4,7 - ein Rückschlag für beide Parteien, ganz besonders aber für die sonst so selbstbewussten, nun aber frustrierten Liberalen. Schon bevor die ersten Prognosen über die Fernsehbildschirme flimmerten, verhießen die Wasserstandsmeldungen für sie das wahrscheinliche Aus in Berlin.

Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki behielt mit seinen optimistischen Prognosen diesmal nicht Recht und schickte noch aus dem Kieler Wahlparty-Lokal „Galileo“ die erste Breitseite an die Parteiführung: Es sei schon beachtlich, binnen vier Jahren von 14,6 Prozent auf 5 Prozent oder darunter abzustürzen, wetterte er. Noch am Abend machte sich der 61-Jährige auf den Weg in die Hauptstadt - klare Worte in Richtung eigener Parteispitze schon im Kopf. Wenn die FDP wie am Abend zunehmend absehbar die Fünf-Prozent-Hürde riss, wird Kubicki, Spitzenkandidat auf der Landsliste, im Landtag weitermachen.

Zweiter Verlierer der FDP ist der ehemalige Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz, der auf Platz zwei der Landesliste stand. Er sprach von einer Klatsche für die FDP; dies sei aber Demokratie. „Ich werde weiter für die liberale Sache streiten, an welcher Stelle auch immer.“ Die Liberalen bemühten sich generell um Fassung. „Dass ich so etwas noch einmal mitmachen muss“, klagte aber einer aus der Führungsspitze. „Besch...“ sei das Ganze. Auch die politische Konkurrenz ließ das FDP-Ergebnis nicht kalt. Der einstige SPD-Pressesprecher Amin Hamadmad ließ seine Facebook-Freunde wissen: „Mein erster Gedanke: Scheiße, Kubicki bleibt hier...“.

Schleswig-Holstein hat gewählt - in den elf Wahlkreisen im Land gehen neun Direktmandate an die CDU, zwei an die SPD.

Wahlkreis 1: Schlewig-Flensburg

Sabine Sütterlin-Waack (CDU)

Wahlkreis 2: Nordfriesland/Dithmarschen-Nord

Inbert Liebing (CDU)

Wahlkreis 3: Steinburg/Dithmarschen-Süd

Mark-André Helfrich (CDU)

Wahlkreis 4: Rendsburg-Eckernförde

Johann Wadephul (CDU)

Wahlkreis 5: Kiel

Hans-Peter Bartels (SPD)

Wahlkreis 6: Plön/Neumünster

Phillip Murmann (CDU)

Wahlkreis 7: Pinneberg

Dr. Ole Schröder (CDU)

Wahlkreis 8: Segeberg/Stormarn-Mitte

Gero Storjohann (CDU)

Wahlkreis 9: Ostholstein/Stormarn-Nord

Ingo Gädechens (CDU)

Wahlkreis 10: Lauenburg/Stormarn-Süd

Norbert Brackmann (CDU)

Wahlkreis 11: Lübeck

Gabriele Hiller-Ohm (SPD)

 

Die Spitzen der Grünen bekannten tapfer, sie hätten Fehler im Wahlkampf gemacht, und ein Regierungsauftrag seien die acht Prozent für sie wohl nicht. Während aber Landesparteichefin Ruth Kastner klar Nein zu einer zu diesem Zeitpunkt denkbaren Koalition mit der CDU sagte, tat Finanzministerin Monika Heinold das nicht so kategorisch.

Und der einzige Wahlsieger? Die Anspannung war einigen CDU-Politikern anzumerken. Kurz vor Schließung der Wahllokale hatten sich Landeschef Reimer Böge, der Fraktionsvorsitzende Johannes Callsen und Spitzenkandidat Johann Wadephul in den Fraktionsräumen im Landtag vor dem Fernseher versammelt. Als dort dann endlich die ersten Zahlen aufleuchteten, brach kurzzeitig Jubel aus.

Die Freude wurde durch das niederschmetternde Ergebnis des bisherigen Koalitionspartners FDP jäh unterbrochen. „Das wird knapp“, rief ein Christdemokrat. Andere begannen alsbald zu rechnen. „Wahnsinn“, rief Wadephul, als die ARD die Union nahe an der absoluten Mehrheit sah.

 

 

 

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