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Politik

02. September 2014 | 03:50 Uhr

Vorläufiges Endergebnis : So hat Schleswig-Holstein gewählt

vom

In Schleswig-Holstein kann die CDU nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis fast 40 Prozent verbuchen - die SPD schneidet im Norden besser ab als im Bundesdurchschnitt.

Die interaktive Wahlgrafik mit den Ergebnissen aus Schleswig-Holstein gibt es hier.

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Schock für die Kubicki-FDP, Enttäuschung bei SPD, Grünen, Piraten und Linken, Freude nur bei der CDU - die Bundestagswahl hat bei den Parteien im Norden unterschiedliche Emotionen ausgelöst. Zugleich bestätigte die Bundestagswahl am Sonntag die Rangfolge der Parteien im Land: Nach dem Zwischenergebnis erlangte die CDU 39,2 Prozent der Stimmen. Die SPD liegt dahinter mit 31,6 Prozent. Herber Verlust für die Landes-FDP: Mit 5,6 Prozent rutschte sie steil bergab. Die Grünen liegen bei 9,4 Prozent. Die Linke erzielte Die Linke 5,2 Prozent, die AfD aus dem Stand heraus 4,6. Die Piraten kommen im Norden auf 2,0 Prozent. Die NPD liegt bei 0,7 Prozent.  Die Wahlbeteiligung betrug 73,1 Prozent.

 

Schon zur Kommunalwahl vor vier Monaten lag die CDU klar vorne, aber: Die Nord-SPD hat gegenüber 2009 (26,8) spürbar zugelegt. Und sie rangierte am Sonntag im Land nur um 5 Punkte hinter der CDU, während es im Bund etwa 16 waren. SPD-Landeschef Ralf Stegner sah sich folglich trotz der Gesamtenttäuschung bestätigt. Dies sei ein ermutigendes Ergebnis im Land. Ministerpräsident Torsten Albig bekannte ohne Umschweife, die CDU mit Kanzlerin Angela Merkel habe den Regierungsauftrag.

Für die Grünen ermittelte die Landeswahlleitung in ihrer Schätzung am Abend 9,1 Prozent, für die FDP 4,7 - ein Rückschlag für beide Parteien, ganz besonders aber für die sonst so selbstbewussten, nun aber frustrierten Liberalen. Schon bevor die ersten Prognosen über die Fernsehbildschirme flimmerten, verhießen die Wasserstandsmeldungen für sie das wahrscheinliche Aus in Berlin.

Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki behielt mit seinen optimistischen Prognosen diesmal nicht Recht und schickte noch aus dem Kieler Wahlparty-Lokal „Galileo“ die erste Breitseite an die Parteiführung: Es sei schon beachtlich, binnen vier Jahren von 14,6 Prozent auf 5 Prozent oder darunter abzustürzen, wetterte er. Noch am Abend machte sich der 61-Jährige auf den Weg in die Hauptstadt - klare Worte in Richtung eigener Parteispitze schon im Kopf. Wenn die FDP wie am Abend zunehmend absehbar die Fünf-Prozent-Hürde riss, wird Kubicki, Spitzenkandidat auf der Landsliste, im Landtag weitermachen.

Zweiter Verlierer der FDP ist der ehemalige Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz, der auf Platz zwei der Landesliste stand. Er sprach von einer Klatsche für die FDP; dies sei aber Demokratie. „Ich werde weiter für die liberale Sache streiten, an welcher Stelle auch immer.“ Die Liberalen bemühten sich generell um Fassung. „Dass ich so etwas noch einmal mitmachen muss“, klagte aber einer aus der Führungsspitze. „Besch...“ sei das Ganze. Auch die politische Konkurrenz ließ das FDP-Ergebnis nicht kalt. Der einstige SPD-Pressesprecher Amin Hamadmad ließ seine Facebook-Freunde wissen: „Mein erster Gedanke: Scheiße, Kubicki bleibt hier...“.

Schleswig-Holstein hat gewählt - in den elf Wahlkreisen im Land gehen neun Direktmandate an die CDU, zwei an die SPD.

Wahlkreis 1: Schlewig-Flensburg

Sabine Sütterlin-Waack (CDU)

Wahlkreis 2: Nordfriesland/Dithmarschen-Nord

Inbert Liebing (CDU)

Wahlkreis 3: Steinburg/Dithmarschen-Süd

Mark-André Helfrich (CDU)

Wahlkreis 4: Rendsburg-Eckernförde

Johann Wadephul (CDU)

Wahlkreis 5: Kiel

Hans-Peter Bartels (SPD)

Wahlkreis 6: Plön/Neumünster

Phillip Murmann (CDU)

Wahlkreis 7: Pinneberg

Dr. Ole Schröder (CDU)

Wahlkreis 8: Segeberg/Stormarn-Mitte

Gero Storjohann (CDU)

Wahlkreis 9: Ostholstein/Stormarn-Nord

Ingo Gädechens (CDU)

Wahlkreis 10: Lauenburg/Stormarn-Süd

Norbert Brackmann (CDU)

Wahlkreis 11: Lübeck

Gabriele Hiller-Ohm (SPD)

 

Die Spitzen der Grünen bekannten tapfer, sie hätten Fehler im Wahlkampf gemacht, und ein Regierungsauftrag seien die acht Prozent für sie wohl nicht. Während aber Landesparteichefin Ruth Kastner klar Nein zu einer zu diesem Zeitpunkt denkbaren Koalition mit der CDU sagte, tat Finanzministerin Monika Heinold das nicht so kategorisch.

Und der einzige Wahlsieger? Die Anspannung war einigen CDU-Politikern anzumerken. Kurz vor Schließung der Wahllokale hatten sich Landeschef Reimer Böge, der Fraktionsvorsitzende Johannes Callsen und Spitzenkandidat Johann Wadephul in den Fraktionsräumen im Landtag vor dem Fernseher versammelt. Als dort dann endlich die ersten Zahlen aufleuchteten, brach kurzzeitig Jubel aus.

Die Freude wurde durch das niederschmetternde Ergebnis des bisherigen Koalitionspartners FDP jäh unterbrochen. „Das wird knapp“, rief ein Christdemokrat. Andere begannen alsbald zu rechnen. „Wahnsinn“, rief Wadephul, als die ARD die Union nahe an der absoluten Mehrheit sah.

 

 

 

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01. | Verdad | 27.09.2013 | 08:00 Uhr
Neoliberale Tendenzen

Bei der CDU???? Hahahahahahaha....

02. | Walter Boller | 23.09.2013 | 19:16 Uhr
Keine Änderung für den "Kleinen Mann"

Der deutliche Sieg der CDU/CSU wird dazu führen, dass die neoliberalen Tendenzen erhalten bleiben. Selbst wenn die SPD als kleiner Partner in die Regierung eintritt, wird sie nicht die Stärke haben, den Sozialstaat und eine soziale Marktwirtschaft wieder ein Stück zurückzugewinnen.
Aber gewählt ist gewählt. Damit muss ich leben.

03. | stiller Leser | 23.09.2013 | 15:34 Uhr
Nachtrag AfD

Indirekt wird die AfD zumindest teilweise in der neuen Europapolitik berücksichtigt werden. Ich denke die deutsche Position wird sich weiter verstärken und Angies Maßnahmenkatalog für kriselnde EU-Länder noch verschärft werden. Dies ist alleine deshalb notwendig, um die AfD-Protestwähler wieder gnädig zu stimmen und diese wieder zu gewinnen.

Von daher hatte die AfD auch etwas gutes.

04. | stiller Leser | 23.09.2013 | 15:27 Uhr
AfD

Ich schätze es wird ähnlich sein, wie mit der Piraten-Partei.

Eine Ein-Themen-Partei die mit einfachen Patriolen auf Stimmungsmache geht, aber keine ausgearbeiteten Umsetzungs- oder Finanzierungsmaßnahmen aufzeigen kann, wird auch irgendwann vom einfachen Bürger erkannt werden. Vielleicht würden sich auch die Auswirkungen der AfD-Maßnahmen auf Europa und Deutschland auch die Protestwähler klar werden und die Proteststimme einer echten PArtei mit weniger Schadenspotential gegeben.

Ich denke, die AfD hat nur aufgrund der derzeitigen Krise diesen Zuspruch erhalten. Wenn die Krise überwunden ist, kennt niemand mehr die AfD.

05. | Tim Wehking | 23.09.2013 | 14:29 Uhr
Auch bei den Linken gab es Strömungen gegen den Euro

bzw. auch hier die Idee nationale Währungen zu ermöglichen (u.a. von Lafontaine). Aber auf ihrem Parteitag im Juni 2013 hat sie sich dann doch zum Euro bekannt: http://www.sueddeutsche.de/politik/linke-parteitag-in-dresden-die-linke-will-den-euro-behalten-1.1695932
Also vielleicht ist das gar nicht sooo überraschend, dass AfD diese Stimmen der Linken-Wähler bekommen hat.
@ Herr Karl: bei den Wählerwanderungen auf spiegel.de "fehlen" sozusagen die "Anderen" (und auch die "Erstwähler"). Ich hab gelesen, die AfD hätte absolut etwas über 2 Mio. Stimmen bekommen. Wenn man die Balken in Ihrem Link zusammenzählt, kommt man auf 1.540.000. Der Rest kommt von den "Anderen", wie gesagt. Hier zu sehen:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/Wahlergebnisse-Bundestagswahl-CDU-Merkel
Auch interessant: hätten nur unter 60-jährige wählen dürfen, wäre die AfD in Bundestag eingezogen (das Gleiche gilt, wenn nur Männer wahlberechtigt wären, hmmmm, lässt sich das mit dem Frauenwahlrecht nicht rückgängig machen???)

06. | Tim Wehking | 23.09.2013 | 13:57 Uhr
Herr Stein hat zu 2/3 Recht

Die Afd hat tatsächlich von den FDP-Wählern die meisten Stimmen abgezogen (430.000) und von den Linken 340.000. Aber dazwischen liegen die 410.000 gewonnen Stimmen von der Fraktion, die immer unter "Andere" geführt wird, nämlich 410.000 Stimmen. Dafür gibt es keine weitere Aufschlüsselung, aber natürlich sind da ein paar rechte Parteien darunter, von denen einige bestimmte Wähler an die AfD verloren haben. Ob die Partei nun "rechter Rand" ist oder nicht, hat ihr Wahlkampf sicherlich einige rechte Wähler angezogen (was meinetwegen eher an der Un-Informiertheit dieser Wähler liegen mag als an der Partei selbst).
Aber da sie weiter machen will, hat sie ja jetzt Zeit sich nicht nur ein Wahlprogramm, sondern auch ein Parteiprogramm zuzulegen, um sich vom "rechten Rand" endgültig abzugrenzen.

07. | Kay Jürgensen | 23.09.2013 | 13:47 Uhr
Hans Stein | 23.09.2013 | 12:55 Uhr

Ich sehe das ähnlich, Herr Stein, Frau Merkel muss sehen wo sie ihre Mehrheit herbekommt. In zentralen Fragen des Wahlprogramms, Beispiele Steuerhöhungen für Besserverdienende, eine durchgreifende Pflegereform und keine Mautgebühren, muss sich die SPD und ihren Wählern treu bleiben und sich nicht wieder von der CDU verbiegen lassen, dann lieber in die Opposition! Was die Grundausrichtung der AfD angeht verweise ich auf die Kommentarlagen führender Presseorgane!

08. | Norbert Karl | 23.09.2013 | 13:43 Uhr
Hier etwas zur Wählerwanderung

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2013-waehlerwanderung-gewinne-verluste-direktmandate-a-923290.html#startTab=0

09. | Verdad | 23.09.2013 | 13:18 Uhr
Guter Kommentar

Herr Stein. Wobei die AfD nicht prinzipiell gegen den Euro sondern für einen Euro im Rahmen der Lissaboner Verträge ist. Wenn hier immer noch von "rechter Rand" schwadroniert wird zeigt das nur, dass die BILD und ARD/ZDF Kampagne Erfolg hatte.

10. | Hans Stein | 23.09.2013 | 12:55 Uhr
Koalitionspartner?

Wenn sich die SPD nicht wieder als "Junior-Partner" verheizen lassen will, sollte sie den Grünen den Vortritt geben ;-)

Aber die Macht und die Posten rufen (darum geht es ja nur) und so wird man dem Ruf wohl folgen. Na ja, Außenminister Steinmeier wäre allemal um ein Vielfaches besser als Westerwelle. Und danach? Schäuble wird bleiben, v. d. Leyen, Ramsauer und Friedrich auch. Da bleiben noch das Gesundheitsministerium (undankbare Aufgabe, zumal die CDU gegen die Bürgerversicherung ist) und das Wirtschaftsministerium (auch undankbare Aufgabe wegen der Energiewende). Die weiteren Posten sind alle unattraktiv. Also SPD, lieber Opposition, als bei der nächsten Wahl 15 %.

Die AfD hat hauptsächlich ihre Stimmen von der Linken (!) und FDP erhalten. Also, rechter Rand ist wohl nicht ganz korrekt, Herr Jürgensen. Es sind Leute aus allen Bereichen, die den Euro nicht wollen. Jetzt hat die Partei Zeit, sich erst einmal ein ordentliches Programm zuzulegen. Ich hätte sie trotz allem gern als Gegenpol in Berlin gesehen. So wird man die Euro-Politik hinsichtlich der Haftungsunion wohl fortsetzen.

11. | Kay Jürgensen | 23.09.2013 | 11:56 Uhr
Frau Merkel..

..hat die CDU weitgehend sozial-demokratisiert. Wird interessant zu sehen sein, zu welchem Preis eine Koalition mit wem zu haben ist.

Schön, dass der rechte Rand AfD nicht drin ist, für Euro-Gegner und verkappte Rechtsradikale ist nach dem Gesamtergebnis wenig Raum. Die dahin gesiechte FDP hat sich mit ihrer Schmalspur-Klientel-Politik selbst pulverisiert. Gebührenordnungen für Rechtsanwälte und Steuerberater und den Rest der so genannten Freien Marktwirtschaft überlassen funktionierte nicht mehr. Man versprach zu viel und hielt nichts! Wenn sich die Linke einige Themen gesellschaftsfähig und glaubwürdig schleift, z.B. Bundeswehr-Einsätze, führt an der Partei, die im Osten stark ist, kein Weg vorbei. nach der Wahl ist vor der Wahl, eine Frau Merkel gibt es in vier Jahren nicht mehr!

12. | Tim Wehking | 23.09.2013 | 11:22 Uhr
Es soll natürlich Hoffnung heissen

Jetzt ernsthaft: absolute Mehrheit für CDU hätte wohl Stillstand bzw. Blockade bedeutet, angesichts der rot-grün Mehrheit im Bundesrat (an der sich auch nicht so schnell was ändert). Bei ner Großen Koalition hätte ich die Hoffnung, dass vernünftige Kompromisse gemacht werden, um das eine oder andere Gesetz durchzubringen.
Der Kommentator der KN war heute morgen übrigens der Meinung, eine schwarz-grüne Koalition hätte was. Denn die Wähler von grün sind "jung, urban und konservativ".
Und da die der CDU alt, ländlich und konservativ sind könnte man sich doch gut ergänzen. Und es gäbe wenigstens eine ernstzunehmende Opposition...
Ich frage mich schon, wer eigentlich der neue Außenminister/In werden soll (Fällt ja traditiongemäß dem Koalitonspartner zu).
Vorschläge....

13. | Norbert Karl | 23.09.2013 | 11:15 Uhr
Frank Dziallas | 22.09.2013 | 22:58 Uhr

Witsum ist kein Wahlkreis, sondern ein Wahlbezirk mit einer Wahlbeteiligung von sage und schreibe 39% ......
Wieso Ihnen das am besten gefällt, erschließt sich mir nicht

14. | Tim Wehking | 23.09.2013 | 11:14 Uhr
Hohn und Spott

Es gibt noch Hoffnunf für die FDP: In Grothusenkoog (NF) hat sie 45,5% der Zweitstimmen bekommen (CDU 36,4%, SPD 18,2%). Das ist doch was ;)
Okay, das ist jetzt unfair, denn in Absolutzahlen bedeutet das:
FDP: 5 Stimmen, CDU: 4 Stimmen, SPD: 2 Stimmen
Und die Satiresendung Extra3 hat zur AfD gesagt: 4,9 - verdammter Euro - in DM wärens 9,8 :)

15. | Fair Value | 23.09.2013 | 09:03 Uhr
das Wahlergebnis stimmt zuversichtlich

Die Zeitarbeits-Verträge von 93 FDP-Abgeordneten wurden nicht verlängert.
Ihr "Arbeitgeber" hat sich anders entschieden und Lobbyisten müssen umdenken.
Gut so.

16. | Walter Schmidt | 23.09.2013 | 08:29 Uhr
Sehr schön..

..die Bambus-Partei spielt nicht mehr mit, wenn nun noch Herr Steinbrück etwas weniger arrogant gewesen wäre, hätte die SPD sicherlich auch mehr Prozentstimmen oder Prozentkreuze bekommen.

17. | Karl-Heinz Lenz | 23.09.2013 | 08:04 Uhr
Wahnsinn!

Die AfD wurde erst im Februar gegründet und zog fast in den Bundestag ein. Das gab es noch nie für eine neue Partei. Im nächsten Jahr folgen Landtagswahlen in den neuen Bundesländern und da hatte die AfD mehr als 6%. Und auch bei der Europawahl 2014 werden wir locker gewinnen, denn da gibt es nun eine 3%-Hürde. Kalle von kalleskoppel.de

18. | Frank Dziallas | 22.09.2013 | 22:58 Uhr
Herzlichen Glückwusch

Am besten gefällt mir der Wahlkreis Witsum

CDU 93,8%

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