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Politik

02. September 2014 | 16:00 Uhr

Politikwissenschaftler zur Bundestagswahl : „Es gab keine Wechselstimmung“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Merkels Sieg bei der Bundestagswahl hält der Politikwissenschaftler Willhelm Knelangen von der Universität Kiel für erstaunlich - „zumal Frau Merkel den Wählern keine großen Versprechungen gemacht hat“.

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Herr Dr. Knelangen, Angela Merkels Union hat so viele Stimmen bekommen wie zuletzt Helmut Kohl bei der Vereinigungs-Bundestagswahl im Herbst 1990 – wie wurde dieser Sieg möglich?
Der Sieg ist wirklich erstaunlich, zumal Frau Merkel den Wählern keine großen Versprechungen gemacht hat. Sie hat profitiert von den guten Wirtschaftsdaten und der fehlenden Wechselstimmung.

Neben Merkel und Kohl hat nur Konrad Adenauer solche Erfolge vorzuweisen – ist Merkel gestern zu einer geschichtlichen Persönlichkeit geworden?
Bestimmt, das staatsmännische Ansehen hat sie sich schon erworben. Was ihr fehlte war ein großer Wahlsieg – den hat sie jetzt.

Hatte Peer Steinbrück nie eine Chance, Kanzler zu werden?
Das war das größte Problem der SPD: Es gab keine Wechselstimmung. Dass die Partei doch noch Boden gut gemacht hat, führe ich vor allem darauf zurück, dass Steinbrück am Ende die Beinfreiheit hatte, die er von Anfang an haben wollte.

Wie sollte sich die SPD jetzt aufstellen, um wieder erfolgreicher zu sein?
Die Themen der Partei sind laut den Analysen nicht falsch gewesen, die Partei braucht also keinen kompletten Neuanfang. Allerdings sehe ich niemanden, der stark genug ist, die Partei allein zu führen. Das wird wohl ein Team aus Sigmar Gabriel, Hannelore Kraft, Frank-Walter Steinmeier und einigen anderen leisten müssen.

Die FDP hat das schlechteste Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte eingefahren – warum?
Die FDP hat sich mit ihren Themen in der Steuer- und Innenpolitik nicht durchsetzen können, so dass ihr am Ende nur noch die Rolle als Funktionspartei blieb. Und diese Funktion haben die meisten bürgerlichen Wähler nicht mehr für nötig gehalten und doch Union gewählt. Und wenn man die Wähler abzieht, die doch noch aus taktischen Gründen bei der FDP geblieben sind, bleibt ein reales Potenzial der Partei von zwei bis drei Prozent. Und das ist dramatisch.

Droht der FDP jetzt der Absturz in die Bedeutungslosigkeit oder wie könnte eine Renaissance aus den Ländern, etwa mit einem Wolfgang Kubicki aus Schleswig-Holstein gelingen?
Es wird schwer für die FDP, sie braucht dringend eine inhaltliche Erneuerung. Die traue ich auch Wolfgang Kubicki zu, weil er meinungsfreudig ist, und der Partei politisch wieder mehr Farbe geben kann.

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von Kay Müller
erstellt am 23.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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