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Panorama

29. November 2014 | 09:28 Uhr

Drama vor 53 Jahren : Verschüttet auf Amrum - zwei Jahre unentdeckt

vom

Sebastians Tod erinnert an ein Drama vor 53 Jahren: Fredi Hillers verschwindet auf Amrum. Erst zwei Jahre später wird er gefunden - von spielenden Klassenkameraden.

Amrum | Der tragische Tod des zehnjährigen Sebastian aus Österreich ist nicht der erste Unfall im Dünensand der Nordseeinsel Amrum. Wie auch Sebastian wurde 1959 der elfjährige Fredi Hillers aus Essen von Sand begraben und starb. Die Ungewissheit dauerte für die Angehörigen fast zwei Jahre. Gefunden wurde seine Leiche erst 1961 - von seinen damaligen Mitschülern. Heute sind die ehemaligen Klassenkameraden empört darüber, dass sich an diesen Fall auf der Nordseeinsel offenbar niemand mehr erinnern möchte.
"Ich war Schulkamerad und habe bei der Suche geholfen", schreibt Klaus Langer an den sh:z. Fredi Hillers war im Sommer 1959 mit 500 Schülern aus zwei Essener Realschulen zu einer vierwöchige Schulfahrt auf die Insel gefahren. Nach einem Ausflug am 15. September war Fredi verschwunden. "Gemeinsam mit der Polizei suchten alle Schüler die komplette Insel ab", berichtet Klassenkamerad Günther Kempgen. Die Suchaktion, bereits mit Hubschraubereinsatz, blieb erfolglos. Im Sommer 1961 unternahm die Klasse von Fredi Hillers erneut eine Fahrt nach Amrum. Nur eine halbe Stunde nach der Ankunft fanden die Schüler beim Spielen in den Dünen seine Leiche. "Zuerst dachten wir, es wäre ein verfaulter Baumstamm. Als wir dann weiter im Sand buddelten, wurde uns klar, dass es sich um eine Leiche handelte", schildert Kempgen. Die Obduktion ergab: Es war ihr Klassenkamerad.
"Erinnert sich keiner mehr an Fredi Hillers?"
Empört sind die Mitschüler nun über die Behauptung von Touristik-Chef Frank Timpe, der Fall Sebastian sei der erste dieser Art auf Amrum gewesen. "Erinnert sich wirklich keiner auf Amrum mehr an Fredi Hillers?", fragt Klaus Langer. Touristik-Chef Frank Timpe erklärt: "Ich habe die Parallelen der Fälle nicht gesehen, als ich von Reportern nach Unfällen beim Buddeln am Strand gefragt wurde. Das war unglücklich, das bedaure ich sehr."
Fredi Hiller starb, als er in den nördlichen Dünen offenbar einen Kaninchenbau erweiterte, der dann einstürzte.

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erstellt am 12.Jul.2012 | 10:02 Uhr

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