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Panorama

18. April 2014 | 07:30 Uhr

Drama vor 53 Jahren - Verschüttet auf Amrum - zwei Jahre unentdeckt

vom

Sebastians Tod erinnert an ein Drama vor 53 Jahren: Fredi Hillers verschwindet auf Amrum. Erst zwei Jahre später wird er gefunden - von spielenden Klassenkameraden.

Amrum | Der tragische Tod des zehnjährigen Sebastian aus Österreich ist nicht der erste Unfall im Dünensand der Nordseeinsel Amrum. Wie auch Sebastian wurde 1959 der elfjährige Fredi Hillers aus Essen von Sand begraben und starb. Die Ungewissheit dauerte für die Angehörigen fast zwei Jahre. Gefunden wurde seine Leiche erst 1961 - von seinen damaligen Mitschülern. Heute sind die ehemaligen Klassenkameraden empört darüber, dass sich an diesen Fall auf der Nordseeinsel offenbar niemand mehr erinnern möchte.
"Ich war Schulkamerad und habe bei der Suche geholfen", schreibt Klaus Langer an den sh:z. Fredi Hillers war im Sommer 1959 mit 500 Schülern aus zwei Essener Realschulen zu einer vierwöchige Schulfahrt auf die Insel gefahren. Nach einem Ausflug am 15. September war Fredi verschwunden. "Gemeinsam mit der Polizei suchten alle Schüler die komplette Insel ab", berichtet Klassenkamerad Günther Kempgen. Die Suchaktion, bereits mit Hubschraubereinsatz, blieb erfolglos. Im Sommer 1961 unternahm die Klasse von Fredi Hillers erneut eine Fahrt nach Amrum. Nur eine halbe Stunde nach der Ankunft fanden die Schüler beim Spielen in den Dünen seine Leiche. "Zuerst dachten wir, es wäre ein verfaulter Baumstamm. Als wir dann weiter im Sand buddelten, wurde uns klar, dass es sich um eine Leiche handelte", schildert Kempgen. Die Obduktion ergab: Es war ihr Klassenkamerad.
"Erinnert sich keiner mehr an Fredi Hillers?"
Empört sind die Mitschüler nun über die Behauptung von Touristik-Chef Frank Timpe, der Fall Sebastian sei der erste dieser Art auf Amrum gewesen. "Erinnert sich wirklich keiner auf Amrum mehr an Fredi Hillers?", fragt Klaus Langer. Touristik-Chef Frank Timpe erklärt: "Ich habe die Parallelen der Fälle nicht gesehen, als ich von Reportern nach Unfällen beim Buddeln am Strand gefragt wurde. Das war unglücklich, das bedaure ich sehr."
Fredi Hiller starb, als er in den nördlichen Dünen offenbar einen Kaninchenbau erweiterte, der dann einstürzte.

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von ge
erstellt am 12.Jul.2012 | 10:02 Uhr

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01. | Stefan Schau | 11.07.2012 | 10:26 Uhr
Nicht alles wird vergessen

Ich habe den größten Teil meines Lebens auf Amrum gelebt und meine Familie lebt immer noch dort. Auf der Insel erscheint jedes Jahr eine Inselchronik in der auch solche Vorfälle dokumentiert werden. Wie ich dort vor einiger zeit lesen konnte, ist der Vorfall mit Fredi Hillers nicht der einzige dieser Art. Leider geschehen solche Unfälle in der Natur immer wieder (nicht nur auf Amrum). Erst vor kurzem sind, irgendwo in Deutschland, in einem Flussbett Kinder von einem lockeren Fels begraben wurden. Ich bin jetzt 32 und damit liegt der damalige Vorfall noch weit vor meiner Geburt, trotzdem habe ich von diesen Unglücken gehört. Ich glaube, dass in einer so zusammenhängenden Gemeinschaft wie sie auf Amrum existiert, ein solches Unglück eher noch länger im Gedächtnis bleibt, als in der Anonymität der größeren Städte.

02. | Stefan Schau | 11.07.2012 | 10:26 Uhr
Nicht alles wird vergessen

Ich habe den größten Teil meines Lebens auf Amrum gelebt und meine Familie lebt immer noch dort. Auf der Insel erscheint jedes Jahr eine Inselchronik in der auch solche Vorfälle dokumentiert werden. Wie ich dort vor einiger zeit lesen konnte, ist der Vorfall mit Fredi Hillers nicht der einzige dieser Art. Leider geschehen solche Unfälle in der Natur immer wieder (nicht nur auf Amrum). Erst vor kurzem sind, irgendwo in Deutschland, in einem Flussbett Kinder von einem lockeren Fels begraben wurden. Ich bin jetzt 32 und damit liegt der damalige Vorfall noch weit vor meiner Geburt, trotzdem habe ich von diesen Unglücken gehört. Ich glaube, dass in einer so zusammenhängenden Gemeinschaft wie sie auf Amrum existiert, ein solches Unglück eher noch länger im Gedächtnis bleibt, als in der Anonymität der größeren Städte.

03. | Stefan Peters | 10.07.2012 | 17:45 Uhr
Tourismus laesst schnell vergessen

Ich glaube in Tourismusorten erninnern sich die Einheimischen äußerst ungern an Unglücke

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