zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Panorama

21. September 2014 | 06:01 Uhr

Sturz aus SyltShuttle : Vater geht es wieder besser

vom

Schreck auf dem SyltShuttle: Während der Fahrt wird ein zweijähriger Junge aus einem Wohnmobil gesogen. Der Vater springt hinterher. Beide überleben verletzt.

Lehnshallig | Das Unglück geschah gegen 9 Uhr. Nach Angaben von Bundespolizeisprecher Bernd Schindler war der Autozug auf dem Weg von Westerland nach Niebüll in Lehnshallig bei Klanxbüll (Kreis Nordfriesland). Das Wohnmobil stand auf einem Flachwaggon, auf dem auch Lkw transportiert werden, direkt hinter der Lok. Der Junge kam offenbar beim Spielen gegen die hintere Wohnmobiltür. Dabei sprang sie auf und der Kleine wurde durch den Fahrtwind hinaus gesogen. Er stürzte ins Gras neben die Gleise, überlebte schwer verletzt.
Der Vater (30) der dreiköpfigen Familie reagierte sofort, zog die Notbremse und sprang hinterher. Dabei verletzte er sich ebenfalls. Mit einem Rettungswagen wurde er ins Niebüller Krankenhaus gebracht. Am Montag lag er nach einer Operation noch auf der Intensivstation, es gehe ihm laut einem Sprecher der Klinik mittlerweile wieder besser. Sein Sohn wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Kinderklinik der Flensburger Diako geflogen. Seine Mutter begleitete ihn. "Er hat schwere äußere und innere Verletzungen erlitten. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Ärzte aber nicht mehr", sagt Polizeisprecher Schindler.
Rettungshubschrauber suchte Unfallstelle
Als die Notbremse gezogen wurde, hatte der Lokführer gerade begonnen, die Geschwindigkeit des Autozugs auf 70 Stundenkilometer zu verringern. Das ist für den Bereich der Strecke vorgesehen. Der Zug brauchte dennoch fast 600 Meter bis er stand.
Wo genau sich der Unfall ereignete, war zunächst nicht ganz klar. "Mehrere Menschen hatten einen Notruf abgesetzt. Die Angaben zur Unfallstelle waren sehr unterschiedlich", berichtet ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Harrislee. Die Meldungen reichten vom Hindenburgdamm bis Niebüll. Die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph Europa 5 suchte deshalb die Gleisstrecke ab und lotste die Helfer schließlich.
Hohes Gras dämpfte Stürze
Ein Sprecher der Feuerwehr war erleichtert, dass sich der Unfall nicht auf dem Hindenburgdamm ereignete. Durch hohes Gras wurden die Stürze aus dem fahrenden Zug gedämpft. "Auf dem Damm hätten die massiven Basaltsteine an der Bahnstrecke noch schwerere Verletzungen hervorgerufen", erklärte der Sprecher.
Für die Ermittlungen haben Bundespolizisten die Daten der Blackbox der Lok ausgelesen und das Wohnmobil sichergestellt. Der Wehrführer der Emmelsbüller Feuerwehr, Uwe Ingwersen, sagte über das Unglück: "So etwas haben wir bisher weder erlebt noch jemals davon gehört."
Keine Anschnallpflicht auf Autozug
Ein Sprecher der Deutschen Bahn, zu der der Sylt Shuttle gehört, sagte, es gebe keine Anschnallpflicht während der Fahrt. Für Campingfahrzeuge gebe es aber einen Extra-Zettel mit Sicherheitsvorschriften. Darin heiße es unter anderem, Fahrzeugführer müssten für den Verschluss der Türen sorgen.
Die Familie aus dem Süden Schleswig-Holsteins war auf dem Rückweg vom Sylturlaub nach Hause. Die Bahnstrecke Niebüll-Westerland war bis 10.47 Uhr gesperrt.

Anzeige
Anzeige
zur Startseite

von
erstellt am 18.Jul.2012 | 07:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Nachrichtenticker