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Panorama

29. August 2014 | 20:04 Uhr

Urlaubsland Schleswig-Holstein : Touristiker sorgen sich um EU-Förderung

vom

Schleswig-Holsteins Tourismus ist auf Erfolgskurs. Doch die wichtige EU-Förderung der vergangenen Jahre könnte in Zukunft wegbrechen.

Kiel | Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr mit 6,1 Millionen Gästen eine neue Rekordmarke erzielt. Das entspreche einem Anstieg um 2,4 Prozent im Vergleich zu 2010, hieß es am Dienstag in Kiel bei der Vorstellung des neuen Tourismusbarometers.
Die Zahl der Übernachtungen wuchs zwar lediglich um 0,2 Prozent auf 24,5 Millionen. Das bedeute aber dennoch den höchsten Stand seit 1995. Schleswig-Holstein befinde sich auf einer Aufholjagd, um verlorene Marktanteile wiederzugewinnen, sagte der Tourismusexperte Prof. Mathias Feige. Bundesweit liege Schleswig-Holstein als Urlaubsland an dritter Stelle hinter Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, aber vor Niedersachsen.
EU-Förderungen nur noch bis 2014?
Vertreter der schleswig-holsteinischen Tourismusbranche äußerten die Sorge, dass die Förderung mit EU-Mitteln im Tourismusbereich ab 2014 dramatisch einbrechen und die positive Entwicklung gefährden könnte. In dem neuen siebenjährigen EU-Förderprogramm soll die Förderung von touristischer Infrastruktur nach den bisherigen Programmentwürfen nicht mehr direkt auftauchen. Entscheidungen sollen 2013 fallen.
Die Tourismusbranche im Norden werde sich Verbündete in Berlin und anderen deutschen Urlaubsregionen suchen, aber auch in Urlaubsländern wie Spanien und Griechenland, um in Brüssel noch Änderungen zu erreichen, sagte Frank Behrens, stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein. Allein in die öffentliche Tourismusinfrastruktur sind seit der Neuausrichtung des Tourismus im Norden im Jahre 2006 Zuschüsse in Höhe von 90 Millionen Euro geflossen - überwiegend EU-Mittel.
Ausländische Touristen waren Wachstumstreiber
Wachstumstreiber für den Tourismus in Schleswig-Holstein waren im vergangenen Jahr die ausländischen Touristen. Deren Übernachtungen stiegen um ein 500.000 auf 1,5 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste nahm um 600.000 auf 23,0 Millionen zu. Auch der Städtetourismus in Kiel und Lübeck samt Kreuzfahrtgeschäft belebe den Tourismus, betonte Feige. Wegen des schlechten Wetters war die Zahl der Campingurlauber dagegen um 3 Prozent zurückgegangen.
Das neue Jahr lief im Januar mit 6,6 Prozent mehr Übernachtungen (Bundesdurchschnitt 6,3 Prozent) verheißungsvoll an. Die Strategie müsse es sein, die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern und weiterhin in eine bessere touristische Infrastruktur zu investieren, sagte Feige. Als ein positives Beispiel nannte er das "Beachmotel", das zurzeit in St. Peter-Ording "im US-Ostküstenstil" gebaut werde. Dort werden Urlauber mit Wohnmobil und ihrem Surfbrett direkt ranfahren können. "Das ist trendy und nicht altbacken und gibt die Richtung vor", meinte Feige.
Erneute Kritik an Landesmittelkürzung
Catrin Homp von der Geschäftsführung des Tourismusverbandes kritisierte erneut die ihrer Meinung nach verheerenden Kürzungen im Bereich Marketing. So solle die Tourismusagentur Schleswig-Holstein, die im vergangenen Jahr noch 1,7 Millionen Euro erhalten habe, ab 2015 nur noch 500.000 Euro Landesmittel bekommen. Selbst das Saarland, das im Tourismusbereich bundesweit an letzter Stelle liege, unterstütze mit 1,7 Millionen Euro die Tourismusförderung. "Während wir im Tourismus auf der Überholspur sind, wird gleichzeitig im Landesetat eine Vollbremsung gemacht", sagte Homp. So lasse sich das Ziel, wieder Deutschlands Urlaubsland Nr.1 zu werden, nicht erreichen.

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von dpa
erstellt am 26.Apr.2012 | 07:02 Uhr

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01. | K.P. Barnick | 25.04.2012 | 12:08 Uhr
Politisch gewollt

Unsere Zimmerbelegung ist in den vergangenen 3 Jahren um ? weg gebrochen, Tendenz weiter abnehmend. Langjährige Stammgäste haben uns auch den Grund genannt, das hat @HUGO T ja schon ausführlich beschrieben. Allerdings kommt da noch hinzu der Lärm den die großen landwirtschaftlichen Maschinen verursachen.
Aber das Finanzamt glaubt uns das nicht, die denken wir wollen sie bescheissen, und deshalb prüfen sie unsere Unterlagen doppelt und dreifach.

02. | Hugo T. | 25.04.2012 | 10:51 Uhr
EEG - Quatsch

Anfangs vielleicht eine gute Idee, aber das EEG ist pervertiert. Vermaisung, Verspargelung, Güllefrabriken und industrielle Mastanlagen. Kein Wunder wenn die Touristen wegbleíben oder die, die es sich leisten können, abwandern. Das Ergebnis der Politik von CDU, FDP, SPD und Grünen.

Die FREIEEN WÄHLER fordern daher mehr Bürgerbeteiligung vor Ort, um die zerstörerische Entwicklung zu stoppen: http://www.fw-sh.de/index.php/wahlkampfmedien. Die wollen auch Gewebesteuerpflicht für Energieerzeuger.

03. | Karsten Petersen | 24.04.2012 | 21:19 Uhr
Schade

Das ist ja bedauerlich, wo sich Schleswig.Holstein gerade so aufhübscht, mit zig-tausend Windkraftanlagen, Monokulturen, Solarparks und Kohlekraftwerken. Dann müssen wir die zappelnde Landschaft eben ohne Touristen genießen, die Abwanderung und auch den Verfall der Immobilienpreise ertragen und zusehen, wie das Land in eine Industrielandschaft verwandelt wird. Man kann nicht beides haben: Ein Industriestandort sein und auf Tourismus hoffen. Insofern ist die Kürzung/Streichung der EU-Förderung absolut richtig. Schade.

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