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Panorama

31. Oktober 2014 | 05:50 Uhr

Robbe gesichtet : Seehund planscht im Kieler Hafen

vom

Es ist immer ein kleines Spektakel, wenn sich ein Seehund in die Kieler Förde verirrt. Jetzt hat eine Robbe am Hindenburgufer für die Passanten posiert - dabei gelten die Tiere als scheu.

Kiel | Unverhoffter Besuch in Kiel: Ein Seehund hat sich etwas ausführlicher in der Kieler Förde umgeschaut und posierte am Hindenburgufer sogar für die Kameras der anwesenden Spaziergänger. Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Seehund in den Kieler Hafen verirrte. "Früher hat uns mal alle paar Jahre ein Seehund besucht, jetzt sind es mehrere in einem Jahr", sagt Michael Gruber, Leiter des Kieler Aquariums und Seehundexperte. So schnell, wie er am Wochenende auftauchte, verschwand der Seehund auch wieder.
Schon im September hatte ein Seehund den Weg nach Kiel gefunden und sich ein wenig in der Hörn herumgetrieben. "Im Moment soll noch einer im Nord-Ostsee-Kanal schwimmen", erzählt Gruber. Ein befreundeter Fischer habe ihm bereits sein Leid geklagt.

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"Das sind Raubtiere"

"Ich schätze, dass wir in diesem Jahr bis zu zehn Robben gesehen haben", erzählt Frank Otte, Polizeipressesprecher in Kiel, von den Erfahrungen der Wasserschutzpolizei. Im Sommer habe er selbst die Ehre gehabt eine Robbe im Hafenbecken zu grüßen. "Wir standen direkt an der Hörnbrücke als er sich gezeigt hat", berichtet Otte.
Bis zum Jahr 2000 hatte der Polizeisprecher nie einen Seehund im Kieler Hafen gesehen. Dabei arbeite er schon seit fast 30 Jahren in der Landeshauptstadt. Er warnt aber dennoch die Menschen davor, zu nah an die Tiere heranzugehen. "Das sind keine Streichel- sondern Raubtiere", betont er. Was der Grund für die vielen Sichtungen ist, könne er aber nicht sagen.

Viel Futter und sauberes Wasser

Laut Gruber können die vielen Sichtungen in der Kieler Förde ein Zeichen dafür sein, dass sich die Population in der Ostsee stark erholt hat. Wissenschaftliche Forschungen habe es dazu aber noch nicht gegeben und seien seinem Wissen nach auch nicht geplant. Im Seehundbecken des Kieler Aquariums werde im Moment auch leider nicht weiter geforscht, berichtet Gruber. Dennoch kann er mit Sicherheit sagen, dass die Kieler Förde keine Gefahr für eine ausgewachsene Robbe darstellt. "Seehunde haben ihre Spürhaare mit denen sie den Vibrationen im Wasser folgen können", erklärt der Seehundexperte. Auf diese Weise können sie nicht nur fahrenden Schiffen ausweichen sondern auch Fische im Wasser aufspüren und verfolgen.
Und davon hat die Förde jede Menge zu bieten: Dort schwimmen heranwachsende Heringe, Grundeln und Dorsche, die den Seehunden gut schmecken. "Die Dorsche müssen aber sehr jung sein, da sie sonst zu schnell für die Seehunde sind", weiß der Aquariumsleiter. Eigentlich würden Seehunde, die zu der Gattung der Hundsrobben gehören, aber alles fressen, was nicht zu schnell für sie schwimmt. Die Wasserqualität in der Kieler Förde sei außerdem sehr gut. Körperliche Schäden werde ein verirrter Seehund in Kiel wohl nicht erleiden. Die scheuen Tiere tauchen schnell wieder unter - so wie das Exemplar in der Kieler Förde.

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von
erstellt am 18.Dez.2012 | 03:06 Uhr

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