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Panorama

21. Dezember 2014 | 12:19 Uhr

"Bildungsmonitor" : Schlechte Noten für Kieler Hochschulpolitik

vom

Wirtschaftsforscher sehen Schleswig-Holstein auf dem letzten Platz im "Bildungsmonitor". In einer Studie kritisieren sie eine zu geringe "Akademisierung" im Land.

KIEL/BERLIN | Schleswig-Holstein ist im jährlichen "Bildungsmonitor" des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom vorletzten auf den letzten Platz aller Länder abgerutscht. Ausschlaggebend dafür sind vor allem Schwächen in der Hochschulpolitik: Das IW beklagt in der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie eine zu geringe "Akademisierung" im Land.
So drängen - relativ betrachtet - nirgends so wenig Absolventen von Unis und Fachhochschulen auf den Arbeitsmarkt wie im Norden. Zwar ist die absolute Zahl im vergangenen Jahrzehnt um fast 10.000 gestiegen - aber die Quote ist dennoch schlecht: Die "Akademiker-Ersatzquote", die den Anteil der Hochschulabsolventen an allen erwerbsfähigen Akademikern angibt, liegt mit 3,3 weit unter dem Bundesschnitt von 4,5 und ist die niedrigste in Deutschland. Nicht zuletzt in den Ingenieurfächern, die aus Sicht der Wirtschaft besonders wichtig sind, sieht es schlecht aus.
Geringe Akademisierung
"Von den Schülern mit Abitur wandern sehr viele für das Studium in andere Bundesländer ab - und zwar mehr, als zum Studieren nach Schleswig-Holstein ziehen", kritisierte IW-Forscher Axel Plünnecke. Zudem ist das Land kaum attraktiv für internationale Studenten: Nur jeder neunzehnte kommt aus dem Ausland, deutschlandweit ist es jeder zwölfte. Auch gibt es in keinem anderen Bundesland so wenig grenzüberschreitende Hochschulkooperationen.
Die geringe Akademisierung ist aus Sicht Plünneckes umso bedenklicher, als mehr Absolventen die Wirtschaftskraft erhöhen: Allein die fast 10.000 zusätzlichen schleswig-holsteinischen Absolventen seit 2000 haben das Inlandsprodukt nach seiner Rechnung um 185 Millionen Euro erhöht - allerdings nicht unbedingt im Norden, sondern dort, wo die Akademiker arbeiten.
Hohe "Zeiteffizienz" im Bildungssystem
Ein bisschen Lob erhielt Schleswig-Holstein aber auch - vor allem für die hohe "Zeiteffizienz" im Bildungssystem: Es gibt kaum zu spät eingeschulte Kinder, wenig Sitzenbleiber und viele Studenten in den kurzen Bachelor-Studiengängen. Zudem sei die Integration von ausländischen Schülern auf einem guten Weg.
Die Kieler Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) erklärte, sie habe schon einige Ideen zur Stärkung der Hochschulen, die sie jedoch zuerst mit den Universitäten und Fachhochschulen diskutieren wolle. Sie übte aber auch Kritik am Ranking des IW: "Die Platzierung des Landes gibt nicht die erfreulichen Fakten wieder". Sie nannte etwa die gesunkene Zahl von Schulabbrechern. Zudem sehe das IW die Schule als reine "Wettbewerbsinstitution". Schule sei aber auch der Ort, "an dem die Grundlage für eine humane Gesellschaft gelegt wird". Sieger des Rankings wurde Sachsen vor Thüringen. Hamburg verbesserte sich am stärksten und kletterte von Platz 13 auf 8.

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erstellt am 17.Aug.2012 | 11:24 Uhr

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