zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Panorama

01. August 2014 | 15:53 Uhr

Drogenprozess : Protokolle aus der Karibik nicht verwertbar?

vom

Fehler bei der Vernehmung? Dem deutschen Angeklagten im Flensburger Karibik-Prozess soll kein Anwalt angeboten worden sein. Die Protokolle könnten dadurch unbrauchbar sein.

Flensburg | Im sogenannten Karibik-Prozess gegen drei mutmaßliche Drogenhändler vor dem Flensburger Landgericht hat der Anwalt des deutschen Angeklagten ein Verwertungsverbot französischer Vernehmungsprotokolle beantragt. Seinem von der Insel Föhr stammenden Mandanten sei damals in der Karibik keine Gelegenheit zu einer anwaltlichen Beratung gegeben worden, sagte der Verteidiger am Montag.
Auch sei er nicht belehrt worden, dass ihm Schweigen nicht negativ ausgelegt werde. Daraus ergebe sich ein Verbot der Beweiserhebung und -verwertung. Das Gericht vertagte die Entscheidung über den Antrag des Verteidigers auf die kommende Woche.
Den Angeklagten drohen fünf bis 15 Jahre Haft
Im Juli 2011 hatte die französische Küstenwache auf Sint Maarten (Kleine Antillen) die Segelyacht "Moon Shadow" mit mehr als einer Tonne Kokain an Bord aufgebracht. Neben dem von Föhr stammenden Angeklagten wurden damals ein Südafrikaner und ein Niederländer festgenommen. Auch sie müssen sich in dem Flensburger Verfahren verantworten.
Die drei Angeklagten sollen seit 2008 mit weiteren Beteiligten regelmäßig Rauschgift von Südamerika nach Europa eingeführt haben. Das Kokain soll aus Venezuela stammen und mit einer Segelyacht nach England und von dort in die Niederlande verschifft worden sein. Den Männern droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren.
Eine "herausfordernde Kindheit während der Apartheid" erlebt
Die Verteidiger des Südafrikaners und des Niederländers schlossen sich dem Antrag ihres Kollegen an. Dem Südafrikaner sei von den französischen Beamten auf Martinique angedroht worden, seine Frau zu verhaften, wenn er nicht aussage, so dass sein Kind ins Heim komme, hieß es. Das französische Justizministerium hatte den Vernehmungsbeamten keine Ausreisegenehmigung für den Prozess erteilt.
Der 35-jährige südafrikanische Angeklagte schilderte außerdem vor Gericht seinen Werdegang. Er habe eine "herausfordernde Kindheit während der Apartheid" erlebt. Zeitweilig arbeitete der Mann in Israel in einem Kibbuz sowie auf den Seychellen. In einem seiner Jobs in Südafrika wurde er überfallen. Danach heuerte er als Hilfsmatrose auf einer Yacht an. Mit seiner aus Venezuela stammenden Frau lebte er zuletzt in der Karibik. Dort führte er unter anderem Wartungsarbeiten auf Booten durch und überführte Segelyachten. Auch sich selbst kaufte er eine Yacht.

Anzeige
Anzeige

von dpa
erstellt am 22.Mai.2012 | 05:38 Uhr

Diskutieren Sie mit.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Nachrichtenticker