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Panorama

30. August 2014 | 10:10 Uhr

Glücksspiel-Staatsvertrag : Neuer Internet-Tipp gefährdet Lottoläden

vom

Mehrere hundert Annahmestellen und Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel: Die Lottogesellschaften ermöglichen das Online-Tippen. Die Hälfte der Lottospieler will umsteigen.

Schleswig | Jetzt geht es den bundesweit 23.500 Lotto-Annahmestellen an den Kragen. Wenn in Kürze die staatlichen Lottogesellschaften ihren Online-Auftritt ausweiten und Tipper ihre Kreuzchen im Internet machen können, wird das "der Anfang vom Ende der Lottoannahmestellen sein", fürchtet Hermann Teckenburg. Der Schleswiger betreibt zwei Zeitschriftenläden mit Lottoannahmestellen und ist Chef des Bundesverbands der Lotto-Toto-Verkaufsstellen.
Die Befürchtungen sind nicht unberechtigt: So ergab eine Umfrage, dass die Hälfte der Lottospieler in den nächsten zwölf Monaten über das Internet spielen wird. "Das kann das Aus für 30 Prozent der Lottoläden bedeuten", warnt Teckenburg. Für Schleswig-Holstein bedeutet das: Gut 200 der rund 780 Lottoannahmestellen mit über 4000 Mitarbeitern sind akut gefährdet.
Neuer Staatsvertrag erlaubt Online-Glücksspiel
Erwin Horak vom Deutschen Lotto- und Totoblock hatte zuvor angekündigt, dass unter der Zentraladresse "Lotto.de" das Onlinespiel eröffnet wird. Möglich wird dies, weil seit Monatsbeginn der neue Glücksspiel-Staatsvertrag gilt und das bisherige Verbot des Internetspiels aufgehoben wird. Horak erwartet dadurch Mehreinnahmen: "Mittelfristig wollen wir unseren Umsatz auf acht Milliarden Euro steigern", erklärte er. Zuletzt gaben die Deutschen 6,7 Milliarden Euro im Jahr für das klassische Lotto "6 aus 49", das "Spiel 77", die "Super 6" oder die Sportwette "Oddset" aus.
Von dem Umsatzplus werden die Annahmestellen vor Ort aber kaum profitieren. Im Gegenteil. Teckenburg rechnet mit Umsatzeinbrüchen, weil Lottospieler bisher in den Annahmestellen auch Tabakwaren kaufen oder eine Zeitung mitnehmen. "Das fällt weg, wenn künftig 25 bis 30 Prozent der Kundschaft ins Internet abwandern." Die Situation sei für die Branche "wirklich existenzbedrohend". Weil Schleswig-Holsteiner wegen des Alleingangs des Landes beim Glücksspielgesetz schon seit April über private Wettanbieter ihre Lottoscheine im Netz ausfüllen können, ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bereits um sieben Prozent eingebrochen.
"Da der Deutsche Lottoblock nun mit seiner geballten Werbemacht loslegt, wird das Minus um ein Vielfaches anwachsen", fürchtet Teckenburg. Wenn die Läden aufgäben, bedeute das auch einen katastrophalen Wegfall von Nahversorgungsfunktionen für die Bürger etwa "bei der Versorgung mit Presseprodukten und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs". Er fordert deshalb eine Umsatzbeteiligung für die Annahmestellen am Internet-Lotto. "Bayern hat das schon gemacht, in Schleswig-Holstein wird jedoch gemauert."

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von Margret Kiosz
erstellt am 18.Jul.2012 | 08:23 Uhr

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01. | Jakov Efroni | 17.07.2012 | 12:12 Uhr
Wirklich peinlich - diese Schreihälse

Also , Tatsache ist und bleibt , nur in SH ist wegen des liberalen Glücksspielstaatsvertrages die Zukunft der Lottoshops gesichert . In allen anderen fünfzehn Bundesländern herrscht Verunsicherung und juristisches Chaos . Warum ? Beispiel NRW : Im Ausführungsgesetz zum Restfünfzehnglücksspielstaatsvertrag wird für Oddsetsportwetten eine Limitierung gelten . 20 Konzessionen mit dazugehörenden 27 Lizenen , für ganz NRW . ( In Bayern sogar nur 20) ! Da hier die ODDSET Gmbh eines dieser Konzessionen bekommen wird heißt das vorläufig , in ganz NRW wird es nur 27 Shops geben , in den Oddsetwetten gespielt werden dürfen , es sei denn , den Mächtigen und Einflußreichen fällt noch irgendeine Ferkelei ein , um einmal mehr die private Konkurrenz auszuhebeln und sein Quasimonopol fortzuführen . Aber das wird dieses Mal besonders schwer , da ihr Staatsvertrag bislang nicht bei der EU notifiziert wurde und sie deswegen besonders vorsichtig mit Rechtsbruch vorgehen werden . Das bedeutet vermutlich für alle Lottoshops in NRW , außer 27 , sie dürfen keine Oddsetsportwetten mehr annehmen ! Thema EUROJACKPOT : Das eine Lotterie mit garantiertem wöchentlichem Jackpot zwischen 10 und 90 Millionen Euro nicht suchtpräventiv ist , damit gegen das Gesetz verstößt und in Restfünfzehn eigentlich verboten gehört versteht sich von selbst . Vorteil SH ! LOTTOUMSATZ Bundesweit: 2010 Minus 20% , 2011 ganz leichtes Plus , resultierend aus immens verstärkter , eigentlich verbotener Werbung (wurde auch Bundesweit in vielen Gerichtsprozessen festgestellt) in Verbindung mit weiteren neuen Glücksspielen wie Rubbellose , Glücksspierale und diverse Zusatzsuppenzahlen zu den bereits vorhandenen Angeboten. Und nun zu den wirtschaftlichen Faktoren der Lottoshops : Immer nur jammern , Herr Teckenburg ist zu wenig . Wo bleiben Visionen für das einzige Bundesland , in dem weiterhin Rechtssicherheit besteht . Warum nicht Pferdewetten ins Angebot mithineinnehmen , Kundenkarten provisionieren lassen...

02. | Dark Knight | 17.07.2012 | 10:45 Uhr
AA ohne A

Man, endlich mal wieder die regelmässigen Parolen aus dem Hause Ohne Anstand. Man hätte sie fast vermissen können.

Es spielen bereits millionen Menschen online Lotto in Deutschland - nur das aktuell halt Unternehmen mit Sitz in London daran verdienen und entsprechend auch ihre Steuern in GB zahlen! Wenn Sie nun der alten Regierung vorwerfen wollen, dieses Geld stattdessen lieber hier abzuschöpfen - bitte. Aber erstens rettet das keinen einzigen Tabak/Lotto-Laden und zweitens erklären Sie uns dann doch mal, wie sonst in diesem strukturschwachen Land Geld in die Kassen kommen soll!

03. | Norbert Karl | 17.07.2012 | 10:34 Uhr
Modernisierung!

Dagegen ist kein Kraut gewachsen!
Das haben schon die Weberaufstände im 18. und. 19. Jahrhundert gezeigt.
Die Modernisierung kann allerhöchstens etwas hinausgezögert werden.

04. | Albert Anstand | 17.07.2012 | 10:20 Uhr
schwarz-gelbe Mißwirtschaft

Ich wies schon des öfteren darauf hin: schwarz-gelbe Mißwirtschaft. Noch vor einigen Wochen hat die rechte Mischpoke die neue Regierung als Arbeitsplatzvernichter beschimpft weil sie das Glücksspielgesetz rückgängig machen wollte. Und nun kommt heraus, es vernichtet Arbeitsplätze und gewachsene regionale Strukturen! Peinlich für die rechten Schreihälse in diesem Forum.

Und es ist nicht die einzige Baustelle, an der Schwarz-Gelb die eigene Unfähigkeit unter Beweis stellt http://www.sueddeutsche.de/politik/familienministerin-kristina-schroeder-watschenweib-der-berliner-politik-1.1414016 und http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-nach-altmaier-zweifelt-auch-roesler-am-zeitplan-a-844757.html .

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