zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Panorama

01. Oktober 2014 | 12:31 Uhr

Jagd auf Pseudonyme : Facebook sucht die falschen Freunde

vom

Freunde sollen Freunde verpetzen: So versucht Facebook Nutzern mit Pseudonymen auf die Schliche zu kommen. Datenschützer Weichert hält dies für "unverschämt und gesetzeswidrig".

Kiel | "Ist dies der echte Name deines Freundes?", fragt das soziale Netzwerk ausgewählte Mitglieder. Darunter erscheint ein Foto des Benutzers. "Deine Antwort bleibt anonym und hat keinen Einfluss auf das Konto deines Freundes", heißt es weiter. Als Antwortmöglichkeiten stehen "Ja", "Nein", "Ich kenne diese Person nicht" und "Ich möchte nicht antworten" zur Auswahl. Screenshots dieser neuen Methode kursieren seit einigen Tagen im Internet.
Auf diese Weise will das Netzwerk sogenannten Fake-Accounts ein Ende bereiten. Dabei handle es sich allerdings nur um einen Test, mit dem falsche Profile identifiziert werden sollen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Dieser sei auch bereits abgeschlossen, hieß es am Dienstag. Außerdem habe er "keinen Einfluss auf die Facebook Chronik der betroffenen Person". Er diene dazu, Daten für statistische Zwecke zu erhalten.
"Verbot von Pseudonymen ist gesetzeswidrig"
Pseudonyme sind bei Facebook nicht erlaubt. Das hat der US-Konzern in seinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Nur der echte Name wird akzeptiert. Bei Verdacht auf falschen Namen sperrt das Netzwerk den Nutzer und schaltet das Profil erst wieder frei, wenn er die Kopie seines Ausweises schickt. Dadurch soll die Internetplattform sicherer gemacht werden.
Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert ist diese Arbeitsweise "eine Unverschämtheit". "Die lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um an Daten zu kommen", sagte er am Dienstag gegenüber shz.de. Aus seiner Sicht sei das Verbot von Pseudonymen in Deutschland ohnehin gesetzeswidrig. "Das Telemediengesetz erlaubt die Nutzung von Pseudonymen im Netz". Gegen diese Regel verstoße aber nicht nur Facebook. Auch Google Plus verbiete Nutzern, sich ausschließlich unter einem Pseudonym anzumelden, sagte er weiter.
Die Verteidigung des Unternehmens, dass die Ergebnisse nur statistischen Zwecken dienen, hält Weichert außerdem für "nicht ansatzweise vertrauenswürdig". Dass Leute hier bewusst zum Verpfeifen ihrer eigenen Freunde aufgerufen werden, ist für ihn "eine grauenhafte Vorstellung".

Anzeige
Anzeige
zur Startseite

von
erstellt am 12.Jul.2012 | 10:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Nachrichtenticker