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Panorama

26. Juli 2014 | 11:08 Uhr

Jagd auf Pseudonyme : Facebook sucht die falschen Freunde

vom

Freunde sollen Freunde verpetzen: So versucht Facebook Nutzern mit Pseudonymen auf die Schliche zu kommen. Datenschützer Weichert hält dies für "unverschämt und gesetzeswidrig".

Kiel | "Ist dies der echte Name deines Freundes?", fragt das soziale Netzwerk ausgewählte Mitglieder. Darunter erscheint ein Foto des Benutzers. "Deine Antwort bleibt anonym und hat keinen Einfluss auf das Konto deines Freundes", heißt es weiter. Als Antwortmöglichkeiten stehen "Ja", "Nein", "Ich kenne diese Person nicht" und "Ich möchte nicht antworten" zur Auswahl. Screenshots dieser neuen Methode kursieren seit einigen Tagen im Internet.
Auf diese Weise will das Netzwerk sogenannten Fake-Accounts ein Ende bereiten. Dabei handle es sich allerdings nur um einen Test, mit dem falsche Profile identifiziert werden sollen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Dieser sei auch bereits abgeschlossen, hieß es am Dienstag. Außerdem habe er "keinen Einfluss auf die Facebook Chronik der betroffenen Person". Er diene dazu, Daten für statistische Zwecke zu erhalten.
"Verbot von Pseudonymen ist gesetzeswidrig"
Pseudonyme sind bei Facebook nicht erlaubt. Das hat der US-Konzern in seinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Nur der echte Name wird akzeptiert. Bei Verdacht auf falschen Namen sperrt das Netzwerk den Nutzer und schaltet das Profil erst wieder frei, wenn er die Kopie seines Ausweises schickt. Dadurch soll die Internetplattform sicherer gemacht werden.
Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert ist diese Arbeitsweise "eine Unverschämtheit". "Die lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um an Daten zu kommen", sagte er am Dienstag gegenüber shz.de. Aus seiner Sicht sei das Verbot von Pseudonymen in Deutschland ohnehin gesetzeswidrig. "Das Telemediengesetz erlaubt die Nutzung von Pseudonymen im Netz". Gegen diese Regel verstoße aber nicht nur Facebook. Auch Google Plus verbiete Nutzern, sich ausschließlich unter einem Pseudonym anzumelden, sagte er weiter.
Die Verteidigung des Unternehmens, dass die Ergebnisse nur statistischen Zwecken dienen, hält Weichert außerdem für "nicht ansatzweise vertrauenswürdig". Dass Leute hier bewusst zum Verpfeifen ihrer eigenen Freunde aufgerufen werden, ist für ihn "eine grauenhafte Vorstellung".

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von Jana Walther
erstellt am 12.Jul.2012 | 10:12 Uhr

Themen zu diesem Artikel:

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01. | Pietatis | 11.07.2012 | 12:28 Uhr
@SARAH W.

Agreed!

02. | Jan Brunshaupt | 11.07.2012 | 09:00 Uhr
Facebooks Macht basiert nur auf den gedankenlosen Usern

Die Arbeit von Herrn Weichert finde ich im Großen und Ganzen gut. Nur hat er keine echte Macht und weiss es auch. Deshalb nimmt er sich manchmal übermächtige Gegner vor und erreicht nichts außer ein paar Schlagzeilen.
Facebook erscheint nur so stark und mächtig, weil es so angesagt ist. Und das wird abebben. Wer hat heute noch Angst vor Microsoft oder IBM? Google und Facebook werden auch bald ehemals angesagte Firmen sein, weil es einen neuen Hype gibt.
Gebt diesen Firmen nicht alles, was sie wollen. Vor allem muss man selbst vorsichtig mit seinen Daten umgehen und nicht jeden Ausflug, jeden Autokauf und jedes Kinderfoto posten. Dann hat auch Facebooks Macht Grenzen.

03. | XANTHIPPE v. PUHVOGEL | 10.07.2012 | 20:20 Uhr
@Andreas Kreuz

Nun ja, bei Fräulein Sarah fiel mir auch eine gewisse Logorrhoe auf, wenn auch nicht alles Unsinn ist.

Wegen Ihrem Wort "Pack" habe ich nachgeschlagen und "gegoogelt". Ich komme da immer wieder auf sogenannte politische Parteien. Lobbyisten und sowas. DAS können Sie doch nicht meinen, das wäre ja früher als "Majestätsbeleidigung" geahndet worden. Also so etwas! Gehen Sie mal in sich und entschuldigen Sie sich bei diesem Pack, das Volkes Wille als Populismus ansieht. Also wissen Sie, das geht doch nicht!!!

04. | Andreas Kreuz | 10.07.2012 | 19:54 Uhr
...

@Sarah
Sie spannen einen ziemlichen Bogen und kombinieren Probleme, die nur ansatzweise etwas miteinander zu tun haben.
Um jedoch auf den Datenschutzbeauftragten einzugehen: Sie machen den Überbringer der Nachricht für die Mißstände verantwortlich. Fakt ist, der Datenschutzbeauftragte ist ein zahnloser Tiger, was nicht an ihm, sondern an den Gesetzen liegt. De fakto und de jure hat er schlichtweg keinerlei Kompetenz. Die einzige Waffe, die er sein eigen nennen kann, ist die Öffentlichkeit.
Und "wir" haben es in Schleswig-Holstein glücklicherweise mit einem sehr engagierten Datenschutzbeauftragten zu tun. Herr Weichert ist für seinen Einsatz weit über die Landesgrenzen hin bekannt. Sie wünschen sich mehr Kompetenz für ihn? Engagieren Sie sich gegen das Pack, was uns tagtäglich belügt, verrät und verkauft!!

05. | Sarah W. | 10.07.2012 | 16:57 Uhr
Spass mit Weichert

Herr Dr. Weichert war schon immer ein cleveres Bürschchen. Aber welche Erfolge kann er denn effektiv vorweisen ? Viel Presserummel ja, aber die Bürger wirklich vor der enormen Datenschnüffelei des Staates und der vielen Firmen mit Einkaufs-Chips und Bonus-E-Karten sowie der Flut der umverschämten Daten-(blut)saugern des Internets zu schützen - dazu bedarf es mehr. "Ich bin Datenschützer, und wenn ich agiere, seid ihr sicher" - nein!
Das wäre genauso, als würde jemand sagen, "ich bin Quacksalber und heile euch von allen Krankheiten!"
So einfach ist das nicht.
Wenn sich in der Politik nicht endlich Fachleute mit fundierten Kenntnissen des Internets und dessen Programmierung etablieren,
bleibt diese höchst prioritäre "Angelegenheit" eine Farce. Wir haben zuhaúf Juristen parat, die immer noch meinen, dieses "WWW-Phänomen"
in Gesetzestexte giessen zu können. Leider haben diese Damen und Herren meistens Null Ahnung, wovon sie eigentlich sprechen (wenn es hoch kommt,
können sie aber als User immerhin differenziertere Suchfunktionen aufrufen). Aber - was verbirgt sich dahinter? Welche Algorithmen werden wann von
wo aufgerufen ? Wer hat welche Berechtigungen ? Und - sind die PC's dieser Damen und Herren vielleicht schon selber von Trojanern, Würmern, Viren oder
anderen Ausspähprogrammen infiziert ... nein - niemand weiss das mit Sicherheit. Denn die Virenscanner, seien sie von AV, Kasp, McA,Es..,u.a. sind ja
auch nur kleine Helferlein, die im Zweifelsfall ins Leere tappen.
Also werden in diesem Bereich "Fachleute" eingekauft. Wie jeder weiß, zahlt der Staat aufgrund der Besoldungsordnungen jedoch nur einen Bruchteil dessen,
was die freie Wirtschaft (zu Recht) für fundiertes Wissen für diesen Bereich ausgibt. In SH sagen wir: "für'n Butterbrot und 'n Ei", also 'ne Lachnummer.
Fazit: Ich möchte es hier nicht aussprechen - aber es kann sich jeder Leser
jetzt selbst eine Meinung darüber bilden, wie es mit hochspezialisierten IT- Fachkräften im "Staatsdienst" aussieht. Moin,Moin.

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