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Panorama

24. Oktober 2014 | 18:48 Uhr

Schadensersatz für "Hells Angels" : Es gab keinen anderen Weg

vom

Eine Garantie, den vermissten Tekin Bicer tot im Fundament einer Lagerhalle zu finden, gab es nie. Hätte man gar nicht erst anfangen sollen zu graben? Ein Kommentar von Eckard Gehm.

Kiel | Der Steuerzahler muss den verbotenen Kieler "Hells Angels" eine Lagerhalle bezahlen, die von der Polizei abgerissen worden ist. Fragen sind da erlaubt, die Antworten jedoch ernüchternd: Es gab keinen anderen Weg.
Zugegeben, aus heutiger Sicht betrachtet, erscheint die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen, der die Ermittler zur Halle in Altenholz führte, zweifelhaft. Nachweislich hat der Rocker-Aussteiger gelogen, als er den Ermittlern des Bundeskriminalamts auftischte, Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle hätten in Kiel Waffen gekauft. Und ja, es gab die behördliche Warnung, ihn nicht mehr als V-Mann zu engagieren.
Doch das Kieler Landeskriminalamt hätte gar nicht anders handeln können. Nachdem der Kronzeuge seine Aussage gemacht hatte, musste die Polizei nach der Leiche suchen. Eine Garantie, Tekin Bicer zu finden, gab es nie. Aber hätte man deswegen gar nicht erst anfangen sollen zu graben?
Dabei wurde die Halle, in der Tätowierbedarf gelagert war, komplett abgetragen. Auch das war konsequent, weil nicht auf halber Strecke aufgegeben wurde. Nun wird also Schadensersatz gezahlt. Wen das schmerzt, der sollte darüber nachdenken, wie sehr es den Rechtsstaat ehrt. Er befolgt seine Gesetze. In diesem Fall ist der Eigentümerin der Halle, der Lebensgefährtin eines Kieler "Hells Angels", durch den Polizeieinsatz Unrecht widerfahren. Sie hat ein Recht auf Schadensersatz.
Sicher ist, dass die Ermittler weiter nach dem verschwundenen türkischen Familienvater suchen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist er tot. Wie ein Damoklesschwert hängt dieser Fall deshalb weiter über den "Hells Angels", was jeden ihrer Schritte beschwerlich machen dürfte.

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erstellt am 28.Feb.2013 | 10:51 Uhr

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