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Panorama

23. Juli 2014 | 09:38 Uhr

Zwang zu Klarnamen : Datenschützer fordert Anonymität bei Facebook

vom

Thilo Weichert kämpft weiter gegen Facebook: Der schleswig-holsteinische Datenschützer will jetzt mehr Anonymität bei dem sozialen Netzwerk erzwingen. Er hat Facebook ein Ultimatum von zwei Wochen gesetzt.

Kiel | Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert, ein scharfer Facebook-Kritiker, will jetzt mehr Anonymität beim weltgrößten Online-Netzwerk erzwingen. Alle Nutzer aus Schleswig-Holstein müssten sich statt der Angabe echter Informationen zu ihrer Person auch unter einem Pseudonym registrieren können, forderte Weicherts Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz in einer am Montag veröffentlichten Anordnung. Die Klarnamenpolitik von Facebook verstoße gegen das deutsche Telemediengesetz.
Facebook konterte, es liege in der Hand der Dienstleister, Geschäftsbedingungen bezüglich Anonymität festzulegen. "Wir sind der Ansicht, dass die Verfügungen vollkommen unbegründet und eine Verschwendung deutscher Steuergelder sind." Facebook werde energisch dagegen vorgehen. Das Unternehmen agiere konform mit europäischen Datenschutzbestimmungen, betonte ein Sprecher. "Facebook hat schon immer eine Klarnamenpolitik verfolgt, weil wir glauben, dass die Verwendung der wahren Identität eine bestimmte Sicherheit mit sich bringt, und dass unsere Nutzer von dieser Sicherheit profitieren."

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Über Pseudonyme informieren

Weichert gab Facebook und der für Europa zuständigen irischen Tochter zwei Wochen Zeit, seine Forderungen zu erfüllen. Ansonsten sollen sie jeweils 20.000 Euro zahlen. Facebook-Konten, die nur wegen fehlender Informationen gesperrt wurden, müssten wieder zugänglich gemacht werden. Außerdem müsse in Deutsch über die Möglichkeit einer Registrierung unter Pseudonym informiert werden.
Weichert wirft Facebook schon seit langem Verstöße gegen Datenschutz-Bestimmungen vor und hatte im vergangenen Jahr bereits versucht, Unternehmen und Behörden in Schleswig-Holstein vom Einsatz des "Gefällt mir"-Buttons abzubringen. Damit hatte er jedoch nur wenig Erfolg.

von dpa
erstellt am 18.Dez.2012 | 03:34 Uhr

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01. | x 275 | 18.12.2012 | 23:44 Uhr
"Selbst Schuld"

Also bei den jüngeren Generationen läuft ein sehr großer Teil der Organisation über Facebook, Schule, Uni, Geburtstage, Veranstaltungen.. Alles, was privat organisiert wird, erfährt man über Facebook. Ist immer cool, wenn sich da Leute aus Idealismus oder Inkompetenz anmelden und dann zu allem zu spät oder gar nicht erscheinen, nie wissen was los ist und immer ne extra E-Mail mit Zusammenfassung brauchen.. Ich bin da auch nicht, um mit meinen Freunden zu reden..

02. | Jutta Pohn | 18.12.2012 | 13:57 Uhr
FLÖTEN SPIEL

Hu? Nein, ich bin genau GEGEN diese Dinge... deswegen sollte sich Herr Weichert einmal darum kümmern, statt Scheingefechte gegen Facebook zu führen. Das genau sage ich oben doch ganz deutlich.
Der Mann spielt Aktivismus vor und lenkt vor Untätigkeit bei den wichtigen Angelegenheiten ab. Aber das ist ja üblich.

Was wer auch immer bei Facebook sucht, sollte Sie übrigens weder kümmern noch hochnäsig von oben herab blicken lassen. Ich selber bin nicht einmal dort vertreten... aber richte auch nicht über jene, die es sind. Jedem das sein, nicht wahr?!

03. | Flöten Spiel | 18.12.2012 | 12:33 Uhr
Überwachungsstaat? Nein Danke

@ Jutta Pohn:
Zum einen: sehr traurig dass sie dort "sozialkontakte" suchen. Ich sehe es eher als Interessenbund an. Aber nungut, dass sei dahin gestellt.
Zum anderen sind sie also dafür, dass Die Polizei & Co zugang zu den Informationen des Surfverhaltens bekommen? Sind sie dann auch dafür, dass ich darüber ihren Namen, Vornamen, Adresse, Wohnort, Sozialversicherungsnummer, Personalausweis ID und eventuell sogar noch die Bankverbindung herausbekomme, mit den ich dann ganz bequem mal shoppen gehen kann?
Nicht zu vergessen, dass die Smartphones ja immer beliebter werden, und diese Überwachung nicht auf diesem Stand bleibt, sondern dann direkt noch mit dem Smartphone geloggt und verknüpft wird. So kann ich also sehen, wann sie jeden tag, wo mit wem zusammen gewesen sind. Ich kenne damit ihr gesamtes, persönliches umfeld, da heutzutage jeder wenigstens ein Handy hat. Schön schön. Dass GEZ und Co jetzt bereits schon daten vom Meldeamt kaufen ist ihnen auch klar? und dass diese daten millionen € wert sind, und sich div. gruppen es sich nicht nehmen lassen werden, diese zu bekommen, ist auch bekannt, oder? Gottseidank wurde ACTA und co abgeschmettert. Aber wenn sie drauf stehn: Engagieren sie ein paar Schnüffler, die sich ihr leben lang nur um sie kümmern und alles aufschreiben.

04. | Albert Anstand | 18.12.2012 | 11:51 Uhr
einsamer Held

Herr Weichert hat meinen vollen Respekt. Einer da ganz wenigen, die verstehen, was die Globalen Konzerne selbstherrlich treiben - und der sich traut, dagegen anzugehen.

Leider ist es eine Frage der Zeit, wann die Kubickis dieser Welt dafür sorgen, daß er einen Posten erhält, auf dem er nichts mehr bewegen kann. So wie die einsatzwillige Ermittler, wenn es um CDU-Kohl, Roland Koch, Schwarzgeld und Steuerbetrug geht oder um aufrechte Verwaltungsangestellte in Kiel, welche die Naturzerstörung der Bauern spürbar ahnden wollen.

Ich wünsche Herrn Wichert viel Erfolg, hoffentlich kann er wenigstens ein Exempel statuieren.

05. | Jutta Pohn | 18.12.2012 | 07:26 Uhr
Minderjährigen kann man noch nicht zumuten...

Das mag sein. Früher hätten sich darum allerdings auch die Eltern gekümmert...

06. | Hardy Hardt | 18.12.2012 | 07:20 Uhr
Selbst schuld!

Wer sich bei Fratzenbuch anmeldet, hat selbst schuld!

Wie brandgefährlich Fratzenbuch ist, ist nicht zuletzt dank des Herrn Weichert, mehr als hinreichend bekannt!

Sinnvoll wäre eine Altersbeschränkung, die, wie auch immer das in der Praxis umzusetzen sei, nicht zu umgehen ist, so daß sich, eben aufgrund dieser Gefährlichkeit, nur noch Volljährige anmelden können.

Minderjährigen kann man noch nicht zumuten, die Gefahren dieses Daten-Schwarzen-Loches einzuschätzen. Wer sich als Erwachsener dort anmeldet, hat, wie Eingangs schon erwähnt, selber schuld!

07. | x 275 | 18.12.2012 | 01:04 Uhr
Wünschen kann man sich vieles

Ist ja auch bald Weihnachten ;) Denke kaum, dass jemand ner Internetsetie vorschreiben kann, unter welchem Namen sich da User anmelden sollen. Ich kenne bisher niemanden, der gezwungen wurde, seinen echten Namen anzugeben und selbst gehöre ich weder dazu, noch würde ich mich zwingen lassen. Ist doch wahr, wenn Facebook echte Namen gegen den Willen der User will, dann löschen sich die User halt, gibt ja immer mehr, die sich von FB abwenden.. Naja, wenn jemand Zeit hat, sich um sowas zu kümmern, soll er das machen ;)

08. | Jutta Pohn | 17.12.2012 | 19:35 Uhr
Mehr?

Gott bewahre! Einerseits wird es immer schwerer, anonyme Mailadressen im Netz zu registrieren, andererseits soll man aber ausgerechnet bei einem Sozialnetzwerk anonym sein dürfen? Wenn ich Sozialkontakte im Internet suche... warum dann hinter einem falschen Namen verstecken?

Die Internetdienstleister müssen digitale Zugänge für die Polizei- und Strafverfolgungsbehörden einrichten, damit diese beliebig Zugang zu IP- und Telekommunikationsdaten erhalten. Abzockanwälte erhalten jede Auskunft, die sie wollen, egal auf welchem Wege sie IP Daten ermittelt haben und wie gewaltig hoch die Fehlerquote ist. Die Finanzämter prüfen quasi nach Belieben die Kontobewegungen der Steuerzahler. Aber Weichert kämpft weiter einen Kampf, der nicht nur nicht zu gewinnen ist, sondern wohl nur Leute begeistert, die selber facebook nicht einmal nutzen.

09. | C. Ahrens | 17.12.2012 | 19:26 Uhr
Weichert ein einsamer Vorreiter

Ich wünsche mir mehr Politiker, die dem Facebook-Konzern in die Schranken weisen. Das amerikanische Börsenunternehmen tritt die nationalen und europäischen Rechte mit Füßen und nutzt es schamlos aus, dass Menschen miteinander in Kontakt bleiben wollen. Die Geschichte war sonst immer sehr deutlich: Unternehmen die zu viel Macht haben, müssen politisch beobachtet und notfalls gelenkt werden - aus Gemeinschaftsinteresse. Es kann doch nicht war sein, dass der Konzern schon so lange sein "Quasi-Monopol" so schamlos ausnutzen darf, Gesetze misachtet und dafür nicht einmal bestraft wird. Wichert hat große Ziele, aber allein hat er wohl keine Chance gegen den Mega-Konzern. Die EU sollte sich mal nützlich machen - den Facebook-Nutzer und Politiker wie Weichert sind allein machtlos... aber die haben wohl nur noch Griechenland im Sinne.

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