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Panorama

27. November 2014 | 12:44 Uhr

Kindergarten in Delingsdorf : "Butterkeks-Affäre": Eine Hasswelle rollt an

vom

Die "Butterkeks-Affäre" um einen Delingsdorfer Kindergartenplatz zieht immer weitere Kreise. Die Eltern des kleinen Thore reagieren nun mit einem offenen Brief.

Delingsdorf | "Weil er Kekse in der Brotdose hatte - zuckerarmer Kindergarten wirft Jungen raus." Diese Schlagzeile überregionaler Medien hat in diesen Tagen zu einem Ausnahmezustand geführt: Delingsdorf (Kreis Stormarn) im Zentrum bundesweiter Aufmerksamkeit. Die Aufregung ist groß. Weil seine Eltern ihm Butterkekse in die Brotdose gepackt haben, wurde Thore (4) aus der Kita verbannt - so hat es den Anschein. Den Kern der Wahrheit träfen diese Schlagzeilen nicht, betont Randolf Knudsen, Bürgermeister von Delingsdorf: "Der Keks war nicht der Grund für die Kündigung." Längst hat der Fall gewaltige Eigendynamik entwickelt: "Die Mitarbeiter des Kindergartens werden mittlerweile bedroht und bepöbelt", ist Knudsen erschüttert. Das Gästebuch von "Lütte Lüüd" (www.kindergarten-delingsdorf.de) zeigt nur die Spitzes des Eisbergs.

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Die Elternvertreter der Einrichtung haben sich jetzt mit einer Stellungnahme Luft verschafft: "Wir sind sprachlos und ohnmächtig, da wir nicht wissen, wie wir auf diese Berichte reagieren sollen. Fakt ist: Hier wurde niemandem wegen einem Butterkeks gekündigt. Seit zwei Jahren gibt es Differenzen zwischen der Familie und dem Kindergarten. Auf die weiteren Vorwürfe können wir leider nicht eingehen. Das laufende Verfahren wird hier hoffentlich bald auch der Gegendarstellung Gehör verschaffen", hoffen die Eltervertreter aus. Bürgermeister Knudsen gibt Schützenhilfe: "Die Mitarbeiter des Kindergartens machen sich große Vorwürfe, dass es ihnen nicht gelungen ist, die Konflikte mit der Familie zu lösen. Aber Schuld daran tragen sie nicht."

"Zerstören Sie nicht den Dorffrieden"

Karola und Christian Pries ist unterdessen nicht verborgen geblieben, was ihr Gang in die Öffentlichkeit für dramatische Folgen zeitigt: "Wir wurden von zwei Elternvertretern in Kenntnis gesetzt, dass nach dieser gewaltigen Presse-Lawine bezüglich der Kündigung des Betreuungsverhältnisses in der Kindertagesstätte Delingsdorf über die Betreuung unseres Sohnes Thore eine Welle von Hass auf die Gemeinde, die Kindertagesstätte und den Bürgermeister einschlägt. Wir distanzieren uns von diesem Hass und den Drohungen", sagt Christian Pries in einem offenen Brief: "Kein Bürger der Gemeinde - dazu zählen auch Bürgermeister, Kita-Leiterin, Erzieherinnen und Erzieher, somit auch die Kinder - darf darunter leiden oder bedroht werden. Zerstören Sie nicht den Dorffrieden und das Miteinander innerhalb der Gemeinde durch Androhungen und Hass", appelliert Pries.

Der Kreis Stormarn hat der Familie zunächst zwei befristete Kita-Plätze als Sofortlösung für Thore angeboten. "Eine dritte und langfristige Variante ist in Arbeit", sagt Gerald Wunderlich vom Jugendamt Stormarn. Andreas Hausmann, Vorsitzender der Kreiselternvertretung (KEV) im Kita-Streit hate angeboten, zu vermitteln. "Das ein Streit so eskaliert, kenne ich aus meiner KEV-Erfahrung nicht", sagt der Ahrensburger. Er hat mit Elternvertretern von "Lütte Lüüd" gesprochen und will nun versuchen, alle an einen Tisch zu bekommen. Christian und Karola Pries hatten von diesem Angebot bis Karfreitag aber noch nichts gehört.

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von
erstellt am 01.Apr.2013 | 01:54 Uhr

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