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Panorama

23. Juli 2014 | 07:36 Uhr

Kindergarten in Delingsdorf : "Butterkeks-Affäre": Eine Hasswelle rollt an

vom

Die "Butterkeks-Affäre" um einen Delingsdorfer Kindergartenplatz zieht immer weitere Kreise. Die Eltern des kleinen Thore reagieren nun mit einem offenen Brief.

Delingsdorf | "Weil er Kekse in der Brotdose hatte - zuckerarmer Kindergarten wirft Jungen raus." Diese Schlagzeile überregionaler Medien hat in diesen Tagen zu einem Ausnahmezustand geführt: Delingsdorf (Kreis Stormarn) im Zentrum bundesweiter Aufmerksamkeit. Die Aufregung ist groß. Weil seine Eltern ihm Butterkekse in die Brotdose gepackt haben, wurde Thore (4) aus der Kita verbannt - so hat es den Anschein. Den Kern der Wahrheit träfen diese Schlagzeilen nicht, betont Randolf Knudsen, Bürgermeister von Delingsdorf: "Der Keks war nicht der Grund für die Kündigung." Längst hat der Fall gewaltige Eigendynamik entwickelt: "Die Mitarbeiter des Kindergartens werden mittlerweile bedroht und bepöbelt", ist Knudsen erschüttert. Das Gästebuch von "Lütte Lüüd" (www.kindergarten-delingsdorf.de) zeigt nur die Spitzes des Eisbergs.

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Die Elternvertreter der Einrichtung haben sich jetzt mit einer Stellungnahme Luft verschafft: "Wir sind sprachlos und ohnmächtig, da wir nicht wissen, wie wir auf diese Berichte reagieren sollen. Fakt ist: Hier wurde niemandem wegen einem Butterkeks gekündigt. Seit zwei Jahren gibt es Differenzen zwischen der Familie und dem Kindergarten. Auf die weiteren Vorwürfe können wir leider nicht eingehen. Das laufende Verfahren wird hier hoffentlich bald auch der Gegendarstellung Gehör verschaffen", hoffen die Eltervertreter aus. Bürgermeister Knudsen gibt Schützenhilfe: "Die Mitarbeiter des Kindergartens machen sich große Vorwürfe, dass es ihnen nicht gelungen ist, die Konflikte mit der Familie zu lösen. Aber Schuld daran tragen sie nicht."

"Zerstören Sie nicht den Dorffrieden"

Karola und Christian Pries ist unterdessen nicht verborgen geblieben, was ihr Gang in die Öffentlichkeit für dramatische Folgen zeitigt: "Wir wurden von zwei Elternvertretern in Kenntnis gesetzt, dass nach dieser gewaltigen Presse-Lawine bezüglich der Kündigung des Betreuungsverhältnisses in der Kindertagesstätte Delingsdorf über die Betreuung unseres Sohnes Thore eine Welle von Hass auf die Gemeinde, die Kindertagesstätte und den Bürgermeister einschlägt. Wir distanzieren uns von diesem Hass und den Drohungen", sagt Christian Pries in einem offenen Brief: "Kein Bürger der Gemeinde - dazu zählen auch Bürgermeister, Kita-Leiterin, Erzieherinnen und Erzieher, somit auch die Kinder - darf darunter leiden oder bedroht werden. Zerstören Sie nicht den Dorffrieden und das Miteinander innerhalb der Gemeinde durch Androhungen und Hass", appelliert Pries.

Der Kreis Stormarn hat der Familie zunächst zwei befristete Kita-Plätze als Sofortlösung für Thore angeboten. "Eine dritte und langfristige Variante ist in Arbeit", sagt Gerald Wunderlich vom Jugendamt Stormarn. Andreas Hausmann, Vorsitzender der Kreiselternvertretung (KEV) im Kita-Streit hate angeboten, zu vermitteln. "Das ein Streit so eskaliert, kenne ich aus meiner KEV-Erfahrung nicht", sagt der Ahrensburger. Er hat mit Elternvertretern von "Lütte Lüüd" gesprochen und will nun versuchen, alle an einen Tisch zu bekommen. Christian und Karola Pries hatten von diesem Angebot bis Karfreitag aber noch nichts gehört.

von rks
erstellt am 01.Apr.2013 | 01:54 Uhr

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01. | Onlineredaktion shz.de | 31.03.2013 | 13:26 Uhr
Kommentare editiert/entfernt

Einige Kommentare, die überhaupt nicht zum Thema gehören und z.T. Beleidigungen enthielten, wurden von
der Redaktion bearbeitet. Aus gleichen Gründen wurde ein Kommentar von Bate75 entfernt.

Auch wenn das Thema polarisiert, sollte es sachlich diskutiert werden! Andernfalls schalten wir die Möglichkeit zur Kommentierung ab.

02. | Andreas Schmidt | 31.03.2013 | 13:05 Uhr
Eigentlich sind es doch 2 Themen,

die sich hier miteinander vermischen:

Zum einen mal die Eltern, die sich mit der Anmeldung in diesem Kindergarten auch mit dem Konzept "zuckerfreier Kindergarten" einverstanden erklärt haben,
dieses aber im Nachhinein torpedieren, indem sie sich nicht dran halten.

Zum anderen aber ist es durchaus diskussionswürdig, ob sich ein KiGa von mit einem Konzept so abschotten kann/darf. Bei der Betrachtung spielt sicher eine Rolle, ob Alternativen in zumutbarer Entfernung existieren und auch Kapazitäten haben, sodass ein Kind nicht notgedrungen in diesem Zuckerfrei-Konzept geparkt werden muss.

Sind ausreichend normale KiGa-Plätze vorhanden und diese zuckerfreie KiGa selbst nur eine Alternative, dann wäre es schon ganz schön dreist, dieses ZF-Konzept aus Dickfälligkeit zu torpedieren. Wenn aber die ZF-Variante nicht die Alternative, sondern quasi ein Monopol darstellt, dann würde ich mal sagen, dass diese zwangsweise Zuckerweigerung schon recht dreist und anmaßend wäre.

03. | Pedi Schöttler | 31.03.2013 | 12:14 Uhr
Der Kardinalsfehler liegt hier eindeutig bei den Eltern!

Ich informiere mich doch vorher, wo ich mein Kind "parke"! It´s as simple as that!! Hätten sie sich schlau gemacht, nach welcher Philosophie dort gearbeitet wird, wäre das alles nicht passiert. Für
mich wirft das eher ein schlechtes Licht auf die Eltern! Persönlich würde ich mein Kind NIE und NIMMER in einen "zuckerfreien" Kindergarten schicken - aber es ist im Grunde ja ok, dass jedem Bedürfnis ein Angebot vorliegt! Einige Kommentartoren sollten übrigens mal autogenes Training machen (oder die Kommentare vorm abschicken nochmal "Korrektur" lesen lassen)- das lässt negative Energie ab und man muss hier seinen verbalen Brechdurchfall nicht mehr so zwanghaft von sich geben... Im Vorfeld hätte diese Hasswelle durch einen professionell geschriebenen Artikel meiner Meinung nach in gesunden Bahnen gehalten werden können! Gibt nur offenbar keinen dort, der das kann....

04. | Pedi Schöttler | 31.03.2013 | 12:14 Uhr
Der Kardinalsfehler liegt hier eindeutig bei den Eltern!

Ich informiere mich doch vorher, wo ich mein Kind "parke"! It´s as simple as that!! Hätten sie sich schlau gemacht, nach welcher Philosophie dort gearbeitet wird, wäre das alles nicht passiert. Für mich wirft das eher ein schlechtes Licht auf die Eltern! Persönlich würde ich mein Kind
NIE und NIMMER in einen "zuckerfreien" Kindergarten schicken - aber es ist im Grunde ja ok, dass jedem Bedürfnis ein Angebot vorliegt! Einige Kommentartoren sollten übrigens mal autogenes Training machen (oder die Kommentare vorm abschicken nochmal "Korrektur" lesen lassen)- das lässt negative Energie ab und man muss hier seinen verbalen Brechdurchfall nicht mehr so zwanghaft von sich geben... Im Vorfeld hätte diese Hasswelle durch einen professionell geschriebenen Artikel meiner Meinung nach in gesunden Bahnen gehalten werden können! Gibt nur offenbar keinen dort, der das kann....

05. | Michael Müller | 31.03.2013 | 07:06 Uhr
@Jess

Elternvertreter.....Kreiselternvertreter.....Landeselternvertreter.......nicht korrekt verpflegt.......Ernährungspfuscher........ich wünsche keinem Kind in ihrem indoktrinierten Haushalt leben zu müssen.

06. | Jens-Sören Jess | 30.03.2013 | 22:04 Uhr
Ist der Nestle Konzern jetzt Vorsitzender in der Elternvertretung?

... weil dann ist es vorbei mit der gesunden Ernährungspolitik in den Kindergärten. Es gehört zu den ungeschriebenen Regeln, daß ungesunde Nahrung nicht in die Brotdose gehört, so werden unsere Kinder nun mal in den Kindergärten erzogen und das ist auch gut so. Da der Vorgang nun aber durch Boulevardpresse und Sensationsjournalismus torpediert wird, kann man auch behaupten, das die Journalisten keine Ahnung haben. Und wer keine Ahnung hat sollte lieber nachlesen, sich informieren oder schweigen. So einen billigen Presserummel kann man als Elternvertreter, Kreiselternvertreter und auch Landeselternvertreter nur noch mit "ungenügend" abstrafen. Im übrigen fehlen viele weitere Details in der genannten Angelegenheit. Und wer als Elternteil seine Kinder nicht korrekt verpflegt - und dann auch noch als Ernährungspfuscher beleidigt schweres Geschützt auffährt - ist aus meiner Sicht die größere Gefahr fürs Kind. Im übrigen hat die Sache auch was
gutes, das Thema wird in allen Kindergärten diskutiert und viele Eltern reagieren noch sensibler ohne Kelloggs, Nestle und Co., sonst droht noch der über 30er BMI in der Krabbelgruppe...

07. | V. V. | 30.03.2013 | 14:49 Uhr
Zerstören Sie nicht den Dorffrieden...

Der Satz passt auch zu dem Dorf...Vom notorischen Ehebrecher der kein Rock ausweichen kann,hin zum verurteilten Urkundenfälscher über Kinderschänder bis hin zum Unterhalts Zechtpreller ist ja alles vertreten...Das was schon unterm Tisch gekehrt wurde und da fallen so ein paar Keks in der nicht mehr von Lebenslanger Dauer Haltbaren Plastikdose auch nicht mehr auf...

08. | Norbert Karl | 30.03.2013 | 13:10 Uhr
Frau Kochan!

Es ist nicht nur der shz sondern auch noch andere Boulevardpostillen, wie z.B. BILD etc.
Mir fällt dazu Goethes Zauberlehrling ein:
„Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“
Betr.: Bate 75:
Wie können Sie es nur wagen ihn der Verschwörungstheorien zu bezichtigen? ;o))
Ich habe ihn/ihr auf diese website hingewiesen:
http://www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet#catid72
Der "shitstorm" gegen mich nahm fast kein Ende mehr, weil er/sie glaubt, das Wissen gepachtet zu haben!
Alle anderen Leute sind dumm!
What shalls

09. | Bate75 | 30.03.2013 | 12:40 Uhr
@ Gaby Kochan

Wer lesen kann ist klar im Vorteil, und woher die Nachrichten kommen, ist schlicht egal, wenn man sie
verifizieren kann. Stecken Sie sich ihre dümmliche Verbalkeule dahin wo die Sonne nie scheint.
Und reuter gehört dann wohl auch dazu.
Fakt ist, ich habe hier zu Dingen geschrieben, die der Mainstream verschweigt. Wenn Sie Ihr Hirn auf solchen Seiten ausschalten und alls glauben, was auf solchen Seiten steht, müssen Sie dieses Verhalten nicht auf andere extrapolieren.

Glauben Sie ruhig weiter an ihren "Rechtsstaat" BRD, aber Vorsicht, es könnte dunkel sein, wenn Sie aufwachen...

10. | Gaby Kochan | 30.03.2013 | 11:28 Uhr
@BATE75

Manmanman! Das gilt für Sie, Bate75. Da kommen Sie wieder mit den NWO-Verschörungstheorien
[Teil des Kommentars entfernt, weil er sich nicht auf das Thema des Artikels bezog]

@Kekse: Lieber SHZ - die "Hasswelle" geht auf Euer Konto. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wer da nun auch immer im Recht ist... das hättet ihr einfach wissen müssen.

11. | Bate75 | 30.03.2013 | 10:11 Uhr
Wahnsinn!

Hat der SHZ nichts Wichtigeres zu berichten?
Schäuble arbeitet an der Enteignung ganz Europas und im Mainstream findet sich nicht ein Quentchen darüber, damit der Michel weiter schlafen kann
[Links, die nicht im Bezug zum Thema des Artikels stehen, entfernt]

Leute, Leute, Leute!!!

12. | dirk lehmann | 30.03.2013 | 06:04 Uhr
Mit sauberer Recherche wäre dies wahrscheinlich nicht so eskaliert

Ich kenne
leider die Darstellung von Seiten des Kindergarten nicht.
Hier wurde allen Anschein nach nur die Tatsache der Kekse in der Dose gemeldet.
Gewünscht hätte ich mir, eine ausgewogene Berichterstattung, in der auch die andere Partei VOR der Veröffentlichung des Artikels mal gefragt worden wäre und ggf. eine gewisse Zurückhaltung mit eingeflossen wäre.
Manchmal ist dieser Journalismus lediglich auf Schlagzeilen programmiert.
Es ist immer schade, wenn durch fehlende Hintergründe Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden. Nur weil es der Druck aus dem Verlag so fordert.
Da bringt im Nachhinein auch ein Sorry nichts. Hier wäre genug Zeit gewesen, alle zu einer Stellungnahme zu bewegen, hier wurde kein Papst gewählt, welches eine sofortige Veröffentlichung bedingt.
Schade, eine Anlehnung an ein anderes deutsches Blatt mit m.E. miesen Ruf.

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