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Panorama

21. November 2014 | 09:18 Uhr

"Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" : Bei Feuerschein auf Zeitreise ins Mittelalter

vom

Glänzende Schwerter und Schnabelschuhe: Der Flugplatz Hungriger Wolf bei Itzehoe ist ins Mittelalter zurück gefallen. Mehr als 1500 Darsteller begeistern das Publikum.

Hungriger Wolf | Dutzende große Holzstöße brennen knisternd und knackend, Hunderte Feuerkelche und Fackeln werfen geheimnisvolle Schatten, und Tausende Kerzen kämpfen mit ihren kleinen Flämmchen gegen die dunkler werdende Nacht: Unter dem Motto "Nicht authentisch, sondern phantastisch" hat am Wochenende das "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" auf dem ehemaligen Flugplatz Hungriger Wolf bei Itzehoe sein Lager aufgeschlagen.
Mehr als 1500 Ritter und Abenteurer, Recken, Diebe, Bäuerinnen, Mägde und orientalische Prinzessinnen sowie Gaukler, Zauberer und Spielleute bieten den Besuchern eine mittelalterliche Erlebniswelt.
Vier Jahre Arbeit für ein Kettenhemd
Einer von ihnen ist Dirk von der Wroge. Von Montag bis Freitag unterrichtet der 29-Jährige Kinder an einer Gesamtschule in Niedersachsen. Am Freitagmittag jedoch schließt der Lehrer seine Wohnungstür sorgfältig ab und schlüpft in die weinrote Tunika eines Edelmanns, um 500 Jahre in die Vergangenheit zu tauchen.
An diesem Wochenende hat er sein Zelt auf dem Hungrigen Wolf aufgeschlagen und arbeitet wieder einmal an seinem Kettenhemd. Dafür macht er alles selbst, biegt aus geglühtem Eisendraht sogar die rund 30.000 Ringe selbst, die er dann mit einer Zange ineinanderflechten muss, sagt er. Natürlich nicht mit einer Zange aus irgendeinem Baumarkt, sondern mit einer handgeschmiedeten Flachzange, wie sie im Mittelalter benutzt wurde. Seit vier Jahren bastelt er bereits an seinem Kettenhemd. "Natürlich mit Unterbrechungen", schränkt er lachend ein: Wenn man fleißig sei, könnte man die Arbeit in zwei bis drei Wochen schaffen. Doch das wäre für ihn keine Erholung.
"Ein Wochenende wie eine Woche Urlaub"
"Hier hat man keine Uhr, kein Handy - die Zeit läuft anders", sagt auch Franziska Borutta. Die 27-jährige Schaufensterdekorateurin ist seit ihrem 18. Lebensjahr dabei, macht jeden Sommer auf bis zu 16 Mittelalter-Märkten mit. "So ein Wochenende hat denselben Effekt wie eine Woche Urlaub", sagt sie.
Drei Zelte weiter ruft Reinhold Dammeyer zu Tisch. Der 52-Jährige Heizungsinstallateur hat über dem Lagerfeuer einen großen Puter viereinhalb Stunden gegart. "Unser Koch ist krank", sagt er. Der wollte ein Spanferkel braten. Das hätte sogar acht Stunden gedauert. So gibts eben Puter. In einem anderen Zelt werden scharf gewürzte Fleischspieße mit selbst gebackenem Fladenbrot aufgetischt, und von irgendwoher duftet verführerisch ein Kessel Gemüsesuppe.
Festival auf einer Fläche von 56 Fußballfeldern
Mit seinem Mittelalter-Markt, einem Pestumzug und zahlreichen Ritterturnieren zu Pferd und zu Fuß sowie Live-Konzerten von Mittelalter-Bands ist das Festival letztendlich ein großer, transportabler Freizeitpark. Auf dem Hungrigen Wolf füllt er eine Fläche so groß wie 56 Fußballfelder.
"Wir sind das größte reisende Mittelalter-Festival der Welt", sagt Spectaculum-Sprecher Edwin Ball. 23 Wochen im Jahr seien sie unterwegs mit mehr als hundert Ständen sowie tausend mittelalterlichen Bauten und modernen Installationen - unter anderem 26 Dieselgeneratoren, die über zehn Kilometer Kabel das Festival mit Strom versorgen. "Für jeden Spielort müssen 1500 Tonnen Material, Zelte, Ausrüstung und Waren transportiert werden."

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erstellt am 02.Jul.2012 | 05:03 Uhr

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