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Kultur

27. November 2014 | 21:38 Uhr

Betrugs-Vorwurf : Drehbuch-Skandal: Ex-NDR-Frau Heinze vor Gericht

vom

In Hamburg begann der Prozess gegen die langjährige NDR-Fernsehspielchefin Heinze - mit einer faustdicken Überraschung.

Hamburg | Es ist der Schlussakt in der Drehbuch-Affäre beim Norddeutschen Rundfunk: Die langjährige Fernsehspielchefin Doris J. Heinze steht seit Donnerstag in Hamburg vor Gericht. Die 63-Jährige soll laut Anklage unter den Pseudonymen "Marie Funder" und "Niklas Becker" jahrelang eigene Drehbücher von sich und ihrem Mann bei dem Sender eingeschleust haben. Beim Auftakt des Prozesses versuchten Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung überraschend, sich auf einen sogenannten Deal zu einigen, eine Absprache über eine mögliche Strafe - allerdings vergeblich.
"Das Gespräch hat zu keiner Verständigung geführt", sagte der Vorsitzende Richter Volker Bruns. Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen solchen - erfolglosen - Versuch gegeben. Bei einem Deal zur Abkürzung eines Strafprozesses verständigen sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung in der Regel darauf, dass der Angeklagte gesteht und dafür eine mildere Strafe erhält.
Schwere Untreue und Betrug
Heinze muss sich wegen schwerer Bestechlichkeit, schwerer Untreue und Betrugs vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts verantworten. Auch ihr Mann und eine Filmproduzentin sitzen auf der Anklagebank.
Einer der beiden Verteidiger der Produzentin wandte sich nach dem Scheitern des Deals mit einem Antrag gegen die Besetzung des Gerichts. Die Kammer sei mit zwei Berufsrichtern unterbesetzt, erklärte der Anwalt. Aus seiner Sicht sollte mit drei Berufsrichtern verhandelt werden. Der Antrag des Verteidigers umfasst nach seinen Angaben 133 Seiten, mit deren Verlesung er am Donnerstag begann. Die Verhandlung musste jedoch nach rund zweieinhalb Stunden unterbrochen werden, weil sich Heinzes Verteidiger krank fühlte.
Heinze war unter anderem für die Nord-"Tatorte" aus Hamburg, Hannover und Kiel verantwortlich. Sie herrschte auch über Serien wie "Polizeiruf 110" sowie etliche weitere Produktionen. Beim NDR galt sie als mächtige Frau, in der Branche als hochkarätige Expertin. Nach 18 Jahren im Amt endete ihre Karriere im September 2009 jäh: Der NDR kündigte ihr nach Bekanntwerden der Vorwürfe fristlos. Heinze zog dagegen vor das Arbeitsgericht. Schließlich einigte sie sich mit dem Sender auf einen Vergleich - das Arbeitsverhältnis wurde beendet, zu Unrecht erhaltene Honorare zahlte sie zurück.

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erstellt am 07.Jul.2012 | 10:38 Uhr

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