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Kieler Woche

04. Dezember 2016 | 04:57 Uhr

Angst vor Anschlägen und Übergriffen : Kieler Woche: Polizei verstärkt Sicherheit mit 200 zusätzlichen Beamten

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Polizei ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Mehr Beamte werden die Kieler Woche sichern. Es gibt vier mobile Wachen.

Kiel | Gefahr von Anschlägen und Übergriffen: Die Polizei will die Veranstaltungen rund um die Kieler Woche in diesem Jahr stärker schützen. Dafür wird das Personal aufgestockt. „Veranstaltungsbezogen werden täglich bis zu 200 zusätzliche Beamte im Einsatz sein, um die Besucher zu schützen“, sagt Landespolizeidirektor Ralf Höhs im Interview mit den Kieler Nachrichten.

Die Angst vor Terroranschlägen in Deutschland ist gerade nach den jüngsten Ereignissen wie in Brüssel und Paris groß. Deshalb sind die Sicherheitsbehörden besonders bei Großveranstaltungen wie der Kieler Woche in erhöhter Alarmbereitschaft.

Bei der Kieler Woche (Beginn: 17. Juni) werden mehr als drei Millionen Besucher erwartet. Das hohe Aufkommen stellt die Landespolizei in diesem Jahr vor eine besondere Herausforderung: Die Terroranschläge von Paris und Brüssel seien bei der Planung eines Sicherheitskonzepts zu berücksichtigen, sagte Ralf Höhs. Dazu müssten die Ermittler ihre bisherigen Strategien hinterfragen und enger mit den Sicherheitsbehörden anderer Bundesländer zusammenarbeiten.

Nicht nur das Personal solle aufgestockt, sondern auch bei Ausstattung nachgerüstet werden: „Bei den Anschlägen in Paris haben die Terroristen andere Waffen verwendet, als wir es bislang kannten. Kamen in der Vergangenheit meist Sprengmittel zum Einsatz, verwendeten die Angreifer zuletzt Langwaffen“, sagt Höhs gegenüber den Kieler Nachrichten.

Landespolizeidirektor Ralf Höhs. /Archiv
Landespolizeidirektor Ralf Höhs. /Archiv Foto: Markus Scholz
 

Ein konkrete Terrorgefahr bei der Kieler Woche gebe es aber nicht, sagt Höhs, doch: „Paris und Brüssel sind nicht weit weg von Deutschland und wir wissen, dass immer wieder Fäden von Terroristen in die Bundesrepublik geführt haben.“

Bei der Kieler Woche sollen auch Ereignisse wie in der Silvesternacht in Köln oder Hamburg, wo es durch größere Männergruppen zu sexuellen Übergriffen auf Frauen kam, verhindert werden. „Solche Zwischenfälle kannten wir bislang nicht, jetzt müssen wir sie aber ins Kalkül ziehen“, sagt Höhs. Ebenso müssten auch Flüchtlinge, die auf der Kieler Woche feiern wollten, geschützt werden: „Hier werden wir rassistischen Anfeindungen und Übergriffen keinen Raum geben“, erklärt Schleswig-Holsteins oberster Polizeichef. Natürlich gilt der Schutz nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch die übrigen Besucher.

Es sollen vier mobile Wachen aufgebaut werden, sagt Höhs. Zudem sollen mehr Streifendienste unterwegs sein. Die Besucher ruft Höhs zur Wachsamkeit auf: „Je früher wir von Ereignissen aller Art Kenntnis bekommen, desto schneller können wir auch handeln.“

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erstellt am 30.Mai.2016 | 12:09 Uhr

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