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Sauerstoffmangel : Starke Algenblüte: Droht wieder eine braune Förde?

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Das Wasser der Apenrader Bucht zeigt eine Trübung, die an das letzte Jahr erinnert. Die die Kommune gibt Entwarnung.

Apenrade/Flensburg | Auf Google Earth hat sie sich unrühmlich ins Bilderbuch der Geschichte gedruckt, die braungefärbte Flensburger Förde des letzten Sommers. Die gewaltige Blüte der Zweigeißelalge sorgte für Farbtöne, die Touristiker, Einheimische und Touristen erstmal erschraken. Braun traf orange – wie im Klärwerk. Weiter oben im Norden, in der Apenrader Bucht, gibt es derzeit sichtbare Indikatoren, dass eine die Blüte einer Mikroalge erneut für braune Suppe sorgen könnte.

„Das Phänomen haben wir auch in früheren Jahren beobachtet. Das Wasser der Förde verfärbt sich braun und man könnte meinen, dass Gülle hineingelaufen ist. Aber es besteht wohl kein Anlass zur Sorge. Es handelt sich vermutlich um eine frühe Algenblüte“, erklärt Ingenieur Kenneth Lund von der Umweltverwaltung der Kommune Apenrade nach Berichten von Anglern über eine deutlich sichtbare Trübung des Fördewassers in Apenrade. „Meist wird das Wasser nach 14 Tagen oder vier Wochen wieder klar“, so der Umweltfachmann der Kommune.

Im Bereich der Apenrader Förde halten die Umweltschützer stets ein Auge auf die Entwicklung der Planktonalgen. Das Küstengewässer war auch im Herbst 2016 nach einem sehr warmen September eines der dänischen Küstengewässer, in denen es in den tiefen Bereichen starken Sauerstoffschwund gegeben gab.

Diesem Sauerstoffschwund sind Algenmassenvermehrungen vorausgegangen, die entstehen, wenn viele Nährstoffe – meist von Land her eingeschwemmt – und Sonnenschein zusammentreffen. Die Algenteppiche sinken nach ihrem Absterben zum Meeresgrund und entziehen bei der Zersetzung dem Wasser allen Sauerstoff.

Im Bericht zu den Sauerstoffverhältnissen des Nationalen Centers für Umwelt und Energie (DCE) vom November 2016  heißt es über die Apenrader Förde, es herrschte dort starker Sauerstoffschwund und es gebe seit Ende August „sauerstofffreie Bereiche sowie „Freisetzung von Schwefelwasserstoff vom Boden“. Erst die Winterstürme hatten wieder sauerstoffreiches Wasser in den Förde gebracht.

Laut dänischem Wetterdienst liegt die Wassertemperatur in den Gewässern vor der nordschleswigschen Ostküste derzeit erst bei 3,5 Grad. Bestimmte einzellige Algen vermehren sich auch bei niedrigen Wassertemperaturen. Eine Bestimmung der aktuell in der Förde vorhandenen Mikroalgen ist nicht vorgenommen worden.

Das Phänomen scheint sich diesmal auf Apenrade zu beschränken. Die Wasserschutzpolizei in Flensburg konnte laut telefonischer Auskunft vom Mittwochnachmittag bisher keine Trübung des Wassers in der Flensburger Förde feststellen. In Flensburg erwartet man keinen Algensturm.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 15:50 Uhr

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