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Regionales

05. Dezember 2016 | 19:36 Uhr

Fußball-Club aus Hadersleben : SønderjyskE vergibt Matchball zur dänischen Vizemeisterschaft

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein märchenhafter Fußball-Abend endet mit etwas Ernüchterung: Bei einem Sieg wäre SønderjyskE bereits sicher Zweiter gewesen.

Hadersleben | Ein abwesender Trainer im Baby-Glück, rekordverdächtige Zuschauer-Zahlen, eine Halbzeit-Führung und ein stauchelder Konkurrent: In Hadersleben hätte es am Donnerstag Abend beinahe sogar Silber geregnet – aber eben nur fast. Die SønderjyskE-Fußballer müssen nach einem 1:1 gegen Randers bis zum letzten Spieltag um die erste Vizemeisterschaft der Vereinsgeschichte zittern. Denn Randers FC sorgte mit einem Ausgleich in der 74. Minute dafür, dass die große Fußball-Party vor 8125 Zuschauern im Sydbank Park in Hadersleben etwas bescheidener ausfiel.

Fußballfans aus Schleswig-Holstein werden in der nächsten Saison mindestens nach Amsterdam, Kopenhagen, Berlin oder Dortmund reisen müssen, um den Europapokal live genießen zu können – oder sie fahren einmal gen Norden auf der kimbrischen Halbinsel. Denn keine Autostunde von Flensburg entfernt hat Sønderjysk Elitesport die Qualifikationrunde zur Europa League erreicht.


Die Hellblauen von SønderjyskE legten eine glänzende erste Halbzeit hin. Die Zuschauer waren waren im Fußballfieber, es schwappte sogar die La-Ola-Welle durchs Stadion. Der Stadionrekord wurde um rund 200 Zuschauer verpasst, auch weil sich ganze 20 Randers-Fans auf dem Gästeabschnitt verloren. Erfolgstrainer Jakob Michelsen fehlte, weil er zur zur Geburt seines ersten Kindes geeilt war. Assistenztrainer Peter Enevoldsen übernahm den Dienst auf der Bank.

Wie schon so oft in der laufenden Saison erzwang sich SønderjyskE in der ersten Halbzeit nicht nur mit großer Zweikampfstärke, Lauf- und Einsatzbereitschaft ein Übergewicht, sondern war auch dem Gegner in spielerischer Hinsicht überlegen. Es hatte Hand und Fuß, was die Hellblauen machten. Defensiv ließ man kaum etwas anbrennen und in Ballbesitz ging es geradlinig nach vorne. SønderjyskE begeisterte mit seinem direkten Angriffsfußball und hätte zur Halbzeitpause eigentlich höher als 1:0 führen müssen.

Es blieb aber bei dem einen Treffer, den der erst im April unter Vertrag genommene Francis Dickoh in der 20. Minute nach einem Eckball per Kopf erzielte. Nicolaj Madsens Tor in der 42. Minute wurden von Schiedsrichter Jens Maae annulliert. Erst die dritte Wiederholung der Fernsehbilder ergab, dass der Referee richtig gelegen hatte: Madsen hatte bei seiner Grätsche den Ball mit der Hand ins Netz befördert.

SønderjyskE versuchte nach dem Seitenwechsel Spiel und Gegner zu kontrollieren, zog sich aber zu weit zurück und überließ Randers die Initiative. Die Platzherren waren in dieser Phase des Spiels zwar immer noch bei Kontern gefährlich, aber der Ausgleich lag immer mehr in der Luft. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde die Passivität des Tabellenzweiten bestraft. Mikael Ishak verwertete eine Flanke mustergültig.

SønderjyskE war nicht mehr in der Lage, das Spiel in der Schlussphase noch einmal zu drehen. Bei einem Sieg hätten die Haderslebener die Vize-Meisterschaft bereits sicher gehabt. „Wir ärgern uns, dürfen aber nicht vergessen, dass wir es selbst noch in der Hand haben", meinte Assistenztrainer Peter Enevoldsen, der Jakob Michelsen an der Seitenlinie vertrat, nach dem Spiel. „Wir haben eine starke erste Stunde gespielt, aber das zweite Tor hat gefehlt – hätten wir das gemacht, hätten wir jetzt schon mit den Silbermedaillen um den Hals dagestanden. Wir haben aus den letzten acht Heimspielen 20 Punkte geholt und von den Rängen wieder eine fantastische Unterstützung bekommen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass viele Spieler noch nie in dieser Situation gestanden haben. Die Nerven spielten auch eine Rolle. Bei der 1:0-Führung wurden wir zu passiv.“

Der Vorsprung beträgt jedoch weiter drei Punkte auf den FC Midtjylland, der gegen AaB ebenfalls nicht über ein Unentschieden hinaus kam. Für den Ex-Meister spricht allerdings das bessere Torverhältnis.

Nun muss am letzten Spieltag am Sonntag ein Unentschieden bei Brøndby IF her. Mit einem Punktgewinn könnte sich die Truppe von Jakob Michelsen immer noch aus eigener Kraft den sensationellen zweiten Platz hinter dem Meister FC Kopenhagen sichern. Damit stünden sie in der zweiten Qualifikationrunde zur Europa League. Doch die Aufgabe in Kopenhagen wird ein harter Brocken: Brøndby liebäugelt noch mit Platz 4. Was die grundverschiedenen Clubs am Sonntag gemeinsam haben: Beide hoffen auf einen Ausrutscher des FC Midtjylland gegen den FC Nordsjaelland.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 14:49 Uhr

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