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Schleswig-Holstein

07. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Kernkraftwerke Schleswig-Holstein : Zwischenfälle in Atomkraftwerken Brunsbüttel und Brokdorf - keine Gefahr

vom

Beide Ereignisse wurden fristgerecht gemeldet und die Probleme gelöst. Die Ursachen sind noch unklar.

Kiel | Am Montag kam es zu kleineren Zwischenfällen in den beiden Atomkraftwerken Brunsbüttel und Brokdorf. Beide seien fristgerecht gemeldet worden, so die Betreibergesellschaften.

Während einer Kontrollprüfung war am Montag im Kernkraftwerk Brokdorf eine Pumpe des Zwischenkühlsystems ausgefallen. Nachdem die Pumpe im Prüfablauf mehrmals ordnungsgemäß zu- und abgeschaltet wurde, löste das Überstromschutzrelais aus und schaltete die Pumpe ab. Vorsorglich wurden das Überstromschutzrelais und der Pumpenläufer ausgetauscht. Die abschließende Funktionsprüfung habe keine Beanstandungen mehr ergeben, so die PreussenElektra-Betreibergesellschaft.

Das Zwischenkühlsystem dient zur Abfuhr der Nachzerfallswärme aus dem Reaktorkühlkreislauf und bildet die Barriere gegen einen Aktivitätseintrag in das Nebenkühlwasser, also die Elbe.

Der sichere Betrieb der Anlage stehe durch die Abschaltung der Notpumpe nicht infrage. Das zugehörige Hauptsystem stehe außerdem uneingeschränkt zur Verfügung. Die Ursachenerklärung dauere noch an.

Am selben Tag ist im abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel eine Funktionsstörung eines Fernschalters festgestellt worden. Das Problem wurde bei einer Kontrollprüfung der Sprinkleranlagen entdeckt.

Kernkraftwerk Brunsbüttel
Kernkraftwerk Brunsbüttel Foto: imago
 

Das Ventil konnte weder von der Kernkraftwerkswarte aus fernbetätigt, noch vor Ort von Hand ausgelöst werden. Im Falle eines Brandes wäre ein Bereich des Kabelkellers im Schaltanlagengebäude nicht von der Sprühwasserlöschanlage abgedeckt gewesen, wie die Atomaufsicht in Kiel und Betreiber Vattenfall am Freitag mitteilten. So wurde zur kurzfristigen Behebung das Ventil so eingestellt, dass die Löschanlage im Anforderungsfall von Hand ausgelöst werden könnte.

Nach der Erkennung des Problems wurde das defekte Ventil durch eine Fachfirma demontiert und gegen ein neues ausgetauscht.

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist bereits seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und liefert keinen Strom mehr. Es befindet sich im Nachbetrieb und die Stilllegung wird vorbereitet.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 16:42 Uhr

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