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Nach Aus der Fährlinie Cuxhaven-Brunsbüttel : Zukunft für 50 Mitarbeiter von Elb-Link-Reederei ungewiss

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Der Fährbetrieb zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven ist eingestellt. Die Mitarbeiter wissen nicht, wie es weitergeht.

Brunsbüttel/Cuxhaven | Nach dem Aus für die Fährlinie Cuxhaven-Brunsbüttel ist die Zukunft der Elb-Link-Reederei weiter ungewiss. Die rund 50 Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. „Sie warten noch auf ihr Februar-Gehalt.“ Es werde nun ausgelotet, wie der Fährbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Die Verbindung war am Mittwoch wegen finanzieller Schwierigkeiten der Reederei eingestellt worden.

Seit dem 20. August 2015 pendelten die Fähren regelmäßig. Sie stellten damit für viele eine wichtige Alternative zur Fährverbindung Glückstadt-Wischhafen und der Verkehrsroute über die A7 durch den Elbtunnel in Richtung Niedersachsen dar. Finanzielle Schwierigkeiten der Reederei waren schon im letzten Jahr bekannt geworden.

Ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums sagte, geprüft werde, ob eine Auffanggesellschaft gegründet werde, ebenso die Möglichkeit einer Unterstützung etwa durch eine Bürgschaft. Die Zahlen im Fracht- sowie im Personenverkehr zeigten, dass die Fähre sich mittelfristig eigenwirtschaftlich tragen könne.

Die Probleme bei Elb-Link sind aus Sicht des Deutschen Fährverbandes nicht exemplarisch für die Lage der Branche. Die Fährbetriebe hätten sich bundesweit in den vergangenen Jahren gut entwickelt, auch wenn regionale Unterschiede zu berücksichtigen seien, sagte Verbandschef Michael Maul. „Allein in den letzten fünf Jahren sind fünf bis sechs Fährschiffe neu gebaut worden - soviel wie in den vergangenen 20 Jahren nicht.“ Ein Problem der Verbindung Cuxhaven-Brunsbüttel könne die lange Fahrtzeit sein, die bei bis zu 90 Minuten liegt. Die nahegelegene Elb-Fähre Glückstadt-Wischhafen ist nur rund 25 Minuten unterwegs. „Glückstadt-Wischhafen gehört mit Sicherheit zu den erfolgreichsten Fährbetrieben in Deutschland“, sagte Maul.

Für deren Geschäftsführerin Hildegard Both-Walberg kommt das Aus wenig überraschend. „Das ist ein Euro-Grab, das Millionen verschlingt“, sagte sie. „Ich sehe keine Möglichkeit, die Linie gewinnbringend zu betreiben.“ Von der Politik sei ihr schon mehrfach angeboten worden, die Verbindung zu betreiben. „Ich habe immer dankend abgelehnt.“ Seit mehr als 100 Jahren gab es immer wieder Versuche, die etwa 30 Kilometer lange Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel zu etablieren. Zuletzt hatte es 1999 ein Bremer Reeder versucht. Der Fährdienst wurde nach zwei Jahren eingestellt. Der jüngste Versuch von Elb-Link war im August 2015 gestartet worden, zwei Fähren waren seitdem im Einsatz.

Keine Probleme kennen dagegen die drei Weserfähren in und nahe Bremen-Nord. „Uns geht es sehr gut“, sagte der Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen GmbH, Andreas Bettray. „Wir heißen nicht umsonst schwimmende Brücke zwischen Bremen und Niedersachsen.“ 50 Prozent der Fahrgäste seien Pendler. Die Überfahrt dauere nur wenige Minuten. Die Rahmenbedingungen seien mit der Elb-Link-Reederei deshalb nicht vergleichbar.

 
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erstellt am 03.Mär.2017 | 14:01 Uhr

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