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Schleswig-Holstein

24. März 2017 | 09:12 Uhr

Badesaison 2016 : Zahl der Badetoten in Hamburg und SH deutlich gestiegen

vom

Mindestens 28 Menschen ertranken im vergangenen Jahr in SH. Auch deutschlandweit ist die Zahl auf einem Rekordhoch.

Kiel/Hamburg | Die Zahl der Badetoten ist im vergangenen Jahr in Hamburg und Schleswig-Holstein deutlich gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Donnerstag ertranken 2016 in Schleswig-Holstein mindestens 28 Menschen, in Hamburg 22. Im Jahr davor habe es in Schleswig-Holstein 17 Badetote gegeben und in Hamburg 12, hieß es.

Bundesweit seien im vergangenen Jahr mindestens 537 Menschen ertrunken, wie DLRG-Vizepräsident Achim Haag in Berlin erklärte. Dies sei der höchste Stand seit zehn Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Badetoten um 49 gestiegen. Zurückzuführen sei der negative Trend auf den vielerorts recht schönen Sommer.

Die meisten Menschen starben den Angaben zufolge in unbewachten Gewässern. Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren seien oft Ursache für die tödlichen Unfälle.

Unbewachte Binnengewässer sind laut DLRG traditionell Unfallschwerpunkt Nummer eins. In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen seien 406 Menschen ertrunken und damit gut 75 Prozent aller Badetoten. An den Küsten von Nord- und Ostsee starben 26 Menschen - 20 in der Ostsee, 6 in der Nordsee. „Es zahlt sich aus, dass in fast allen Badeorten an den Küsten unsere Rettungsschwimmer für mehr Sicherheit im und am Wasser sorgen“, erklärte Haag. „Unser Konzept eines zentralen Wasserrettungsdienstes hat sich selbst bei einem großen Ansturm von Badegästen und Wassersportlern in der Hauptsaison bewährt.“ Den Angaben zufolge kamen seit 2010 insgesamt mindestens 3094 Menschen im Wasser ums Leben. Haag appellierte an Bund, Länder und Gemeinden, mehr für die Badesicherheit zu tun, vor allem an den Binnengewässern. Gleichzeitig forderte er, dass die nachwachsende Generation besser schwimmen lernt.

Als besondere Risikogruppe zeigten sich Flüchtlinge. Insgesamt ertranken laut DLRG im vergangenen Jahr 64 Asylsuchende. Die DLRG habe die Baderegeln in mehr als 25 Sprachen übersetzt, um Menschen aus anderen Ländern die Gefahren im Wasser zu verdeutlichen, sagte Haag. Zusätzlich würden den Kommunen Piktogramme zum Nachdruck zur Verfügung gestellt.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 11:09 Uhr

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