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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 03:32 Uhr

Neue Tierarten in Hamburg : Zählung: Invasion der wilden Säuger

vom
Aus der Onlineredaktion

Zum ersten Mal seit 200 Jahren wurde ein Biberjunge gesichtet - nicht der einzige Säuger in der Stadt.

Hamburg | So eine „Beute“ hat Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan nicht alle Tage im Gepäck. Stolz präsentierte der Grünen-Politiker im Rathaus eine „kleine Sensation“ in Gestalt eines Schnappschusses, der Ungewöhnliches zeigt. „Das ist der erste Jungbiber, der seit 200 Jahren in Hamburg gesichtet wurde“, freute er sich über ein unscharfes, aber eindeutiges Foto einer Bibermutter mit frischem Nachwuchs. Die nächtliche Aufnahme war Ende Juli in einer Fotofalle im Osten Hamburgs entstanden.

Unverändert 54 wilde Säugetierarten weist der Säugetieratlas nach, wobei es auch negative Entwicklungen gibt. Acht Arten stehen neu auf der Roten Liste, darunter die Erd-, die Feld- und die Waldmaus. Auch Hausmaus und Hausratte sind mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Das Bild veranschaulicht eine erstaunliche Entwicklung des von Kerstan vorgestellten Säugetieratlasses. Einige wild lebende Tierarten sind seit der letzten Bestandserhebung vor 14 Jahren in die Millionenstadt zurückgekehrt oder wagen sich immer weiter in besiedelte Gebiete vor. So galt der Biber 2002 noch als ausgestorben in Hamburg.

Von Geesthacht kommend ist er seither entlang der Elbe bis nach Wilhelmsburg vorgedrungen. Auch der Fischotter wandert weiter ein und ist sowohl im Norden Hamburgs entlang der Alster als auch in den Vier- und Marschlanden sowie seit kurzem in Harburg ansässig. Die Hausspitzmaus, die seit 1900 als ausgestorben galt, konnte ebenfalls erstmals wieder nachgewiesen werden.

Manche eingeschleppte und eingewanderte Säugetiere fühlen sich an Elbe und Alster pudelwohl. Bisam und Wanderratte müssen schon als Schädlinge bekämpft werden. Der Waschbär ist seit den 1980er Jahren nachgewiesen, der Marderhund hat sich in den letzten 15 Jahren zugewandert und dringt bis in die City vor. Auch die Nutria (Sumpfbiber) aus Südamerika breitet sich entlang der Elbe aus.

Spaziert ein Fuchs über die Straße:  Einige wilde Säugetiere wagen sich immer häufiger auch in citynahe Bereiche Hamburgs vor.
Spaziert ein Fuchs über die Straße: Einige wilde Säugetiere wagen sich immer häufiger auch in citynahe Bereiche Hamburgs vor. Foto: Killus
 

Zugleich wagen sich vertraute Wildtierarten wie Fuchs, Reh und Wildschwein immer weiter in Richtung Innenstadt vor. Sie profitieren laut Biologen vom zunehmend waldartigen Charakter mancher Gärten und Parks. In Siedlungen, die an Waldbereiche angrenzen, sind Wildschweine längst zum Problem geworden.

Positive Nachrichten haben die Tierzähler vom Feldhasen, in Deutschland als gefährdet auf der Roten Liste geführt. In Hamburg sind die Bestände stabil. Gut geht es auch den Fledermäusen. 14 Arten sind nachgewiesen, so viele wie nie zuvor. 

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erstellt am 24.Aug.2016 | 16:39 Uhr

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