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Wirtschaft

09. Dezember 2016 | 14:35 Uhr

Konjunktur-Umfrage : Wirtschaft in SH und HH: Die meisten Unternehmen sind zufrieden

vom

Unter anderem die Folgen des Brexit dämpfen die Erwartungen. 40 Prozent der Betriebe rechnen aber mit mehr Umsatz 2017.

Kiel/Hamburg | Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg steuert in guter Verfassung die nächsten Monate an. Risiken in der Weltkonjunktur, unkalkulierbare Folgen des Brexit und das anhaltend schwache Russland-Geschäft dämpfen allerdings die Erwartungen an das kommende Jahr. In einer Umfrage, deren Ergebnisse die Unternehmensverbände am Freitag veröffentlichten, beurteilten 53 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut. 34 Prozent stuften sie als befriedigend ein, nur 1 Prozent nannte sie schlecht.

40 Prozent der befragten Betriebe rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem höheren Umsatz als im Vorjahr. Nur 16 Prozent erwarten Umsatzrückgänge. Lediglich 14 Prozent wollen in den nächsten drei Monaten Personal abbauen. An der Umfrage des UV Nord beteiligten sich 682 Unternehmen, darunter 398 aus Schleswig-Holstein und 284 aus Hamburg.

Die Investitionsbereitschaft habe noch nicht wieder richtig Fahrt aufgenommen, sagte UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz. Jedes vierte Unternehmen wolle seine Investitionen steigern, jedes siebte aber gegenüber dem Vorjahr zurückfahren. Für die nächsten sechs Monate erwarten 33 Prozent höhere Umsätze und 53 Prozent gleichbleibend hohe.

In Bezug auf Fachkräfte sprachen 43 Prozent von einer unbefriedigenden Verfügbarkeit und noch einmal 28 Prozent von einer schlechten. Im Blick auf den Ausbildungsmarkt bezeichneten 37 Prozent die Bewerberlage als unbefriedigend und 12 Prozent als schlecht.

Von den Branchen vermeldeten die chemische Industrie und die Ernährungswirtschaft überdurchschnittlich gute Zahlen. Wachholtz kritisierte, trotz der niedrigen Zinsen investierten die Wirtschaft und die öffentliche Hand viel zu wenig. „Wir leben insbesondere bei der Infrastruktur seit Jahren von der Substanz.“ Wegen der Investitionsflaute gebe es in Deutschland seit rund zehn Jahren kaum noch Produktivitätssteigerungen.

Unsicherheiten auf den Weltmärkten, Themen wie Brexit, TTIP, Ceta und Erbschaftsteuer, aber auch ungelöste Schuldenprobleme von EU-Staaten, Mindestlohn und Frauenquote drückten auf die Stimmung, sagte der UV Nord-Präsident. Aus Berlin gebe es auch keine Anzeichen für eine mittelstandsfreundliche Politik. Der UV Nord vertritt 86 Mitgliedsverbände, denen 42.300 Unternehmen mit insgesamt 1,56 Millionen Beschäftigten angehören.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 15:42 Uhr

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