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Wirtschaft

08. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Kiel, Lübeck, Niebüll : Verdi-Warnstreiks im öffentlichen Dienst legen teilweise Betrieb lahm

vom

Die Gewerkschaften riefen am Dienstag zu neuen Streiks auf. Besonders traf es Kitas in Lübeck.

Lübeck/Kiel | Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes macht die Gewerkschaft Verdi vor der nächsten Verhandlungsrunde weiter Druck. Schwerpunkt der Aktionen war am Dienstag Lübeck. „Insgesamt 550 Mitarbeiter haben sich an einer Demonstration beteiligt“, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Mitarbeiter der Lübecker Kitas, der städtischen Senioreneinrichtungen und der Stadtverwaltung hätten sich in der Hansestadt an dem ganztägigen Warnstreik beteiligt.

Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb fordern für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab. Mehrere Orte in Schleswig-Holstein sind betroffen.

In fast allen Lübecker Kitas habe es Beeinträchtigungen gegeben, fünf bis sechs seien ganz geschlossen geblieben, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Nach einem gemeinsamen Frühstück zogen die Streikenden vom Gewerkschaftshaus am Holstentor durch die Innenstadt. „Der Verkehr lag zeitweise brach“, sagte die Sprecherin.

Aktionen gab es aber auch in Kiel. Dort waren nach Gewerkschaftsangaben die Beschäftigten des Abfallwirtschaftsbetriebs zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben des Beamtenbunds dbb versammelten sich in der Landeshauptstadt 1200 Beschäftigte zu einer zentralen Kundgebung. „Der dbb fordert sechs Prozent mehr Einkommen, aber die Arbeitgeber mauern immer noch“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestarifkommission Andreas Hemsing.

An der Westküste hatten Gewerkschafter zu Streiks im städtischen Bauhof und beim Amt Süd-Tondern in Niebüll (Kreis Nordfriesland) aufgerufen. An dem ganztägigen Ausstand beim Bauhof beteiligten sich laut Gewerkschaft 14 Mitarbeiter. „Damit war der komplette Bauhof zu“, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Mit den Warnstreiks will Verdi den bundesweiten Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn für die mehr als 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst Nachdruck verleihen. Am Donnerstag beginnt in Potsdam die dritte und letzte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern aus Bund und Kommunen.

Was fordern Beschäftigte in anderen Branchen? Antworten liefert die Tabelle über die Tarifrunde 2016, nachzulesen auch auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung.

Branche Gehaltsforderung
Bankgewerbe 4,9 Prozent
Bauhauptgewerbe 5,9 Prozent
Deutsche Telekom 5 Prozent
Druckindustrie 5 Prozent
Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie 5 Prozent
Hotel- und Gaststättengewerbe 100 Euro/Monat
Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent
Nahrung-Genuss-Gaststätten 4,5-5,5 Prozent
Öffentlicher Dienst, Bund und Gemeinden 6 Prozent
Süßwarenindustrie 6 Prozent
Volkswagen AG 5 Prozent
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erstellt am 26.Apr.2016 | 13:55 Uhr

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