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Wirtschaft

04. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Konjunkturumfrage : UV Nord: Wirtschaft in SH geht es gut

vom

Die Aussichten für viele Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg sind gut. Die Zeugnisse der Unternehmen für die Politik in Schleswig-Holstein fallen schlecht aus.

Kiel | Norddeutschlands Wirtschaft befindet sich überwiegend in guter Verfassung und rechnet mit mindestens gleichbleibend hohen Auftragseingängen. Dies geht aus einer am Freitag in Kiel vorgestellten Konjunkturumfrage der Unternehmensverbände UVNord hervor. „Rund ein Drittel der befragten Unternehmen (29 Prozent) bezeichnen ihre gegenwärtige Situation als besser, mehr als die Hälfte (57 Prozent) als unverändert“, sagte UVNord-Präsident Uli Wachholtz.

Insgesamt beurteilen schleswig-holsteinische Unternehmen ihre Lage derzeit etwas besser als die Hamburger Wirtschaft. Während im nördlichsten Bundesland 31 Prozent ihre Lage im Vergleich zum Vorjahr als besser bezeichnen, tun dies in der Hansestadt derzeit nur zwölf Prozent der Firmen. „In der Regel erreicht Schleswig-Holstein jede Konjunkturphase etwas später als Hamburg“, sagte Wachholtz zur Begründung für die Entwicklung.

39 Prozent der befragten Betriebe rechnen im zweiten Quartal mit mehr Aufträgen. Weitere 53 Prozent gehen von einer stabilen Auftragslage aus. Nur acht Prozent rechnen mit weniger Aufträgen. Knapp ein Drittel der Unternehmen will mehr investieren, allerdings zu einem großen Teil für Rationalisierungsmaßnahmen. Positiv ist aber auch: Knapp zwei Drittel der Unternehmen wollen ihr Stellenangebot bis Jahresmitte stabil halten, gut ein Viertel will neue Stellen schaffen. Der Ausblick auf das laufende Jahr fällt dennoch pessimistischer aus.

Die Wirtschaft hat laut Wachholtz „leicht gedämpfte Erwartungen“. Als Hauptgründe nennt er das weiter niedrige Zinsniveau und eine niedrige Investitionsquote. „Die Investitionszurückhaltung gilt nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die öffentliche Hand, wo die Investitionen zugunsten des Konsums vernachlässigt werden.“ Zwar verbesserte sich das Bild der Unternehmer von der Landesregierung um Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). 34 Prozent waren in einer Umfrage mit der Arbeit des Kabinetts zufrieden (Sommer 2015: 30 Prozent). „Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit wird nach wie vor die Situation der Verkehrsinfrastruktur im Land sowie eine fehlende mittelstandsfreundliche Politik genannt“, sagte Wachholtz.

Regierungschef Albig konnte seinen Wert von 17 auf 20 Prozent steigern. Viele Unternehmer hätten jedoch den Eindruck, „dass der Ministerpräsident zu sehr wahlorientiert und derzeit nur im ,Flüchtlingsmodus‘ sei“, sagte Wachholtz. Sie forderten von ihm mehr wirtschaftspolitische Akzente.

Uli Wachholtz, Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein.
Uli Wachholtz, Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein. Foto: Axel Heimken, dpa

Unter den Ministerien erfuhr das Innenministerium von Stefan Studt (SPD) mit 33 Prozent die beste Bewertung, gefolgt vom Umweltministerium unter Robert Habeck (Grüne) mit 30 Prozent. Bei ihm kritisierten Unternehmer aber, er setze zu sehr ökologische Schwerpunkte, mit denen er sich für eine Kandidatur in Berlin profilieren wolle.

Auf dem letzten Platz landete das von Britta Ernst (SPD) geführte Bildungsministerium. Weniger als ein Fünftel der Betriebe ist zufrieden mit diesem Ressort. Bemängelt wurden die schlechte Bausubstanz der Schulen und ein immer noch zu hoher Unterrichtsausfall.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 15:24 Uhr

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