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Wirtschaft

02. Dezember 2016 | 23:29 Uhr

Statistik der Agentur für Arbeit : Saisonaler Anstieg: 6,2 Prozent in SH arbeitslos – 7,1 Prozent in Hamburg

vom

Betriebe stellen meist erst nach den Ferien neues Personal ein. 94.300 Schleswig-Holstiener waren im August arbeitslos gemeldet.

Kiel/Hamburg | Die Zahl der Arbeitslosen ist in Schleswig-Holstein im August saisonal bedingt leicht angestiegen. Im August waren 94.300 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das waren 1900 oder zwei Prozent mehr als noch im Juli, aber 3600 oder 3,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die späten Sommerferien seien der Grund für den Anstieg im Vergleich zum Juli, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann. Betriebe stellten gewöhnlich erst nach den Ferien neues Personal ein. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,2 Prozent, nach 6,5 Prozent im Vorjahresmonat.

„Die beschriebene Einstellungspraxis wird sich positiv auf die Septemberdaten auswirken und im kommenden Monat zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen führen.“ Denn laut Haupt-Koopmann setzt sich die positive wirtschaftliche Entwicklung seit Jahresbeginn weiter fort. Das gelte auch für Arbeitskräftenachfrage. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg mit Stand Juni im Vorjahresvergleich um 24.500 oder 2,7 Prozent ab. Demnach waren 939.000 Menschen im nördlichsten Bundesland sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Dazu gehören auch immer mehr Flüchtlinge. „Pro Monat schaffen es 100 bis 200 Menschen auf den Arbeitsmarkt“, sagte Haupt-Koopmann. Diese Hilfesuchenden aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, dem Irak oder dem Iran seien allerdings meist schon etwas länger im Norden.

Gleichwohl waren im August 16.000 Ausländer im Norden arbeitslos gemeldet. Das sind 2500 mehr als noch vor einem Jahr. Grund sind laut den Experten die gestiegenen Flüchtlingszahlen. Aufgrund der beschleunigten Asylverfahren sei „irgendwann in der zweiten Jahreshälfte ein Schwung zu erwarten“, sagte Haupt-Koopmann.

Unter den Kreisen ist die Quote weiterhin in Stormarn mit 3,7 Prozent am niedrigsten und in Dithmarschen mit 6,9 Prozent am höchsten. Bei den kreisfreien Städten steht Lübeck mit 8,9 Prozent am besten da und Kiel mit 9,7 Prozent am schlechtesten.

Nach dem offiziellen Beginn des Ausbildungsjahres sind in Schleswig-Holstein noch 4232 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das sind 594 Stellen mehr als im Vorjahresvergleich. Demgegenüber standen im August 4367 Bewerber ohne Ausbildungsplatz. Das waren 361 mehr als vor einem Jahr.

Gesucht werden in erster Linie angehende Kaufmänner für den Einzelhandel (444 freie Stellen), Verkäufer (293) und Köche (218). Auch wer eine berufliche Ausbildung zum Bäckerei-Fachverkäufer (166), zum Handelsfachwirt (159) und zum Hotelfachmann (154) beginnen will, findet im nördlichsten Bundesland noch freie Stellen vor. In den Top Ten der freien Plätze stehen zudem noch die Ausbildungen zum Restaurantfachmann (151), zum Friseur (151), zum Anlagenmechaniker im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (135) sowie zum Fachmann für Systemgastronomie (124).

Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) appellierte an Betriebe und Schulabgänger, die guten Chancen beruflicher Ausbildung zu nutzen. In vielen Branchen böten sich aktuell gute berufliche Perspektiven.

Auch der Hamburger Arbeitsmarkt hat in der Urlaubszeit etwas an Schwung verloren. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im August im Vergleich zum Vormonat um 854 oder 1,2 Prozent auf 71.237, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Arbeitslosenzahl jedoch um 4,1 Prozent zurück. Zum Start in den Herbst stünden aktuell fast 16.000 freie Stellen zur Verfügung, berichtete die Agentur. Im Ausbildungsmarkt seien fast 2500 Lehrstellen noch unbesetzt. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich binnen Monatsfrist von 7,0 auf 7,1 Prozent im August. Im Vorjahresmonat lag sie bei 7,5 Prozent.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 

 

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erstellt am 31.Aug.2016 | 10:33 Uhr

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