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„Oster-Anleihe“ : HSH-Nordbank: Verbraucherschützer warnen vor Kauf von Anleihen

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Wer eine Anleihe an der HSH Nordbank erwirbt, könnte Verluste erleiden. Unklarheit besteht auch über die Sicherung.

Hamburg/Kiel | Die Hamburger Verbraucherzentrale rät Anlegern zu Vorsicht beim Kauf langlaufender Anleihen der zum Verkauf stehenden HSH Nordbank. „Die Schuldverschreibungen bergen schwer einschätzbare Risiken“, teilte Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale am Freitag mit. Sie weist darauf hin, dass für Vermögen in Anleihen die gesetzliche Einlagensicherung nicht greift. „Geraten die Emittenten ins Straucheln und werden insolvent, sehen Verbraucher ihr Geld vielleicht nie wieder.“

Noch sind die ausgegebenen Papiere der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein über die Sparkassen-Finanzgruppe abgesichert. Schmitz verwies auf die aktuelle „Oster-Anleihe“, mit der die HSH gerade am Kapitalmarkt 50 Millionen Euro einsammelt und die nach Angaben der Bank im Februar 2020 zur Rückzahlung fällig wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die HSH allerdings entweder längst verkauft oder aber abgewickelt.

Zwar gehöre die Bank über die Sparkassen-Finanzgruppe noch der Sicherungsreserve der Landesbanken an. Bei einem Verkauf laufe dies aber aus, so die Verbraucherschützern. Laut EU-Auflagen müssen die Länder ihr Geldhaus bis Februar 2018 veräußern, andernfalls wird es liquidiert. Ginge die HSH Nordbank an einen strategischen Investor, so argumentiert Gabriele Schmitz, fiele sie „zwei Jahre später wohl aus der Institutssicherung der Sparkassen heraus“. Im übrigen bestehe wegen grundsätzlicher Zweifel an der Finanzkraft der Nordbank die Gefahr, dass Besitzer ihre Anleihen vor Ende der Laufzeit nur mit Verlust verkauft bekämen. Schmitz rät: „Auf Sicherheit bedachte Anleger sollten erwägen, die Reißleine zu ziehen, oder neue Anleihen gar nicht erst zu kaufen.“

Die Bank weist die Einschätzung der Verbraucherzentrale als nicht nachvollziehbar zurück. „Die Anleihen sind abgesichert“, sagte Sprecher Mirko Wollrab. So falle die „Oster-Anleihe“ in jedem Fall in die zweijährige Nachlauffrist der Einlagensicherung durch die Sparkassen-Finanzgruppe. Für noch länger laufende Papiere gelte, dass der neue Eigentümer der HSH Nordbank selbstverständlich auch die Haftung übernehmen werde. Selbst im Falle einer Abwicklung seien die Anlagen über die Sicherungsmechanik abgesichert.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 18:18 Uhr

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